G7-Wissenschaftsminister kommen in Turin zusammen

Industrie 4.0, Qualifizierung von Arbeitskräften für Forschung und Innovation und Rolle der Forschung für Zukunftstechnologien sind zentrale Themen

Bundesforschungsministerin Wanka nimmt heute und morgen an der fünften Konferenz der G7-Wissenschaftsminister in Turin teil. Themenschwerpunkt ist die Digitalisierung der Produktion (Industrie 4.0) und die damit einhergehenden technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen.

In den Diskussionen werden sich die Wissenschaftsminister mit drei Themenfeldern befassen.  Dazu gehört erstens die Frage, wie Nachwuchsforscherinnen und –forscher besser auf Veränderungen in der Arbeitswelt durch die zunehmende Digitalisierung vorbereitet werden können. Zweitens, welche Rolle die Wissenschaft bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien und ihrer Verwendung in der Gesellschaft spielt, damit alle Bevölkerungsschichten Anteil an neuen Entwicklungen und Dienstleistungen haben. Dazu gehört auch die Frage der Finanzierung von Innovationen, damit eine gerechte Kostenverteilung zwischen Staat und Wirtschaft erreicht werden kann. Die Hightech-Strategie, mit der Deutschland auf eine stärkere Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft setzt und einen erweiterten Innovationsbegriff vorlegt, wird hier ein Anknüpfungspunkt von deutscher Seite sein, ebenso wie das Zehn-Punkte-Programm "Vorfahrt für den Mittelstand", mit dem die Forschungs- und Innovationsanstrengungen des Mittelstands unterstützt werden. Drittens, wie die Zusammenarbeit der großen Forschungsinfrastrukturen besser organisiert werden kann und die dort produzierten Daten besser allen zugänglich gemacht werden können. Die Entwicklung einer  European Science Cloud und die Einigung auf Prinzipien für einen offenen Datenaustausch sind Maßnahmen, die hier erörtert werden.

Ergänzend werden in Arbeitsgruppen Themen weiterentwickelt, die bereits unter der deutschen G7-Präsidentschaft im Jahr 2015 initiiert wurden, wie die Zukunft der Meere und Ozeane, armutsbedingte und vernachlässigte Tropenkrankheiten sowie saubere Energie.

Das Treffen der G7-Wissenschaftsminister wie auch der Arbeits- und Wirtschaftsminister findet während einer Innovationswoche statt, die der Gastgeber Italien ausrichtet. In dieser Woche kommt auch der G7-Beirat zu Innovation (I-7) zusammen, der im Mai 2017 während des G7-Gipfels in Taormina als Maßnahme des G7-Aktionsplans für Innovation, Kompetenzen und Arbeit beschlossen worden war.

In der "Gruppe der Sieben" (G7) treffen sich jährlich die bedeutendsten Industrienationen der Welt zu einem informellen Austausch. Die Gruppe besteht aus Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, dem Vereinigten Königreich sowie den Vereinigten Staaten. Die Europäische Union wurde 1977 erstmals zu einem G7 Gipfel eingeladen, und der Präsident der Europäischen Kommission hat an allen Sitzungen seit 1981 teilgenommen.

Ende des Jahres übergibt Italien den G7- Vorsitz an Kanada.