G7-Wissenschaftsministertreffen in Japan 2016

Die Wissenschaftsminister der G7-Staaten trafen sich vom 15. bis 17. Mai 2016 im japanischen Tsukuba. Es war das vierte Treffen der Wissenschaftsminister seit dem Jahr 2008.

Der Kampf gegen armutsbedingte Krankheiten in Entwicklungsländern, die Zukunft der Meere und Ozeane, die Gleichberechtigung von Frauen und der Klimawandel – das sind die Herausforderungen, denen sich die G7-Staaten stellen wollen. Um über ein gemeinsames Vorgehen zu beraten, trafen sich die G7-Wissenschafstminister in Japan. Dabei bauten sie auf den Erfolgen des G7-Wissenschaftsministertreffens im Oktober 2015 in Berlin auf. Dort hatten sich die Minister der G7 bereits über gemeinsamen Forschungsanstrengungen verständigt. Die wichtigsten Themen des G7-Wissenschaftsministertreffens im japanischen Tsukuba waren:

Alternde Gesellschaft

Wir werden immer älter. Damit ältere Menschen so lange wie möglich ein gesundes und selbstbestimmtes Leben führen können, sind Prävention und Versorgung entscheidend. Um die internationale Erforschung von Volkskrankheiten wie Demenz, Krebs und Diabetes noch besser zu unterstützen, beraten die G7-Wissenschaftsminister in Japan über gemeinsame Forschungsinitiativen.

Armutsbedingte und vernachlässigte Krankheiten

Mehr als eine Milliarde Menschen leiden an vernachlässigten und armutsbegünstigten Krankheiten wie Tuberkulose, Malaria oder Ebola. Der Kampf gegen diese Krankheiten war daher bereits ein Schwerpunkt des G7-Wissenschaftsministertreffens in Berlin im vergangenen Jahr. In Japan soll nun weiter darüber beraten werden, wie die globale Forschung zu armutsbedingten und vernachlässigten Krankheiten noch besser vernetzt und gebündelt werden kann.

Gleichberechtigung der Frauen

In vielen Ländern der Erde haben Frauen noch immer nicht dieselben Rechte wie Männer – das gilt auch für die Wissenschaft. Weltweit sind weibliche Ingenieurinnen und Wissenschaftlerinnen noch immer in der Unterzahl. Damit in Zukunft noch mehr Frauen ihren Weg in der Wissenschaft erfolgreich gehen können und zu „Global Leaders“ werden, ist Gleichberechtigung ein Thema des japanischen G7-Gipfels.

Zukunft der Meere und Ozeane

Unsere Meere und Ozeane sind der größte Lebensraum der Erde und bieten unzähligen Arten eine Heimat. Doch der Klimawandel, die Versauerung und die große Menge an Plastikmüll bedrohen die Gesundheit der maritimen Ökosysteme. Die Zukunft der Meere und Ozeane war bereits ein Thema des G7-Wissenachaftsministertreffens 2015 in Berlin. Hieran anknüpfend wollen die G7-Wissenschaftsminister in Japan über das internationale Vorgehen beraten. Denn es bedarf interdisziplinärer Forschung, um die Menge an Plastikmüll im Meer durch besseres Abfallmanagement und innovative Recycling-Technologien zu verringern.

Saubere Energie

Sauber, sicher und bezahlbar – das ist die Energie der Zukunft. Um dieses Ziel zu verwirklichen, muss der Ausstoß an Kohlendioxid in die Atmosphäre reduziert und die Erneuerbaren Energien gezielt gefördert werden. Bereits im vergangenen Jahr in Berlin hatten sich die G7-Wissenschaftsminister darauf verständigt, dass es stärkerer gemeinsamer Forschungsanstrengungen bedarf, um die Energieversorgung sauberer, effizienter und umweltfreundlicher zu machen. In Japan soll nun im Anschluss an G7-Treffen in Deutschland weiter über eine transparente Energieforschung beraten werden.

Das Treffen der Wissenschaftsminister fand zum vierten Mal statt. Wie die internationalen Forschungsaktivitäten noch besser koordiniert werden können, war bereits die zentrale Frage beim ersten Treffen der Wissenschaftsressorts im Juni 2008 im japanischen Okinawa. Im Juni 2013 folgte ein weiteres Treffen in London – beide Male allerdings noch in der Konstellation der G8. Das jüngste Treffen fand im Oktober 2015 in Berlin statt.

In der „Gruppe der Sieben“ (G7) treffen sich jährlich die bedeutendsten Industrienationen der Welt zu einem informellen Austausch. Die Gruppe besteht aus Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.