Fragen und Antworten zur Förderbekanntmachung ASCOT+

Fragen zur Antragstellung

Wann ist der Laufzeitbeginn und wie lange ist die Förderdauer?

Die Projekte sollten möglichst am 01.03.2019 beginnen. Einen abweichenden Laufzeitbeginn behält sich die Bewilligungsbehörde vor. Der Förderzeitraum hängt von den Inhalten des Förderantrages ab und wird für eine Projektlaufzeit von bis zu 36 Monaten gewährt.

Kann man sich auf beide Förderthemen bewerben?

Ja, Antragsteller können sich auf eines oder beide Förderthemen bewerben. Die in der Förderrichtlinie spezifizierten Themen des jeweiligen Förderthemas müssen nicht in Gänze in jedem Projekt berücksichtigt werden.

Sind Projektanträge auf die drei Berufsfelder beschränkt, die bereits in der Vorgängerinitiative ASCOT behandelt wurden?

Ja, Projektanträge müssen sich in den Berufsfeldern gewerblich-technische Berufe, kaufmännische Berufe oder Gesundheitsberufe bewegen. Es können jedoch andere als die in der Vorläuferinitiative ASCOT ausgewählten Ausbildungsberufe herangezogen werden.

Können auch  Projektnehmer einen Antrag stellen, die nicht in die Vorläuferinitiative ASCOT eingebunden waren?

Ja, gemäß der Förderrichtlinie können sowohl Antragsteller, die in ASCOT bereits involviert waren, als auch Antragssteller, die nicht in ASCOT eingebunden waren, einen Förderantrag einreichen. Antragsteller, die nicht an der Vorgängerinitiative beteiligt waren, müssen sich mit ihren Projekten am ASCOT zugrundeliegenden Kompetenzverständnis orientieren, sich auf den methodischen Ansatz der ASCOT-Initiative beziehen, diesen weiterführen und die definierten Anforderungen an die Gütekriterien erfüllen (s.a. inhaltliche Fragen). Darüber hinaus können Projektnehmer einen Antrag stellen, wenn sie (bspw. der antragstellende Projektleiter/die Projektleiterin) Zugriffsrechte auf die in ASCOT entwickelten Kompetenzmodelle und Instrumente nachweisen kann.

Welche Bedingungen gelten für Antragssteller, die in ASCOT bereits involviert waren?

Antragsteller, deren Projekt sich auf einen bereits in ASCOT behandelten Ausbildungsberuf bezieht bzw. die eine direkte Weiterentwicklung von in ASCOT entwickelten Verfahren planen, müssen Zugriffsrechte auf die in ASCOT entwickelten Ergebnisse nachweisen.

Welche Ausgaben sind förderfähig?

Bemessungsgrundlagen sind die zuwendungsfähigen von der Grundausstattung abgrenzbaren projektbezogenen Ausgaben, die individuell bis zu 100 Prozent gefördert werden können.

Richtlinien, Merkblätter, Hinweise und Nebenbestimmungen unter: https://foerderportal.bund.de/easy/easy_index.php?auswahl=easy_formulare&formularschrank=bmbf

Was ist der Unterschied zwischen „Verbundpartnern“ und „Kooperationspartnern“?

Verbundpartner regeln ihre Zusammenarbeit in einer schriftlichen Kooperationsvereinbarung und jeder Verbundpartner erhält eine eigene Zuwendung.

Kooperationspartner machen ihre Unterstützung des Projektes in einem Letter of Intent (LOI) deutlich und erhalten keine eigene Zuwendung (bspw. berufsbildende Schulen, Betriebe).

Was enthält ein LOI?

Im Rahmen des LOI sollte deutlich werden, welche Aufgaben bzw. Funktionen der Kooperationspartner in diesem Projekt hat und in welchem zeitlichen Umfang die Kooperation geplant ist.

Wer sind Partner aus der Praxis?

Partner aus der Praxis können zuständige Stellen (v.a. Kammern), Sozialpartner, Berufsschulen, Betriebe etc. sein. Sie können Verbundpartner oder Kooperationspartner sein.

Können anfallende projektbezogene Reisekosten von Kooperationspartnern übernommen werden?

Ja, diese können ggf. übernommen werden und sollten entsprechend im easy AZA eines Verbundpartners aufgeführt werden. Hierbei muss jedoch die Notwendigkeit der Ausgaben unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit berücksichtigt werden.

Wie wird die Forschungs- und Transferinitiative ASCOT+ begleitet?

Die Entwicklungen und die Ergebnisse von ASCOT+ werden durch eine vom BMBF initiierte Gruppe, bestehend aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Expertinnen und Experten aus der Bildungspolitik und -praxis begleitet. Neben den verpflichtenden Treffen der Projektleiter und Projektmitarbeitenden ist auch die Teilnahme an ausgewählten Treffen der Begleitgruppe gewünscht.

Wie werden die Anträge begutachtet?

