Für junge Klimaschützer: Was wir für deine Zukunft tun

Vielleicht gehst auch du freitags bei einer der vielen Klima-Demos auf die Straße. Du fragst dich vielleicht: Was tut eigentlich das Forschungsministerium gegen den Klimawandel? Die Antwort ist: eine ganze Menge! Hier erklären wir es dir.

Auf der Erde wird es immer wärmer. Das nennen wir Klimawandel. Und der hat an vielen Orten auf der Welt wirklich schlimme Folgen. Da geht es nicht ums Rodeln oder um hitzefrei im Sommer, sondern ums Überleben. Für die Menschen, aber auch für Tiere und Pflanzen.

Wir möchten dir auf dieser Seite erklären, was es mit der Erwärmung der Erde auf sich hat. Du wirst etwas über die Folgen erfahren und was wir, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, dagegen unternehmen.

Damit die Sätze nicht zu lang werden, heißen wir im Folgenden einfach BMBF. Und noch eine Abkürzung ist wichtig: CO2. Das ist ein Gas, um das sich auf dieser Seite fast alles dreht. Die Abkürzung steht für Kohlenstoffdioxid, aber das musst du dir erst einmal nicht merken. Wichtig ist aber: CO2 ist der wichtigste Grund für den Klimawandel.

Wenn dich eine der Fragen interessiert, klicke einfach darauf. Es öffnet sich dann ein Feld mit der Erklärung. Viel Spaß!

Was ist der Klimawandel?

Wenn es mal ein paar Tage am Stück sehr warm oder kalt ist, hat das noch nichts mit Klima zu tun. Das ist einfach das Wetter. Unter Klima versteht man eher das durchschnittliche Wetter über einen langen Zeitraum, also mehrere Jahre. Wenn es also 30 Jahre lang in Folge immer wärmer oder kälter wird, kann man davon ausgehen, dass sich auch das Klima verändert hat und nicht nur das Wetter.

Genau das  erleben wir jetzt. Durch die Erwärmung tauen Gletscher und das Eis in der Arktis und Antarktis auf, wodurch bislang gefrorenes Wasser in die Ozeane gelangt. Dadurch steigt der Meeresspiegel, was Menschen und Tiere an den Küsten bedroht.

Die Forschenden gehen davon aus, dass es einen Zeitpunkt gibt, an dem sich die Erde auch ohne uns Menschen immer weiter erwärmt. Dann können wir den Klimawandel nicht mehr stoppen. Sie sprechen dabei von „Kipp-Punkten“. Noch ist der Punkt nicht erreicht, aber wenn wir nichts tun, könnte es schon in wenigen Jahren soweit sein.

Was sind die Folgen des Klimawandels?

Die Folgen treffen fast jeden Menschen, aber nicht jeden gleich schlimm. Bauern zum Beispiel leiden unter den immer häufigeren extremen Dürren. Wenn es zu wenig regnet, können sie weniger ernten, weil die Pflanzen schlechter wachsen. In vielen Ländern in Afrika wird das Wasser knapp, weil Seen und Brunnen austrocknen. Ganze Völker sind vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht, zum Beispiel in der Südsee. Dort gibt es Inseln, die nur wenige Zentimeter hoch sind. Sie könnten komplett überschwemmt werden, sollte der Meeresspiegel durch die Eisschmelze am Südpol oder auf Grönland noch weiter ansteigen.

Natürlich sind nicht nur die Menschen bedroht, den Tieren geht es teilweise noch schlimmer. Ihnen wird der natürliche Lebensraum weggenommen. Die Eisbären zum Beispiel finden oft keine Nahrung mehr, weil das Eis zu dünn geworden ist, um sie zu den besten Jagdstellen zu tragen. Bei uns in Deutschland könnten mehr Pflanzen wachsen, die du vielleicht aus dem Urlaub am Mittelmeer kennst – etwa Palmen. Die sind aber für unsere heimischen Insekten keine Nahrung.

Wie entsteht der Klimawandel?

