G20-Treffen der Wissenschaftsminister in Peking

In Peking haben sich erstmals die Wissenschafts-, Technologie- und Innovationsminister der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) getroffen. Deutschland wurde von Forschungsstaatsekretär Georg Schütte vertreten.

Vier Themen standen bei dem Treffen in Peking im Mittelpunkt: "Innovationspolitik und -Praxis", "Innovation und Unternehmertum", "Schwerpunkte internationaler Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Innovation" sowie "Humankapital und innovative Talente". Ziel des Treffens war es, jene Beschlüsse im Blick auf diese vier Schwerpunktthemen weiter zu entwickeln, die die Staats- und Regierungschefs bei ihrem Treffen im September in Hangzhou getroffen haben.

Innovationspolitik und Unternehmertum

Wissenschaft und Forschung

Das erste Treffen der G20 Wissenschafts-, Technologie- und Innovationsminister knüpfte an den in diesem Jahr unter chinesischem Vorsitz gehaltenen Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Hangzhou an. In Hangzhou bekannten sich die G20 im September in ihrer Abschlusserklärung zur fokussierten Entwicklung einer innovativen, starken, vernetzten und inklusiven Weltwirtschaft. Die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung zur Erreichung dieser Ziele wurde explizit betont und in dem ebenfalls gemeinsam verabschiedeten „Blueprint on Innovative Growth“, dem „G20 Innovation Action Plan“ sowie dem „G20 Action Plan on the 2030 Agenda for Sustainable Development“ konkretisiert.

Gerade Deutschland kann dabei auf langfristige Erfahrung sowie gute Ergebnisse bauen. Denn durch die kontinuierliche und intensive Abstimmung mit allen relevanten Innovationsakteuren des Landes übernimmt Deutschland bei der strategischen Weiterentwicklung innovationspolitischer Instrumente eine Vorreiterrolle innerhalb der G20.

Mit dem Zehn-Punkte-Programm „Vorfahrt für den Mittelstand“ zielt das Bundesforschungsministerium zudem darauf ab, klein- und mittelständische Unternehmen auch in Zukunft zu eigenen Innovationsanstrengungen zu ermuntern und damit als Kern des deutschen Wirtschaftsmodells zu erhalten.

Forschungskooperationen und internationale Fachkräfte

Internationale Kooperationen werden vom Bundesbildungsministerium intensiv gefördert: So unterstützt Deutschland die Zusammenarbeit in der Grundlagenforschung - Beispiele dafür sind das Großforschungsprojekt CERN ebenso wie das deutsche Forschungsschiff Sonne.

Nicht zuletzt verfügt Deutschland nach Angaben der OECD über einen der liberalsten rechtlichen Rahmen in Bezug auf Zuwanderung, Aufenthalt und Beschäftigungsaufnahme internationaler Fachkräfte und Absolventen. Der anhaltende Erfolg und die kontinuierliche Weiterentwicklung zahlreicher deutscher Programme zur Unterstützung des Austauschs von Wissenschaftlern mit Deutschland belegen die hohe Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Deutschland.

Die G20

In der „Gruppe der Zwanzig“ treffen sich jährlich die Staats- und Regierungschefs der 20 bedeutendsten Wirtschaftsnationen der Welt zu einem informellen Austausch. Diese Staaten tragen zusammen mehr als 90 Prozent zum globalen Bruttosozialprodukt (BSP) bei, mehr als 80 Prozent zum globalen Investitionsvolumen und etwa 70 Prozent zu den weltweiten Patentanmeldungen. Zu drängenden globalen Problemen fassen die G20 unter jährlich wechselndem Vorsitz informelle Beschlüsse, die wichtige Impulse für politisches Handeln setzen.