Gesellschaftlicher Wandel

Gesellschaftliche Veränderungsprozesse hin zu einer nachhaltigen Entwicklung sind zentraler Gegenstand der Sozial-ökologischen Forschung, zu der das Bundesforschungsministerium seit 2001 einen Forschungsschwerpunkt eingerichtet hat.

Für eine nachhaltige Entwicklung müssen technische Verbesserungen und Veränderungen im Verhalten der Menschen ineinander greifen. © http://www.thinkstockphotos.de

Was kann der Mensch tun, damit sich seine Lebensqualität verbessert und gleichzeitig die Natur erhalten bleibt? Welche politischen und wirtschaftlichen Rahmensetzungen führen zu Nachhaltigkeit? Wann sind Wirtschafts-, Konsum- oder Lebensweisen überhaupt nachhaltig? Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Forschenden dabei, diese Fragen zu beantworten und Lösungen zu finden, wie unsere Umwelt für Generationen nach uns lebenswert bleibt.

Um den Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft zu finden, müssen naturwissenschaftliche, technische und soziale Innovationen Hand in Hand gehen. Technische Verbesserungen  und Veränderungen im Verhalten der Menschen müssen ineinander greifen. Das Bundesforschungsministerium fördert deshalb wissenschaftliche Forschungsprojekte, in die Erfahrungen aus dem Lebensalltag der Menschen sowie der Praxis in Wirtschaft, Vereinen und Verbänden eingebracht werden, um Lösungen für eine nachhaltige Gesellschaft zu finden. Dafür steht im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA³) der Forschungsbereich „Sozial-ökologische Forschung“. Im Mittelpunkt der Forschungen stehen Herausforderungen wie die Energiewende, die städtische und ländliche Entwicklung, der Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel sowie eine nachhaltige Wirtschaftsweise.

Die Energiewende mitgestalten

90 Prozent der Deutschen unterstützen den Ausbau der erneuerbaren Energien wie Windkraft, Photovoltaik oder Biogas. Bei der Planung und dem Bau dieser Anlagen und auch beim Ausbau von Stromtrassen gibt es dennoch erhebliche Widerstände in der Bevölkerung. Warum ist das so? Welche Konflikte entstehen bei der Umsetzung der Energiewende und wie können sie gelöst werden? Welchen Beitrag können Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft leisten? In BMBF-Forschungsprojekten wird untersucht, wie Bürgerinnen und Bürger die Energiewende besser verstehen und selbst aktiv mitgestalten können. Sie schauen sich auch das deutsche Energiesystem insgesamt an und suchen Antworten auf so wichtige Fragen wie: Brauchen wir eine zentrale oder dezentrale Stromversorgung? Wie können wir Energie speichern? Wieviel kostet der Umbau der Energieversorgung und wie lässt er sich finanzieren?

Lebensqualität und Wohlstand erhalten

Die Sozial-ökologische Forschung beschäftigt sich mit neuen Modellen, die zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise beitragen können. Die große Herausforderung ist, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland zu erhalten,  ein gutes Leben für alle Menschen sicher zu stellen und dabei die Umwelt zu schonen. Dafür suchen die Wissenschaftler Lösungswege für Politik, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger. So wird zum Beispiel untersucht, wie Geschäftsmodelle zum Teilen, Leihen und Tauschen – Share Economy –  erfolgreich sein können. Oder es wird erforscht, wie unsere Nahrungsmittel umweltverträglich hergestellt und vertrieben werden können und wie wir das als Käufer erkennen können.

Gutes Leben in Städten ermöglichen

Weltweit wandeln sich derzeit ländliche und städtische Räume in einem Maße wie kaum jemals zuvor. Stadt und Land müssen sich anpassen an den Klimawandel, Verknappung bestimmter Ressourcen, an wirtschaftliche Prozesse und die Veränderung der Alters- und Sozialstruktur in der Bevölkerung. Das Ziel ist dabei, die Lebensqualität in der Stadt dauerhaft zu verbessern. Dazu müssen das städtische Umfeld, Infrastruktur und Wirtschaft nachhaltig und krisenfest sein. Bürger und Bürgerinnen müssen sich an den Entscheidungen in ihrer Stadt beteiligen können und verschiedene Kulturen und soziale Gruppen integriert werden. Das Bundesforschungsministerium fördert Projekte, die Wissensgrundlagen bereitstellen und Wege für diese Entwicklung aufzeigen: Wie können zum Beispiel die Instrumente der räumlichen Planung besser zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung genutzt werden? Wie können die Bürgerinnen und Bürger stärker beteiligt werden? Wie können Verkehrsprobleme bewältigt und der Flächen- und Energieverbrauch in der Stadt reduziert werden?

Mit dem Klimawandel leben

Der Klimawandel bringt neue Herausforderungen für unsere Gesellschaft mit sich. Wir müssen uns mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetzten und lernen, mit ihnen umzugehen. Ebenso müssen wir unsere Lebensweise verändern, um klimaschädliche Treibhausgasemissionen zu verringern. Die Änderung unserer Lebensweise betrifft zum Beispiel die Art der Fortbewegung, unsere Wohnsituation, unseren Ressourcen- und Energieverbrauch bei der Produktion von Gütern und unser Konsumverhalten. Das Bundesforschungsministerium fördert daher die Forschung zu möglichen Verhaltensänderungen der Menschen hin zu einem klimafreundlicheren Verhalten.