Gesundheit neu denken: Zweihundert Gäste beim Bürgerdialog

Was tut unserer Gesundheit wirklich gut? Und welche Technologien brauchen wir? Darüber hat Bundesministerin Johanna Wanka mit rund zweihundert Bürgerinnen und Bürgern im Bundesforschungsministerium in Berlin diskutiert.  

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Gesundheits-Apps für das Smartphone, "Wearables" wie Fitnessarmbänder, "smarte" Socken oder spektroskopische "Food-Scanner" sind nur die Vorboten einer neuen, vernetzten Gesundheitsversorgung, die in den kommenden Jahren jeden von uns beschäftigen wird.  Was sind die Chancen und was sind die Risiken dieser Entwicklung?

Darüber haben mehr als zweihundert Bürgerinnen und Bürger im Bundesforschungsministerium in Berlin gesprochen. In der so genannten ZukunftsNacht diskutierten sie mit Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und vielen Fachleuten, darunter der Schweizer E-Health-Vordenkerin Andréa Belliger, dem Berliner Neurologen und Schlaganfallspezialisten Heinrich Audebert, dem Göttinger Pharmakologen und Toxikologen Heyo K. Kroemer, dem Berliner IT-Strategen Peter Langkafel sowie dem Unternehmensberater und Gründer von Quantified Self Deutschland, Florian Schumacher.

"Kaum etwas bestimmt unser Leben so sehr wie unsere eigene Gesundheit. Die Forschung für ein gesundes Leben ist deshalb eine von sechs Zukunftsaufgaben der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung", sagte Bundesministerin Wanka. "Das erste BMBF-ZukunftsForum hat uns wichtige Impulse dazu geliefert, welche Erwartungen die Menschen in Deutschland an die Gesundheitsforschung haben. Besonders wichtig war den Bürgerinnen und Bürgern in der Diskussion aber auch, dass die Kompetenzen jedes einzelnen mit der technologischen Entwicklung Schritt halten können und dafür entsprechende Bildungsangebote entwickelt werden. Wir werden diese Ergebnisse sehr ernst nehmen."

Viele der Teilnehmenden spachen sich dafür aus, die Versorgungsforschung zu stärken. Bei der Frage, welche Rahmenbedingungen für die Gesundheitstechnologien von morgen angepasst werden müssten, war es den anwesenden Bürgerinnnen und Bürgern ein Anliegen, Patienten einen sicheren Zugang zu ihren eigenen Gesundheitsdaten zu schaffen. Auch die Forderung, in der Bevölkerung ein stärkeres Bewusstsein für Chancen und Risiken neuer Gesundheits- und Pflegetechnologien zu schaffen, fand beim Bürgerdialog besonderes Gewicht. Eine Mehrheit sprach sich dafür aus, die Gesundheitsbildung besonders zu fördern.

Johanna Wanka im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern bei der ZukunftsNacht im BMBF. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die ZukunftsNacht bildete den Höhepunkt des ZukunftsForums „Gesundheit neu denken: Wohlergehen durch Hightech-Medizin und Selbstoptimierung?“. Das neue Dialogformat des Bundesforschungsministeriums (BMBF) bindet Bürgerinnen und Bürger auf mehreren Ebenen ein. So hatte bereits der so genannte ZukunftsMonitor im Rahmen einer repräsentativen Befragung die Einstellung der Deutschen zu neuen Gesundheitstechnologien erfasst. Zum ZukunftsTag  trafen dann rund 60 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland in Berlin zu einem eintägigen Diskussions-Workshop zusammen, um Empfehlungen an das BMBF zu erarbeiten.

Mit seiner neuen Bürgerdialogreihe bringt das Bundesministerium für Bildung und Forschung Wissenschaft, Politik und Gesellschaft miteinander ins Gespräch, um gemeinsam Antworten auf zentrale Zukunftsfragen zu finden. Die Ergebnisse des Bürgerdialogs werden von den Fachabteilungen des Hauses ausgewertet und in die Entwicklung langfristiger Innovationsstrategien für Deutschland einbezogen. Bis in den Sommer 2017 sind mehrere Dialogrunden zu verschiedensten Zukunftsthemen geplant.

Mit dem ZukunftsForum "Gesundheit neu denken" leistet das BMBF einen eigenen Beitrag zu "Gut Leben in Deutschland", dem Bürgerdialog der Bundesregierung.