Gemeinsam für ein innovatives und nachhaltiges Europa

Europa soll bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein. Beim „European Forum on Science & Education for Sustainability" in Berlin wurde der Weg zu mehr Nachhaltigkeit diskutiert. Die Ergebnisse sollen neue Impulse für die EU-Forschungspolitik liefern.

Anja Karliczek beim „European Forum on Science & Education for Sustainability 2020“: „Wir wollen Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent machen“.
Anja Karliczek beim „European Forum on Science & Education for Sustainability 2020“: „Wir wollen Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent machen“. © Florian Gaertner/photothek.net

Damit ein klimaneutrales Europa bis 2050 möglich wird, müssen wir durch Bildung und Forschung Klimaschutz-Innovationen und die Energiewende europaweit vorantreiben. Dafür spielt auch Grüner Wasserstoff eine entscheidende Rolle. Deutschland will gemeinsam mit der Europäischen Kommission eine europäische Wasserstoffunion auf den Weg bringen. Grüner Wasserstoff wird es uns ermöglichen, erneuerbare Energien in die Industrie, die Wärmeversorgung und den Verkehr zu bringen.

Das BMBF investiert in den kommenden Jahren allein in die Forschung für den Klimaschutz 300 Millionen Euro.

Außerdem sind die Bewahrung der Artenvielfalt, der Schutz der Umwelt und des sozialen Zusammenhalts existenzielle Herausforderungen – weltweit und für alle Europäerinnen und Europäer. Die Anstrengungen des BMBF in der Projektförderung für Nachhaltigkeit, Klima und Energie umfassen daher unter anderem Forschung zu Biodiversität, sauberen Ozeanen oder Kreislaufwirtschaft.

Trio-Präsidentschaft setzt sich für Bildung und Forschung für Nachhaltigkeit ein

Nach Deutschland werden im Jahr 2021 zunächst Portugal und anschließend Slowenien die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Gemeinsam bilden die drei Länder die sogenannte Trio-Präsidentschaft. Die im Trio angestoßene Citizen-Science Kampagne „Plastic Pirates Go Europe!“ fördert das Engagement von Jugendlichen in Europa und verbindet so Bildung und Forschung. Gemeinsam werden Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Portugal und Slowenien Daten erheben, die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dieser drei Länder ausgewertet werden. So erhalten wir Auskunft über den Zustand der Flüsse und tragen gleichzeitig zu Umweltbildung bei. Es ist das erste Mal, dass es eine solche übergreifende, gemeinsame Trio-Aktivität gibt.

European Forum on Science & Education for Sustainability (#EFSES2020)

Mit dem englischsprachigen „European Forum on Science & Education for Sustainability" (#EFSES2020) richtete das BMBF zum ersten Mal eine europäische Konferenz zu Nachhaltigkeit aus, die zugleich Forschungs- und Bildungsthemen adressiert. Das Motto: „From Ambition to Action – Together for an Innovative and Sustainable Europe". Die Konferenz fand digital als Teil der deutschen EU-Ratspräsidentschaft statt und wurde live aus Berlin übertragen.

In zwei Gesprächsrunden wurde diskutiert, wie sich nachhaltige Innovationen schneller in die Breite tragen lassen und wie man Bürgerinnen und Bürger bei den anstehenden Veränderungen mitnehmen kann.

  • Wie können wir nachhaltige Innovationen skalieren?
  • Wie können Verhaltensänderungen zu einem nachhaltigen Europa führen?

An der Diskussion beteiligen sich unter anderem die ehemalige EU-Kommissarin für Klima, Connie Hedegaard, Saori Dubourg, Mitglied des Vorstands der BASF SE, der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Johan Rockström und Daniella Tilbury, Kommissarin für nachhaltige Entwicklung und zukünftige Generationen der Regierung von Gibraltar.

Weitere Höhepunkte waren die Videobotschaft des Astronauten Alexander Gerst an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie der Bericht von Torsten Kanzow vom Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Fahrtleiter des 3. Fahrtabschnitts der größten Arktis-Expedition aller Zeiten, der MOSAiC-Expedition.

In den vier Workshops am Nachmittag der Konferenz erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Vorschläge für ein Konferenzpapier, wie die Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) in den europäischen Programmen Horizont Europa und Erasmus+ verbessert werden kann.

  1. Europa klimaneutral machen
  2. Ungleichheiten rückgängig machen
  3. Bildung in Richtung Nachhaltigkeit bewegen
  4. Kreislaufwirtschaft für die SDGs

Dadurch kommt der Konferenz auch für die Europäische Kommission eine hohe Bedeutung zu. Entsprechend gab Jean-Eric Paquet, Generaldirektor für Forschung und Innovation (RTD) der Kommission, einen Impuls zur Einstimmung auf die Workshops.

Portugal wird mit der "Coimbra Sustainability Conference 2021" das Thema des nachhaltigen Europas in seiner Ratspräsidentschaft ab Januar 2021 weiterführen. Entsprechend gab Prof. Helena Pereira, Präsidentin der portugiesischen Fundação para a Ciência e a Tecnologia, am Ende der Veranstaltung einen Ausblick auf die Aktivitäten der portugiesischen Ratspräsidentschaft zu Forschung und Bildung für Nachhaltigkeit.

Konferenzpapier „From Ambition to Action: Enhancing the Impact of Science, Innovation and Education for an Innovative and Sustainable Europe“

Die Ergebnisse der Konferenz werden neue Impulse für die europäischen Programme Horizont Europa und Erasmus+ liefern und in einem Konferenzpapier zusammengefasst, das bis Ende des Jahres hier verfügbar sein wird.