Gesucht: Innovative Ideen für freien Zugang zu Publikationen

Bundesforschungsministerium fördert neue Ideen zu Open Access / Quennet-Thielen: "Open Access ist ein Zukunftsmodell"

Aktuelle, qualitätsgesicherte Forschungsarbeiten legal aus dem Internet herunterladen? Das ist ein Modell, das in der Wissenschaft zunehmend Verbreitung findet. Unter dem Stichwort Open Access stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Publikationen der Allgemeinheit unentgeltlich im Internet zur Verfügung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert jetzt innovative Ideen von Hochschulen, Verlagen und wissenschaftlichen Einrichtungen, die die Verbreitung von Open Access in der deutschen Wissenschaft beschleunigen. Auf die im Juni veröffentlichte Förderrichtlinie können sich Interessenten noch bis Ende Juli 2017 bewerben. In der Regel können Projekte bis zu 24 Monate mit jeweils bis zu 300.000 Euro insgesamt gefördert werden.

"Open Access ist ein Zukunftsmodell", sagte Staatssekretärin Quennet-Thielen zum Start der Förderinitiative. "Wir werden innovative Ansätze unterstützen, die Open Access in der deutschen Wissenschaft noch weiter etablieren." Mit der Förderinitiative sollen Projekte aus der Wissenschaft und aus der Wirtschaft – insbesondere von Verlagen – gefördert werden, die es Autorinnen und Autoren erleichtern, ihre Texte im Internet frei zugänglich zu machen. Der praktische Umgang mit Open Access-Publikationen soll verbessert werden. Dazu gehören Projekte, die sich mit der Auffindbarkeit und Qualitätssicherung von Open Access-Publikationen beschäftigen, ebenso wie Projekte, die Open Access wissenschaftlich untersuchen.

Von einem freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen profitieren nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Jeder Einzelne kann mit Open Access einfacher an Wissenschaft teilhaben. Weltweit haben Forscherinnen und Forscher bereits vielzählige Initiativen zu Open Access gestartet. Auch in der deutschen Wissenschaft ist die Akzeptanz von Open Access groß. Publikationen werden in eigens dafür eingerichtete Datenbanken oder auf Internetseiten eingestellt. Open Access-Zeitschriften etablieren sich zunehmend. Neben einem einfachen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen ermöglicht Open Access auch ganz neue Verbreitungswege für wissenschaftliche Literatur. Während der freie Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen in einigen Disziplinen heute schon sehr etabliert ist, entwickelt sich das Modell in anderen Disziplinen noch.

Mit der im September 2016 veröffentlichten Open Access-Strategie will das BMBF dazu beitragen, dass Open Access ein Standard des wissenschaftlichen Publizierens in Deutschland wird. Das BMBF will das Thema gemeinsam mit der Wissenschaft weiter entwickeln. Dabei kommt es insbesondere darauf an, dass die Qualität und Zuverlässigkeit von wissenschaftlichen Publikationen gewahrt ist. Publizieren muss für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einfach und schnell möglich sein. Die Publikationen müssen leicht und dauerhaft auffindbar sein.

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.bmbf.de/de/open-access-das-urheberrecht-muss-der-wissenschaft-dienen-846.html

https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1369.html