Für ein zufriedenes Leben im Alter

Rundgang mit Mops John Paul: In Chemnitz hat Bundesministerin Johanna Wanka mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Wohnparks der Siedlungsgemeinschaft gesprochen. Hausmeister Thomas Feuerhack hat gezeigt, warum das Leben dort so lebenswert ist.

Bundesministerin Johanna Wanka hat den Wohnpark der Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft auf ihrer Sommerreise besucht. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die Sommerreise zur Zukunft des Lebens im Alter hat Bundesministerin Johanna Wanka nach Chemnitz geführt – einer Stadt, die sich fit macht für die Zukunft. Mit dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt „Chemnitz+ Zukunftsregion lebenswert gestalten“ ist die Stadt zur Modellregion für ein selbstbestimmtes Leben im Alter geworden. Mithilfe der Förderung ist ein Wohnpark am Bernsdorfer Bad entstanden. Mit den Bewohnerinnen und Bewohner konnte sich Johanna Wanka über die Lebensqualität in der Siedlung unterhalten. „Es ist ein großes Glück, im Alter hier leben zu dürfen. Etwas Besseres konnte mir nicht passieren“, sagte Marion Uhlig im Gespräch mit der Ministerin. Die Rentnerin wohnt schon seit Beginn im Quartier.

In der Stadt Chemnitz und im Landkreis Mittelsachsen leben rund 568.000 Einwohner. Bis 2030 wird der Region ein großer Bevölkerungsrückgang prognostiziert, der zu einer starken Überalterung führt. Bereits heute hat Sachsen den höchsten Altersdurchschnitt aller Bundesländer. Auf diese demografischen Veränderungen bereitet sich die Stadt Chemnitz mithilfe des Modellprojektes des Bundesforschungsministeriums vor. Damit die Chemnitzer auch im hohen Alter ihren Alltag selbst gestalten können, helfen im Wohnpark am Bernsdorfer Bad moderne Technologien: Antirutschstreifen unter der Dusche und vor dem Waschbecken sowie Badewannenlifte sorgen dafür, dass man sich im Badezimmer sicher fühlt. Bewegungsmelder an der Bettkante schalten eine Lampe ein. Das reduziert die Gefahr von Stürzen beim nächtlichen Aufstehen.

Es ist ein großes Glück, im Alter hier leben zu dürfen. Etwas Besseres konnte mir nicht passieren.

Marion Uhlig

Neben den technischen Hilfen macht aber auch das soziale Miteinander den Wohnpark so lebenswert. Thomas Feuerhack ist einer, der sich kümmert – um die Anlage, aber viel mehr noch um die Sorgen und Nöte der Bewohner. Feuerhack ist Hausmeister und Vertrauensperson – ein sozialer Hausmeister. Mit seinem Hund John Paul dreht er regelmäßig seine Runden im Wohnpark, schaut, ob es allen gut geht.

Thomas Feuerhack, sozialer Hausmeister im Wohnpark, hat immer ein offenes Ohr. Mit dabei: Mops John Paul. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Feuerhack koordiniert sämtliche Dienstleistungsangebote im Quartier. Dienstleistungen, die den Bewohnern das alltägliche Leben erleichtern, sind Teil des Wohnkonzeptes. Ob beim Einkaufen oder beim Arztbesuch – jede Hilfe kann individuell gestaltet werden. Wer beispielsweise Einkäufe selbst erledigen möchte, aber keine Sprudelkästen transportieren kann, nimmt nur diesen spezifischen Service in Anspruch. Mit steigendem Alter buchen die Seniorinnen und Senioren oft schrittweise weitere Dienstleistungen hinzu, zum Beispiel den Wäschedienst oder auch häusliche Pflege. Das Vorteil am Konzept: Die Seniorinnen und Senioren können jederzeit selbst darüber entscheiden, wie viel Hilfe sie sich wünschen.

Selbstbestimmt und zufrieden sein im Alter – im Wohnpark der Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft ist das möglich. Das Konzept des Modellprojekts „Chemnitz+“ ist aus dem Zusammenwirken von Forschung und Praxis erwachsen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Verbundprojekt noch bis zum Jahr 2018. Es gehört zu den Gewinnern des Wettbewerbes „Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen“.