Für mehr Wettbewerbsfähigkeit

Deutschland und Griechenland fördern Forschung und Innovation /
Rachel: „Bilaterale Kooperation ist gelebte europäische Solidarität"

Deutschland und Griechenland setzen ihre erfolgreiche Forschungs- und Innovationszusammenarbeit fort. Anfang März 2018 sind 17 gemeinsame Projekte angelaufen; weitere Projekte starten im April und im Mai. Beide Länder investieren jeweils bis zu neun Millionen Euro in die Vorhaben mit dreijähriger Laufzeit.

„Viel zu oft ist der Blick auf Griechenland noch durch die Finanzkrise geprägt. Die Forschungs- und Innovationszusammenarbeit zeigt jedoch: Hier wird europäische Solidarität gelebt – zum Nutzen beider Länder in einer Kooperation auf Augenhöhe,“ sagt der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel.

Die mit der BMBF-Förderung initiierten deutsch-griechischen Forschungskooperationen sollen später weitergeführt werden, etwa im EU-Forschungsrahmenprogramm und anderen europäischen Programmen. Das Themenspektrum der Projekte reicht von der Gesundheitsforschung über Bioökonomie, Energieforschung, Geistes- und Sozialwissenschaften, Materialforschung bis zu den Optischen Technologien.

In der Energieforschung entwickeln Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft Komponenten für solar-thermisch angetriebene Wärme- und Kältemaschinen, die ein effizientes Kühlen und Heizen von Gebäuden in der Industrie und in mobilen Anwendungen ermöglichen. Auch die Windkraft steht im Fokus: Ein Forschungsteam schafft wissenschaftliche und technologische Grundlagen für horizontale Kleinwindkraftanlagen, die den Energieertrag erhöhen.

In der Materialforschung wird unter anderem ein Projekt zur verbesserten Entsalzung von Meerwasser gefördert. Da Millionen Menschen weltweit keinen oder nur einen schlechten Zugang zu sauberem Wasser haben, soll mithilfe einer membranbasierten Technologie ein umweltfreundlicher Entsalzungsprozess mit niedrigen Kosten und geringem Energieverbrauch entwickelt werden.

In den Geistes- und Sozialwissenschaften analysieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem die Bedingungen für erfolgreiche Innovationen in Deutschland und Griechenland. Dies erfolgt zum einen mit Blick auf die Möglichkeiten und Barrieren für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen und zum anderen mit Partnern aus Kommunalverwaltung und der Zivilgesellschaft unter Berücksichtigung des jeweiligen Innovationsklimas.

Projektteams in der Bioökonomie beschäftigen sich beispielsweise mit der Entwicklung eines umweltfreundlichen und ungiftigen Agrartextils, das Pflanzen aktiv gegen Insekten-Schädlinge schützt. Die optimierte Wassernutzung und der Düngemittelverbrauch in Gewächshaussystemen sollen die Umwelt weniger belasten.

In einem Projekt aus den Optischen Technologien arbeiten deutsche und griechische Partner an der Realisierung einer automatisierten Schadenserkennung bei Kraftfahrzeugen. Mit Hilfe optischer Sensorik und 3D-Rekonstruktion soll es möglich sein, Karosserieschäden am bewegten Fahrzeug zu erkennen und zu klassifizieren.

In den Vorhaben der Gesundheitsforschung geht es um innovative Ansätze zu von Tieren auf Menschen übertragbaren Infektionskrankheiten, so um die Diagnose und epidemiologische Überwachung der menschlichen Brucellose oder um die Etablierung eines „Frühwarnsystems für stechmückenübertragene Krankheiten“.

Das deutsch-griechische Forschungs- und Innovationsprogramm wurde 2013 erstmalig aufgelegt. Es ist das einzige bilaterale themenübergreifende Forschungsprogramm, das Deutschland mit einem anderen EU-Mitgliedstaat umsetzt. Die hohe Qualität der Projekte war ein maßgeblicher Grund für die Neuauflage, die Staatssekretär Thomas Rachel und der griechische stellvertretende Minister für Forschung, Costas Fotakis, in Athen vereinbart hatten.