Geisteswissenschaften aus afrikanisch-deutscher Sicht

Mit Partnerland in Subsahara-Afrika will das BMBF geisteswissenschaftliche Forschung fördern / Wanka: "Wollen langfristige Zusammenarbeit aufbauen"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will gemeinsam mit einem Partnerland in Subsahara-Afrika geistes- und sozialwissenschaftliche Spitzenforschung fördern. Dazu soll in dieser Region das weltweit dritte "Merian Centre for Advanced Studies" im außereuropäischen Ausland eingerichtet werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland sollen gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus einem afrikanischen Partnerland ein Forschungskolleg zu einem Thema ihrer Wahl konzipieren und aufbauen.

 "Deutschland und Afrika arbeiten in Bildung und Forschung enger denn je zusammen. Die Länder Afrikas sind heute für uns gleichberechtigte Partner in vielen Projekten. Auch das neue Merian Centre ermöglicht Forschungspartnerschaften auf Augenhöhe. Wir wollen mit Partnern in Afrika den Aufbau einer langfristigen Zusammenarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften unterstützen", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

Durch das Kooperationsprojekt sollen sich Forscherinnen und Forscher eng vernetzen und langfristige Verbindungen zwischen deutschen Hochschulen oder Forschungsinstituten und Einrichtungen des Partnerlandes geschaffen werden. Das Vorhaben ist den Zielen der Afrika-Strategie des BMBF verpflichtet und bildet einen weiteren Baustein in der Kooperation mit Subsahara-Afrika.

Die Förderung eines "Maria Sibylla Merian International Centre for Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences" ermöglicht es, Themen in einer Forschergruppe aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven an einem Standort im Ausland zu bearbeiten. Diese Form der Zusammenarbeit eröffnet neue Sichtweisen auf Forschungsfragen und Methoden. Den Kern des Kollegs bildet eine Forschergruppe, die sich aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland und dem Partnerland zusammensetzt. Sie lädt regelmäßig Fellows mit höchster fachlicher Expertise ans Maria Sibylla Merian Centre ein.

Die Vorbereitungen für das erste Merian Centre haben im Juli 2015 begonnen: Der Aufbau des "M. S. Merian – R. Tagore Centre for Advanced Studies" in Delhi. Die Max Weber Stiftung/Deutsches Historisches Institut London, die Universitäten Erfurt, Göttingen und Würzburg werden zusammen mit dem Institute of Economic Growth, dem Centre for the Study of Developing Societies, beide in Delhi, und dem Centre for Social Science Studies in Kalkutta über das Thema "Metamorphosen des Politischen. Vergleichende Perspektiven auf das Lange 20. Jahrhundert" forschen. Derzeit läuft die Auswahl für ein zweites Merian Centre, das zu Beginn des kommenden Jahres in der Region Lateinamerika und der Karibik etabliert werden soll. Das nun ausgeschriebene Merian Center in Subsahara-Afrika wird somit das dritte dieser Art sein. Dafür können deutsche Universitäten und außeruniversitäre Einrichtungen nun Anträge für eine erste Förderphase einreichen, in der das Centre in einem Land Subsahara-Afrikas geplant und vorbereitet werden soll. Im Falle einer erfolgreichen Evaluation des Projekts soll die Forschung am Centre nach zwei bis drei Jahren in einer Hauptphase fortgesetzt werden.

 Weitere Informationen unter:

https://www.bmbf.de/de/orte-und-freiraeume-fuer-forschung-743.html

https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1234.html

https://www.bmbf.de/de/afrika-strategie-des-bundesbildungsministeriums-2014-2018-310.html