Das Klima hat sich schon immer verändert. Im Laufe von Millionen von Jahren gab es schon einige Eiszeiten, denen wieder wärmere Phasen folgten. Aber: So schnell wie in den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Erde noch nie aufgeheizt. Die meisten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gehen davon aus, dass wir Menschen die Verursacher sind. Deshalb sprechen wir auch oft vom „menschengemachten Klimawandel“ – vielleicht hast du schon einmal davon gehört.

Aber wie schaffen wir Menschen es, dem Klima derart zu schaden? Vor allem über das Verbrennen von Kohle, Erdöl und Erdgas. Dabei entsteht ein ganz besonderes Gas: CO2. Wenn immer mehr CO2 in die Luft gepustet wird, heizt sich das Klima immer mehr auf. Das liegt daran, dass bestimmte Gase wie CO2 die Sonnenenergie, die normalerweise von der Erde wieder ins Weltall abgestrahlt wird, nicht passieren lassen und die Wärme in der Atmosphäre bleibt.

CO2 entweicht in die Luft, wenn wir zum Beispiel Benzin im Auto oder Flugzeug verbrennen, wenn große Wirtschaftsunternehmen ihre Fabriken betreiben oder auch bei der Herstellung von Strom aus Kohle. Auch unsere Ernährung ist ein wichtiger Punkt. Ein Schweineschnitzel zum Beispiel ist in der Herstellung klimaschädlicher als eine Kartoffel.

Müssen wir jetzt auf alles verzichten?

Nein, das wollen wir auch gar nicht. Viele Reisen können nicht abgesagt werden, und niemand will dir verbieten, ab und zu ein Schnitzel zu essen. Aber: Auch du kannst dich fragen, an welchen Stellen du CO2 einsparen kannst. Zum Beispiel, indem du mal mit dem Bus fährst, anstatt dich mit dem Auto bringen zu lassen.

Was macht das BMBF genau?

Viele Menschen sagen, die Regierung wolle jetzt alles Mögliche verbieten, damit die Menschen nicht mehr so viel CO2 ausstoßen. Dabei stimmt das gar nicht. Wir geben viele Millionen Euro aus, um neue Dinge zu erfinden, damit sich die Menschen möglichst wenig einschränken müssen.

Das BMBF hat die Aufgabe, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland eine gute Arbeit zu ermöglichen. Deshalb erhalten Sie von uns Geld, wenn sie eine gute Forschungsidee haben. So kann das BMBF steuern, welche Ideen weiterverfolgt werden und welche eher nicht.

Der Bereich, in dem wir momentan besonders viele Projekte fördern, ist der Klimaschutz. Wir wollen Wege erforschen lassen, wie wir viel weniger CO2 oder sogar keines ausstoßen können – und dabei trotzdem auf nicht allzu viel verzichten müssen. Deshalb fördern wir zum Beispiel die Erforschung von neuen Batterien, damit Autos in Zukunft mit Strom anstatt mit Benzin fahren.

Was wir alles fördern, erfährst du in den nächsten Klappboxen.

Energie

Strom kann auf verschiedenen Wegen gewonnen werden – auch klimafreundlich. Wenn du schon einmal an der Nordsee Urlaub gemacht hast, kennst du bestimmt die großen Windräder, die aus Wind Strom erzeugen. In Gegenden mit viel Sonnenschein gibt es Solarfarmen, große Flächen also, auf denen aus Sonnenenergie Strom gemacht wird.

Das Problem dabei ist nur: Der Wind weht nicht immer gleich, und auch die Sonne scheint nicht durchgehend. Mal wird also sehr viel Strom produziert, mal gar keiner. Die Menschen verbrauchen aber Strom, egal wie das Wetter ist. Das BMBF fördert deshalb verschiedene Projekte, die sich mit der Frage beschäftigen, wie der überschüssige Strom am besten eingesetzt oder gespeichert werden kann.

Gebäude

Bald kommt wieder der Winter, und deine Eltern werden die Heizung anmachen. Auch beim Heizen werden meistens Stoffe verbrannt (Gas, Öl, Kohle), die dabei CO2 freisetzen. Ein Haus mit einer dünnen Wand verliert dabei mehr Wärme an die Außenluft als ein Haus mit einer dicken, gedämmten Wand. Die Qualität der Wände entscheidet also, ob deine Wohnung viel oder wenig Energie für das Heizen benötigt. Etwa ein Drittel des gesamten Ausstoßes an CO2 in Deutschland stammt aus dem Energieverbrauch in Gebäuden!

