Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Bergstraße

Grußwort des Parlamentarischen Staatssekretärs bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Michael Meister, in Bensheim

Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, während seiner Rede © BMBF / Hans-Joachim Rickel

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Bode,
sehr geehrter Herr Leinekugel,
sehr geehrter Herr Gsell,
sehr geehrte Gesellinnen und Gesellen,
meine sehr verehrten Damen und Herren,  

Sie, liebe Gesellinnen und Gesellen, haben heute einen wichtigen Meilenstein in Ihrem Leben erreicht: Sie erhalten Ihren Gesellenbrief! Sie haben Ihren Beruf erlernt und Ihre Ausbildung erfolgreich beendet. Darauf können Sie stolz sein und dazu möchte auch ich Ihnen ganz herzlich gratulieren!

Mit diesem ersten wichtigen Schritt in Ihrem Berufsleben stehen Ihnen ab dem heutigen Tag viele Wege und Türen offen. Sie können in Ihrem Beruf durchstarten, weitere Erfahrungen sammeln. 

Sie können aber auch den nächsten Schritt gehen und sich höher qualifizieren. Mit einer Qualifizierung wie etwa zum Meister, Techniker oder Betriebswirt haben Sie objektiv hervorragende Perspektiven auf:

  • ein höheres Einkommen, 
  • verantwortliche und vielseitige Aufgaben und 
  • ein geringes Risiko arbeitslos zu werden. 

Und dies auch im Vergleich zu Akademikern. Viele Fortbildungsabsolventen – insgesamt ein gutes Viertel – liegen mit ihren Stundenlöhnen über dem Durchschnitt der Akademiker. Und rund 25 Prozent der Akademiker verdienen weniger als der Durchschnitt der Fortbildungsabsolventen. Auch sind Fortbildungsabsolventen häufiger als Vorgesetzte tätig.

Das zeigt deutlich: ein Aufstieg in der beruflichen Bildung lohnt sich! Für jede Einzelne und jeden Einzelnen von Ihnen. Aber auch für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Sie sichern die Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Sie sind unsere Führungskräfte und Unternehmensgründer von Morgen.

Und dies zeigt auch: Sie haben einen guten Weg gewählt. Die berufliche Bildung bietet viele Chancen und Karrieremöglichkeiten. Sie ist insbesondere keine Einbahnstraße, die nur in eine Richtung führt. Daher wollen wir die berufliche Bildung in dieser Legislaturperiode weiter stärken und modernisieren. Und wir wollen diese vielfältigen Möglichkeiten und Karrierewege noch mehr Menschen bewusst machen. Wir wollen zeigen, dass die berufliche Bildung eine echte Alternative zum Studium ist.

Daher wollen wir insbesondere das Aufstiegs-BAföG weiter verbessern, mit dem wir Sie auf Ihrem Karriereweg finanziell unterstützt haben. 

Das Aufstiegs-BAföG auf Grundlage des Aufstiegsfortbildungs-förderungsgesetzes, kurz AFBG, ist das größte und wichtigste Förderangebot im Bereich der beruflichen Weiterbildung. Es ist das Äquivalent zum BAföG in der beruflichen Bildung. Seit 1996, also seit Bestehen des AFBG, konnten mehr als 2,6 Millionen berufliche Aufstiege mit einer Förderleistung von insgesamt rund 8,6 Milliarden Euro ermöglicht und gefördert werden. Letztes Jahr wurden rund 165.000 Personen mit AFBG unterstützt. 

Hier haben wir also schon viel erreicht. Wir können aber auch noch besser werden. Daher planen wir – neben anderen Maßnahmen zur Stärkung der beruflichen Bildung – erhebliche finanzielle Verbesserungen beim Aufstiegs-BAföG in dieser Legislaturperiode. Die geplante Novelle des Aufstiegs-BAföG soll die Novelle mit den stärksten Leistungsverbesserungen seit Bestehen des AFBG werden. Ein Aufstieg lohnt sich also mehr denn je!

Daher freut es mich, dass wir heute mit unserer bundesweiten Informationstour zum Aufstiegs-BAföG hier auf der Freisprechungsfeier bei Ihnen zu Gast sein dürfen, um Sie über die Karrierechancen in der beruflichen Bildung zu informieren. 

Genießen Sie diesen Tag und feiern Sie Ihren Erfolg mit Ihrer Familie, Ihren Freunden und Ihren Kolleginnen und Kollegen!