Forschungsnetzwerk hilft, Infektionskrankheiten früher zu erkennen

Grand Challenges: Im Netzwerk ANDEMIA verbessern Forschende durch länderübergreifende Zusammenarbeit die Früherkennung und Behandlung von Infektionen der Lunge und des Magen-Darm-Traktes – zwei häufige Todesursachen bei Kindern in Subsahara-Afrika.

Infektionen der Lunge, des Magen-Darm-Trakts sowie akutes Fieber unbekannten Ursprungs zählen insbesondere bei Kindern in Afrika zu den Hauptursachen von Krankheits- und Todesfällen. © Adobe Stock / Avatar_023

Krankheiten sind eine weltweite Herausforderung. Denn Viren und Bakterien kennen keine Grenzen. Für die globale Gesundheit ist es daher entscheidend, dass die internationale Gemeinschaft im Kampf gegen Krankheiten eng zusammenarbeitet. Auf dem Grand Challenges Meeting, das vom 15. bis 18. Oktober in Berlin stattfindet, kommen deshalb rund 1500 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Nicht-Regierungsorganisationen zusammen. Gemeinsam wollen sie sich den dringlichsten Herausforderungen der Globalen Gesundheit stellen und Lösungsansätze entwickeln. Ein Thema der diesjährigen Konferenz: Was kann die internationale Gemeinschaft tun, um bessere Perspektiven für Menschen in Afrika zu schaffen?

Zugang zu Ärzten und Medikamenten, Absicherung gegen Krankheitsrisiken, Früherkennung und verbesserte Behandlung von Krankheiten, Entwicklung neuer Therapien: All das ist wichtig, um den Menschen in Afrika ein gutes Leben zu ermöglichen und Armut nachhaltig zu reduzieren. Das Bundesforschungsministerium fördert daher fünf „Forschungsnetzwerke für Gesundheitsinnovationen in Subsahara-Afrika“. Eines davon, das deutsche-afrikanische Netzwerk ANDEMIA, stellten Forschende bei der Konferenz vor. Daran beteiligen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Robert Koch-Institut.

Infektionen der Lunge, des Magen-Darm-Trakts sowie akutes Fieber unbekannten Ursprungs zählen insbesondere bei Kindern in Afrika zu den Hauptursachen von Krankheits- und Todesfällen. Die ANDEMIA-Forschenden wollen daher durch länderübergreifende Zusammenarbeit sowohl die Früherkennung als auch die Behandlung von Infektionskrankheiten in Subsahara-Afrika verbessern. Dafür erheben sie Krankheitsdaten an ausgewählten Kliniken in den afrikanischen Partnerländern Elfenbeinküste, Burkina Faso, der Demokratische Republik Kongo und der Republik Südafrika. Auf diese Daten können andere Kliniken und wissenschaftliche Einrichtungen zugreifen. Das erleichtert zum einen die Diagnostik bei häufig vorkommenden Infektionskrankheiten. Zum anderen trägt es dazu bei, die Behandlung und das Gesundheitsmanagement zu verbessern. Zudem profitiert die internationale Wissenschaftsgemeinschaft von den Daten. Denn diese liefern wichtige Erkenntnisse über die weltweite Ausbreitung von Krankheitserregern.

Grand Challenges

Die 2003 von der Bill & Melinda Gates Foundation ins Leben gerufene Grand Challenges-Initiative hat zum Ziel, Lösungen für globale Gesundheits- und Entwicklungsprobleme zu erarbeiten. Das seit 2005 jährlich ausgerichtete Grand Challenges-Meeting findet in diesem Jahr in Berlin statt. Es wird gemeinsam ausgerichtet vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Bill & Melinda Gates Foundation, Grand Challenges Canada sowie dem Wellcome Trust und der United States Agency for International Development (USAID).