Genom-Editierung: Wo wollen wir gemeinsam hin?

Dialogkonferenz zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten von gezielten Eingriffen ins Genom

Veronika von Messling, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, eröffnete die Tagung zur Genom-Editierung in Berlin. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) steht heute das Thema: „Genom-Editierung – (fast) natürlich? Die Genschere im gesellschaftlichen Diskurs“ im Fokus. Expertinnen und Experten diskutieren gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Studierenden, interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern aus der Politik.

Mit der Genom-Editierung sind viele Hoffnungen, aber auch drängende Fragen verbunden: Wann darf ein solcher Eingriff das erste Mal am Menschen getestet werden? Wie gehen wir mit Veränderungen des Erbguts um, die vererblich sind und sich auch auf nachkommende Generationen auswirken könnten? Wie „natürlich“ sind mittels Genschere veränderte Pflanzen und was bedeutet „Natürlichkeit“ überhaupt in der modernen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion?

Dazu erklärt Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF:

„Die Genom-Editierung ermöglicht gezielte Veränderungen des Erbguts: Informationen können eingefügt, umgeschrieben oder gelöscht werden – eine wissenschaftliche Revolution. Ob und wie wir diese Möglichkeiten verantwortungsvoll nutzen wollen, müssen wir sehr sorgfältig abwägen. Ich freue mich sehr, dass sich auch zahlreiche Schülerinnen, Schüler und Studierende auf der heutigen Konferenz in die Debatte einbringen – denn diese Zukunftsfragen sind für junge Menschen von besonderer Tragweite.“

Im BMBF diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen des Förderschwerpunkts zu den ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten der Lebenswissenschaften (ELSA) die Ergebnisse ihrer Arbeiten zum Thema Genom-Editierung. An den entsprechenden Workshops nehmen Vertreterinnen und Vertreter aus der Gesellschaft, der Politik und der Wissenschaft teil, sodass vielfältige Standpunkte in die Diskussion einfließen können.

Die Ergebnisse der Förderung sollen als Grundlage für die gesellschaftliche Diskussion sowie für gesetzgeberische und andere politische Entscheidungen genutzt werden.

Eine Übersicht über die Forschungs- und Diskursprojekte sowie die Klausurwochen des Förderschwerpunktes finden sich unter

www.gesundheitsforschung-bmbf.de

Hintergrund

Das Bundesforschungsministerium unterstützt einen eigenständigen Förderschwerpunkt zu den ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten moderner Lebenswissenschaften, kurz ELSA. Aufgabe der ELSA-Forschung ist es, ethische, rechtliche und soziale Fragen im Zusammenhang mit neuen Verfahren und deren Anwendung von Anfang an mitzudenken. Ein besonderes Kennzeichen der ELSA-Forschung ist die enge Zusammenarbeit zwischen den Geistes- und Sozialwissenschaften und den Lebenswissenschaften unter Einbindung und im Dialog mit der Öffentlichkeit. Das BMBF unterstützt diesen Forschungsschwerpunkt jährlich mit rund 4,5 Millionen Euro.