Gemeinsam forschen gegen die Sepsis

Blutvergiftungen können oft tödlich verlaufen. Sepsisforschung ist darum besonders wichtig - und wird vom Behandlungszentrum CSCC in Jena erfolgreich betrieben. Das Bundesforschungsministerium fördert die Arbeit der Wissenschaftler intensiv.

Sepsis ist auch bekannt als Blutvergiftung. Das Gefährliche an ihr: Wenn sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt wird, kann es zu einem septischen Schock kommen. Oft schädigt dann die körpereigene Abwehr gesundes Gewebe oder sogar ganze Organe. Noch stirbt jeder Dritte, der an schwerer Sepsis erkrankt ist. Die Überlebenden leiden oft ein Leben lang an den Folgen. Das Bundesforschungsministerium unterstützt deshalb Projekte und Initiativen, die Sepsis und deren Folgen erforschen.

Blick in eine Intensivstation: Die lebenswichtigen Körperfunktionen von Patienten mit schwerer Sepsis müssen fortwährend überwacht werden.
Blick in eine Intensivstation: Die lebenswichtigen Körperfunktionen von Patienten mit schwerer Sepsis müssen fortwährend überwacht werden. © Anna Schroll, Universitätsklinik JenaTimur Emek

Lebenswichtige Organe vor Schäden schützen

In Jena hat das integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum zu Sepsis, das Center for Sepsis Control and Care (CSCC), besonders den klinischen Alltag im Blick: Wie können komplizierte Infektionen möglichst schnell erkannt werden, bevor sie sich im Körper ausbreiten? Welche Blutwerte können den Verlauf einer Behandlung voraussagen? Und: Wie können Langzeitschäden, die eine Sepsis oft nach sich zieht, minimiert werden?

Die Jenaer Forscherinnen und Forscher haben beispielsweise eine erfolgversprechende Methode entwickelt, mit der sie lebenswichtige Organe während eines septischen Schocks gezielt vor weiteren Schäden schützen können. Möglicherweise ist eine solche Behandlung zukünftig auch auf andere Krankheiten übertragbar.

CSCC baut Forschung aus

Dem CSCC ist es seit seinem Projektbeginn im Jahr 2010 gelungen, wesentliche Infrastrukturen für hochqualitative klinische Forschung auf- und auszubauen. Dabei konnte es sich als weltweit sichtbares Sepsis-Zentrum etablieren.

Darüber hinaus fördert das CSCC den wissenschaftlichen Nachwuchs. Junge Forscherinnen und Forscher werden unter anderem durch Stipendien, Mentoring-Programme und ein strukturiertes Graduiertenprogramm unterstützt.

Bundesforschungsministerium verlängert Förderung

Die fachübergreifende Zusammenarbeit in Forschung und Klinik, der engagierte Einsatz aller beteiligten Forscherinnen und Forscher und die attraktive Forschungsatmosphäre, die Experten aus aller Welt anzieht, hat auch das internationale Begutachtungskomittee beeindruckt. Seit August 2015 fördert das Bundesforschungsministerium das CSCC für weitere fünf Jahre.

Seit dem Jahr 2008 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung insgesamt acht Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren (IFB) in Deutschland mit jeweils maximal fünf Millionen Euro pro Jahr. Jedes der Zentren hat dabei einen anderen thematischen Schwerpunkt.

Die IFB sind Modellzentren, die Forschung und Patientenversorgung, Grundlagenforschung und klinische Forschung miteinander vereinen. Das Ziel: Ergebnisse aus der Forschung sollen schneller in der Klinik angewandt werden können.