Frankreich und Deutschland: Impulsgeber für Forschung und Innovation

Zur Stärkung Europas haben die Forschungsministerinnen Johanna Wanka und Frédérique Vidal gemeinsame Initiativen beschlossen - unter anderem ein Programm zur Förderung internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Klimaforschung.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und ihre französische Amtskollegin Frédérique Vidal haben sich beim 19. Deutsch-Französischen Ministerrat in Paris auf eine engere Zusammenarbeit bei zentralen Zukunftsthemen der nationalen und europäischen Forschung verständigt. Mit Vereinbarungen unter anderem zur Klima- und Energieforschung und auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten stellten die Ministerinnen Themen in den Mittelpunkt, die Beiträge zur Lösung globaler Probleme und zur Zukunftsfähigkeit Europas darstellen.

Gemeinsam gegen die Folgen des Klimawandels

Die gemeinsame Initiative von Deutschland und Frankreich ist ein wichtiges Signal in unübersichtlichen Zeiten. Sie schafft sichere Perspektiven für die internationale Klimaforschung und legt eine Grundlage, die vereinbarten Klimaziele zu erreichen. Deutschland und Frankreich bieten eine exzellente und stabile Wissenschaftsstruktur und damit beste Bedingungen für die internationale Klimaforschung.

Bundesministerin Johanna Wanka

Deutschland und Frankreich stehen zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens. Um die Rolle Europas in der Klima- und Energieforschung strategisch auszubauen, wurde vereinbart, ein gemeinsames deutsch-französisches Fellowship-Programm in der Klima- , Energie- und Erdsystemforschung im Rahmen der französischen Initiative „Make our planet great again“ aufzulegen.

Deutschland wird 15 Millionen Euro (ohne Beiträge der Forschungspartner) für die Förderung internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dafür bereitstellen. Diese kommen zu den 30 Millionen Euro (ohne Beiträge der Forschungspartner) hinzu, die Frankreich hierfür einsetzt.

Kampf gegen Infektionskrankheiten

Die immer stärkere Verbreitung multiresistenter Keime und die Zunahme von Pandemien sind globale Herausforderungen, denen sich Frankreich und Deutschland stellen. Gemeinsam wollen sich beide Länder auf die Wirkstoffforschung, Diagnoseentwicklung und alternative Therapien konzentrieren. Das gemeinsame Vorgehen wird auf europäischer und globaler Ebene, wie im Rahmen der G20, auch durch bilaterale Maßnahmen flankiert.

Forschung für innovative, sichere und souveräne Gesellschaften

Deutschland und Frankreich sind starke Partner in der zivilen Sicherheitsforschung, die fortgesetzt werden soll. Daneben wird die IT-Sicherheit in den Fokus rücken. Die Ministerinnen sprachen sich in Paris für dafür aus, sich gemeinsam für die Technologiesouveränität Europas, zum Beispiel in der Mikroelektronik, einzusetzen.

Stärkung der Hochschulkooperation

Wanka und Vidal unterstrichen die zentrale Rolle der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) als Mittlerorganisation in der Hochschulzusammenarbeit und begrüßten die positiven Ergebnisse der Evaluierung.

Die beim Ministerrat vereinbarten Maßnahmen sollen rasch umgesetzt und 2018 beim deutsch-französischen Forschungsforum weiterentwickelt werden.

Deutsch-Französisches Fellowship-Programm für Klima-, Energie- und Erdsystemforschung im Rahmen der französischen Initiative „Make our Planet great again“

Das Pariser Klimaabkommen stellt die Wissenschaft vor außergewöhnliche Herausforderungen, da die Vertragsparteien „die Notwendigkeit einer effektiven und zukunftsorientierten Reaktion auf das drängende Problem des Klimawandels auf der Grundlage der bestmöglichen verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse“ anerkannt haben.

Deutschland und Frankreich setzen sich gemeinsam für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens ein. Mit einem gemeinsamen Fellowship-Programm zur Förderung der Forschung in den Bereichen Klima-, Energie- und Erdsystemforschung gehen beide Länder mit gutem Beispiel voran. Im Rahmen der französischen Initiative „Make our planet great again“ laden Deutschland und Frankreich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt ein, gemeinsam mit deutschen und französischen Partnern die Forschung in folgenden Bereichen der Nachhaltigkeitswissenschaften voranzutreiben:

Forschung zu Klimawandel: unter anderem Monitoring, Modellierung, Simulation, Klimaschutz und soziale Konsequenzen

Forschung für die Energiewende: unter anderem innovative Konzepte und Technologien für die umfassende, nachhaltige, branchen- und sektorenübergreifende Versorgung mit erneuerbaren Energien, insbesondere Speicher und Netze; Energieeffizienz; systemische Ansätze zur Erforschung des Umstiegs auf erneuerbare Energie einschließlich der Betrachtung ökonomischer, ökologischer und sozialer materieller Herausforderungen, Rohstofffragestellungen sowie Entwicklung und Analyse von Szenarien.

Forschung zum Verständnis des Erdsystems: unter anderem Beobachtung des Erdsystems und Einordnung von Umwelt- und Klimaveränderungen einschließlich anthropogener Veränderungen, um die Prozesse, das Ausmaß von Wechselwirkungen, die Risiken und Grenzen zu verstehen.

Das Programm zielt insbesondere auch auf die Vernetzung von Wissenschaftlern ab. Deutschland und Frankreich werden gemeinsame Netzwerkaktivitäten für die Laureaten durchführen, um diese untereinander und mit weiteren internationalen Forschenden ihrer Disziplin zu vernetzen.

Die Ausschreibung auf deutscher Seite wird bald veröffentlicht. Nähere Informationen sowie die Möglichkeit sich als Interessent zu registrieren finden Sie unter fona.de

Nähere Informationen zu der Ausschreibung auf französischer Seite finden Sie unter www.makeourplanetgreatagain.fr 

Der 19. deutsch-französische Ministerrat in Paris © Bundesregierung/Guido Bergmann