Gebündelte Expertise für globale Gesundheit

Am 1. Februar 2020 bringt das Bundesforschungsministerium die „Vernetzungsplattform Forschung für Globale Gesundheit“ an den Start. Die gebündelte Forschungsexpertise aus ganz Deutschland soll helfen, weltweite Gesundheitsprobleme zu lösen.

Das BMBF leistet mit der Vernetzungsplattform einen Beitrag zur Stärkung der Gesundheit weltweit © Getty Images / SolStock

Vernachlässigte Tropenkrankheiten und Antibiotikaresistenzen, aber auch psychische Erkrankungen und Diabetes – weltweite Herausforderungen im Gesundheitsbereich können am effektivsten über kooperativ ausgerichtete Forschungsansätze angegangen werden. Ein solcher Ansatz ist die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte „Vernetzungsplattform Forschung für Globale Gesundheit“ (German Alliance for Global Health Research).

Eine Plattform, die den Austausch und den Nachwuchs fördert

In der Plattform werden Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit Expertise in der globalen Gesundheitsforschung disziplin- und standortübergreifend in Deutschland zusammenarbeiten. Die dort vertretenen Forschenden erhalten Unterstützung bei der Entwicklung innovativer Ideen; neue Schnittstellen zwischen Disziplinen und Forschungsthemen werden geschaffen, und der Transfer von Forschungsergebnissen in Politik und Praxis wird beschleunigt.

Um Ergebnisse aus der globalen Gesundheitsforschung besser bekannt zu machen, werden über die Plattform beispielsweise regelmäßige Veranstaltungen zum wissenschaftlichen Austausch organisiert. Zudem können die Beteiligten Pilotprojekte anstoßen, um dringende Fragen der globalen Gesundheit gemeinsam zu lösen. Ein weiteres Ziel der Plattform ist die Förderung von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern. Unter anderem erhalten wissenschaftliche Nachwuchskräfte über die Plattform Zugang zu Qualifizierungsangeboten. So wird die globale Gesundheitsforschung in Deutschland nachhaltig gestärkt.

Ein Beitrag, um die Gesundheit weltweit zu stärken

Das BMBF leistet mit der Vernetzungsplattform einen Beitrag zur Stärkung der Gesundheit weltweit und damit auch zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, unter denen die Gesundheit neben der Bekämpfung von Armut und Hunger einen wichtigen Rang einnimmt.

Die Plattform steht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland mit Expertise zu globalen Gesundheitsfragen offen. Sie wird durch einen interdisziplinären Expertenkreis geleitet und eine Geschäftsstelle an der Berliner Charité koordiniert. „In Deutschland forschen exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu ganz unterschiedlichen Aspekten globaler Gesundheitsfragen. Um die Probleme der Zukunft zu lösen, müssen wir Brücken zwischen den Fachdisziplinen schlagen“, erklärt dazu Professor Christian Drosten, der an der Erstellung des Antrags beteiligt war. „Neben dem medizinischen Fachwissen ist es auch wichtig zu verstehen, warum Menschen bestimmte Gesundheitsentscheidungen treffen, wie beispielsweise die Inanspruchnahme von Impfungen, oder wie die verschiedenen Akteure im Gesundheitssystem kooperieren. Nur so können wir die komplexen Herausforderungen in der globalen Gesundheit meistern.“

Vernetzungsplattform Forschung für Globale Gesundheit

Das BMBF fördert die „Vernetzungsplattform Forschung für Globale Gesundheit“ („German Alliance for Global Health Research“) von 2020 bis 2026 mit mehr als 3 Millionen Euro. Darüber hinaus stellt das Ministerium Gelder für innovative und interdisziplinäre Pilot- bzw. Querschnittsprojekte der Plattform-Mitglieder und ihrer Partner zur Verfügung. Die Plattform soll die wissenschaftliche Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene und den Austausch mit relevanten gesellschaftlichen Gruppen zur Forschung zur globalen Gesundheit fördern sowie Nachwuchswissenschaftler in der globalen Gesundheitsforschung unterstützen.