Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften gestärkt

Unabhängige Experten evaluieren BMBF-Förderung / Wanka: "Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sind unverzichtbar für Verständnis der Gegenwart"

Überreichung des Berichts; v.l.: Cornelia Quennet-Thielen (Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung), Otfried Jarren (Universität Zürich), Sibylle Baumbach (Universität Innsbruck), Steffen Mau (Humboldt-Universität Berlin), Sönke Neitzel (Universität Potsdam) sowie Dagmar Simon (Leiterin der Geschäftsstelle Eva Consult) © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die Forschung in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften besitzt in Deutschland eine lange Tradition von Weltruf. Um diese Forschung auch im wachsenden internationalen Wettbewerb weiter zu stärken und auf aktuelle Anforderungen auszurichten, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vor fünf Jahren erstmals ein Rahmenprogramm "Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften" aufgelegt, das die Schwerpunkte und Ziele der Forschungsförderung festlegt. Mit Erfolg, wie jetzt eine unabhängige Expertengruppe um Professor Otfried Jarren von der Universität Zürich festgestellt hat. Ein Jahr lang haben Jarren und weitere hochrangige Experten das Rahmenprogramm evaluiert. Das BMBF habe mit seiner Förderung maßgeblich dazu beigetragen, die Sichtbarkeit und Anerkennung der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften im deutschen wie auch im internationalen Wissenschaftssystem zu erhöhen, so die Experten.

"Angesichts aktueller Herausforderungen einer globalisierten Welt mit ihrer kulturellen Vielfalt sind die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften deutlicher gefragt denn je. Sie liefern einen unverzichtbaren Beitrag für das Verständnis der gesellschaftlichen Gegenwart in Deutschland, Europa und weltweit, arbeiten an der Erschließung und Bewahrung des kulturellen Erbes mit und tragen zur Wertschätzung und Verwirklichung von Vielfalt und Zusammenhalt bei", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka anlässlich der Übergabe des Evaluationsberichts. "Die Ergebnisse der Evaluation werden nun auch in die Vorbereitung und Konzeption eines nachfolgenden Rahmenprogramms für die Geistes- und Sozialwissenschaften einfließen."

Staatssekretärin Quennet-Thielen neben Otfried Jarren
Staatssekretärin Quennet-Thielen neben Otfried Jarren © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Das BMBF hat über sein Rahmenprogramm beispielsweise gezielt internationale Forschungskooperationen, die Gründung von Netzwerken und Zentren oder Programme für Nachwuchsforscher gefördert, um die Internationalisierung, Vernetzung und den Wissenstransfer in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften anzuregen. Die inhaltliche Bandbreite der Förderungen reicht von Projekten zur Erschließung universitärer Sammlungen und der Einrichtung von Zentren für Islamische Theologie über die Gründung der internationalen Forschungskollegs "Maria Sibylle Merian" bis hin zur Förderung der "Digital Humanities" und dem Aufbau innovativer Informationsinfrastrukturen.

Ziel der Evaluation war es, die Wirksamkeit und Umsetzung des Rahmenprogramms sowie die Passgenauigkeit der Förderinstrumente zu überprüfen. Insgesamt hat das Rahmenprogramm laut Evaluation die Attraktivität des Forschungsstandortes Deutschland im internationalen Kontext stark erhöht. Das BMBF habe interdisziplinär angelegte thematische Schwerpunkte gesetzt, wissenschaftliche Communities gestärkt sowie die  Internationalisierung der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften vorangetrieben. Im Bereich Strukturbildung werden die Käte Hamburger Kollegs, die Regionalstudien-Zentren und die Förderlinien Kulturelles Erbe als besonders erfolgreich hervorgehoben. Zudem hat die interdisziplinäre Verbundforschung durch das Rahmenprogramm eine deutliche Stärkung erfahren.

Die Expertengruppe bestand aus Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher fachlicher Bereiche der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften:

  • Prof. Dr. Otfried Jarren (Universität Zürich) – Vorsitz
  • Prof. Dr. Sibylle Baumbach (Universität Innsbruck)
  • Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf (Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • Prof. Dr. Steffen Mau (Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Prof. Dr. Barbara Mittler (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)
  • Prof. Dr. Sönke Neitzel (Universität Potsdam)