Die Projektanträge werden im Rahmen eines externen Begutachtungsverfahren aus fachlich-wissenschaftlicher und fachlich-praxisorientierter Sicht bewertet. Im Zuge einer gemeinsamen Gutachtersitzung werden ausgewählte Anträge zur Förderung empfohlen. Das BMBF entscheidet über die Förderung unter Berücksichtigung dieser Empfehlungen. Die zur Förderung vorgesehenen Projektanträge werden nach dem Begutachtungsverfahren fachlich-administrativ geprüft. Bei Bedarf findet zusätzlich ein Antragsgespräch in Bonn statt.

Inhaltliche Fragen

Was bedeutet es, dass die Projekte an die Ergebnisse der Vorgängerinitiative „anschlussfähig“ sein sollen?

Unter der Anschlussfähigkeit an die Ergebnisse der Vorgängerinitiative wird verstanden, dass sich die Arbeiten in ASCOT+ insbesondere am ASCOT zugrundeliegenden Kompetenzverständnis orientieren und/oder den in ASCOT begonnenen methodischen Ansatz fortführen sowie die gleichen Ansprüche an die Gütekriterien erfüllen.

Wie komme ich an die Zugriffsrechte der Modelle und Verfahren aus ASCOT?

Die Rechte an den in ASCOT entwickelten Modellen und Verfahren liegen bei den damaligen Projektnehmern. Ein Zugriff auf diese Ergebnisse sollte daher mit den damaligen Projektnehmern geklärt werden. In der Abschlussbroschüre der Vorgängerinitiative ASCOT sind die Projektnehmer aufgeführt.

An welchem Kompetenzverständnis orientiert sich ASCOT+?

ASCOT+ orientiert sich an einem kognitionspsychologischen Kompetenzverständnis, das sich insbesondere auf die Definition Weinerts (2001, S. 27f.) sowie auf verwandte, auf diesem Ansatz aufbauende Definitionen beruft. Kompetenzen sind „die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.“

(WEINERT, F. E. (2001): Vergleichende Leistungsmessungen in Schulen – eine umstrittene Selbstverständlichkeit. In: WEINERT, F. E. (Hrsg.): Leistungsmessungen in Schulen. Weinheim und Basel: Beltz, 17-31)

Wie definiert sich der methodische Ansatz von ASCOT+?

Der methodische Ansatz von ASCOT+ liegt in der Entwicklung bzw. dem Transfer psychometrischer Verfahren zur Erfassung ausgewählter Aspekte beruflicher Handlungskompetenz, die in der Lage sind, für einzelne ausgewählte Kompetenzbündel die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten differenziert nach verschiedenen Schwierigkeitsniveaus zu messen. Der Schwerpunkt liegt auf der Anwendung von IT-basierten Testverfahren. Die entwickelten Modelle und Verfahren sollten für einen potenziellen Breitentransfer geeignet sein.

Was ist der Anspruch in ASCOT und ASCOT+ an die Gütekriterien der zu entwickelnden und zu implementierenden Verfahren und Methoden?

Die Verfahren sollten in der Lage sein, ausgewählte Aspekte beruflicher Handlungskompetenz valide und objektiv abzubilden und eine hohe Reliabilität aufweisen. Zudem sollten sie zur Sicherstellung eines potenziellen Breitentransfers für große Gruppen geeignet sein und einen hohen Standardisierungsgrad aufweisen.

Können sich die Projekte auch auf den Bereich der Weiterbildung in den drei ausgewählten Berufsfeldern beziehen?

Gemäß der Förderrichtlinie liegt das Anwendungs- und Untersuchungsfeld im Bereich der beruflichen Ausbildung. Zur Förderung des Transfers der Projektergebnisse in die Ausbildungspraxis sind zur Qualifizierung von ausbildendem Fachpersonal und/oder Aufgabenerstellern und Prüfern Weiterbildungsangebote zu entwickeln und zu erproben.

Sind im Projekt stets berufsschulischer und betrieblicher Lernort im Rahmen von Erprobung und/oder Weiterentwicklung zu berücksichtigen?

Es können beide Berücksichtigung finden, es ist jedoch ausreichend, auf einen Lernort zu fokussieren.

Ist eine Bearbeitung zweier Förderschwerpunkte möglich?

Ja, entscheidend ist hier der Einbezug der jeweils relevanten Praxispartner und der Einbezug ins Gesamtkonzept.

In der Förderbekanntmachung heißt es: „Die Weiterleitung der Fördermittel ist unzu­lässig.“ Sind damit keine (Werk-)Verträge möglich?

Unteraufträge, denen auch Werkverträge zuzuordnen sind, können vergeben werden. Sie müssen jedoch im Antrag hinreichend begründet und ebenfalls bei Antragstellung in EasyOnline ausgewiesen werden.

Sind IT-Kosten für die Weiterentwicklung technologiebasierter Verfahren förderfähig? Sind sie gedeckelt?

Ja, diese Kosten können förderfähig sein und sind nicht gedeckelt. Es muss im Antrag aber die Notwendigkeit und die Angemessenheit dieser IT-Kosten hinreichend begründet werden.