Deshalb lässt das BMBF neue Wege erforschen, wie Gebäude und sogar ganze Städte möglichst schonend – man sagt auch effizient – mit der Energie umgehen. Das betrifft die Dämmung an Wänden, aber auch zum Beispiel Solarzellen auf den Dächern.

Verkehr

Hast du am Anfang der Seite auch als erstes an Autos und Flugzeuge gedacht, wenn es um Klimaschutz geht? Wenn ja: Dazu hattest du allen Grund! Denn im Verkehr wird besonders viel CO2 freigesetzt. Autos fahren mit Benzin oder Diesel, Flugzeuge fliegen mit Kerosin, Schiffe verbrauchen teilweise sogar das besonders schädliche Schweröl.

Das Problem ist: Diese Verkehrsmittel lassen sich nicht von heute auf morgen auf elektronische Antriebe umrüsten. Beim Auto geht das noch am ehesten – nicht umsonst fahren inzwischen schon Tausende E-Autos auf deutschen Straßen. Die Batterieforschung, die das BMBF bezahlt, ist deshalb besonders wichtig. Aber: Flugzeuge und große Schiffe werden noch lange Zeit mit Verbrennungsmotoren unterwegs sein.

Deshalb fördert das BMBF unter anderem die Erforschung von künstlichen, synthetischen Kraftstoffen. Diese werden aus erneuerbaren Energien wie Windstrom, Wasser und CO2 hergestellt.

Wirtschaft und Industrie

Deutschland ist ein reiches Land. Das verdanken wir auch den guten Ideen unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und unserer guten Wirtschaft. Unsere Unternehmen stellen Dinge her, die auf der ganzen Welt gefragt sind. Zum Beispiel Stahl. Das Problem ist nur: Auch bei der Produktion dieser Güter – und bei Stahl ganz besonders – fallen große Mengen an CO2 an.

Weil wir in Deutschland abhängig von der Leistung der Unternehmen sind, können wir das auch nicht so einfach ändern. Aber: Das BMBF gibt viel Geld für die Erforschung von Möglichkeiten aus, wie der Ausstoß an CO2 verhindert werden kann. Zum Beispiel lassen wir erforschen, wie CO2 nicht einfach in die Luft geblasen wird, sondern bei der Herstellung von anderen Produkten hilft. Es wird nicht ausgestoßen, sondern ersetzt Öl oder Erdgas als Kohlenstoffquelle der Chemieindustrie.

Landwirtschaft

Die Herstellung von Fleisch verursacht viel CO2. Damit wir trotzdem nicht darauf verzichten müssen, lässt das BMBF erforschen, wie sich Wälder und Böden rund um die Bauernhöfe dazu einsetzen lassen, CO2 wieder aufzunehmen. Das nennt man auch „Senkenfunktion“. Denn Bäume und Pflanzen nehmen CO2 aus der Luft auf. Das nennt man Photosynthese.

In anderen Projekten wird an Ideen gearbeitet, wie aus den Resten und dem Abfall der Landwirtschaft neue Energie gewonnen werden kann. Damit gelangt das CO2 gar nicht erst in die Luft und dient als Grundstoff für die Herstellung von hochwertigen Treib- und Kraftstoffen.

Das ist nur ein kleiner Teil der Ideen zum Klimaschutz, die wir vom BMBF fördern. Insgesamt geben wir in den kommenden Jahren mehr als 1 Milliarde  Euro für den Klimaschutz aus. Auf diese Zahl kommst du, wenn du 1000x1000x1000 rechnest – probiere doch mal aus, ob dein Taschenrechner so viele Stellen hat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren möchtest, schau einfach mal auf www.bmbf.de vorbei. Dort haben wir unter „Forschung for Future“ noch einmal ausführlicher und mit Fachbegriffen aufgeschrieben, was wir für das Klima tun.