Girls'Day 2016: Mädchen entdecken Handwerk und Technik

Am Girls'Day hat Bundesministerin Johanna Wanka zehn Mädchen in die technische Abteilung des Naturkundemuseums Berlin begleitet. Der Tag soll „Mädchen auch ungewöhnliche Berufe vorstellen, an die sie vielleicht noch nie gedacht haben“, sagte Wanka.

Am Girls‘ Day stehen jungen Mädchen die Türen zu Laboren, Werkstätten oder Fabrikhallen weit offen. Wie spannend technische oder handwerkliche Berufe sein können, davon machen sich am diesjährigen Aktionstag rund 100.000 Mädchen in ganz Deutschland ein Bild – wie zum Beispiel auch im Naturkundemuseum in Berlin.

Zehn junge Mädchen haben sich in Begleitung von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka die Spinnentierabteilung im Naturkundemuseum genauer angeschaut, um in der Präparationswerkstatt und im DNA-Labor mehr über das Berufsbild der Konservatorin oder des Konservators zu erfahren – ein spannender Beruf an der Schnittstelle zwischen Biologie und Chemie, Geschichte und Kulturwissenschaft.

Entdecken, was zu einem passt

Der Girls' Day ist der Mädchenzukunftstag und bietet Mädchen die Chance, wichtige Erfahrungen zu sammeln. Denn die Entscheidung, was man im Leben machen will, ist nicht immer ganz einfach. „Viele Mädchen bringen eine Begabung für technische Berufe mit und entscheiden sich doch dagegen. Im Arbeitsalltag ist ein Beruf aber oft deutlich spannender und vielfältiger, als man es nach der Berufsbezeichnung erwartet“, sagte Wanka.

Von überlieferten Rollenbildern müssten sich junge Frauen bei der Berufswahl aber heute zum Glück nicht mehr leiten lassen. Stattdessen könnten sie auf ihren individuellen Interessen und Talenten aufbauen. „Genau dafür ist der Girls’ Day gedacht: Mädchen auch ungewöhnliche, naturwissenschaftlich ausgerichtete Berufe vorzustellen, an die sie vielleicht noch nie gedacht haben oder die sie nicht kennen“, sagte die Ministerin.

Immer mehr Mädchen entscheiden sich für MINT

Aktionstage wie der Girls‘ Day oder der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen „Komm mach MINT!“ zeigen ihre Wirkung: In den vergangenen Jahren ist der Anteil weiblicher Beschäftigter in vielen MINT-Berufsgruppen überproportional gestiegen. Besonders beliebt sind dabei Mechatronik und Elektronik. Der Zuwachs an weiblichen Auszubildenden für den Beruf der Kfz-Mechanikerin zwischen den Jahren 2004 und 2014 beträgt 57 Prozent.

Immer häufiger entscheiden sich junge Frauen auch für einen MINT-Studiengang. Rund 26 Prozent der Studienanfängerinnen haben sich im Studienjahr 2014 laut Statistischem Bundesamt in ein MINT-Fach eingeschrieben. Im Jahr 2000 waren es noch 21 Prozent.

Der Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag wird gefördert vom Bundesfamilienministerium und vom Bundesbildungsministerium. Seit dem Start der Aktion im Jahr 2001 haben etwa 1,5 Millionen Mädchen teilgenommen. Unternehmen und Organisationen beteiligen sich jährlich mit rund 10.000 Veranstaltungen bundesweit.