Globale Gesundheit: Deutschland übernimmt Verantwortung

Gute Gesundheit für alle Menschen gleichermaßen sicherzustellen ist vor allem in ärmeren Ländern eine große Herausforderung. Denn Armut begünstigt oft die Verbreitung von Infektionskrankheiten wie beispielsweise Tuberkulose, Malaria und HIV/Aids.

Die Bundesregierung hat während ihrer G7- und G20-Präsidentschaften das Thema Globale Gesundheit auf die internationale Agenda gesetzt.

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Gute Gesundheit für alle Menschen gleichermaßen sicherzustellen ist vor allem in ärmeren Ländern eine große Herausforderung. Denn Armut begünstigt oft die Verbreitung von Infektionskrankheiten wie beispielsweise Tuberkulose, Malaria und HIV/Aids.

Das BMBF unterstützt in den Ländern in Subsahara-Afrika internationale Forschungsaktivitäten und kann so gezielt dazu beitragen, die medizinische Versorgung entscheidend zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt dabei insbesondere auf vernachlässigten und armutsassoziierten Krankheiten.

Globale Gesundheit auf der G7-/G20-Agenda

Um die globale Zusammenarbeit zu diesen Herausforderungen zu stärken, hat die Bundesregierung im Rahmen ihrer G7- und G20-Präsidentschaften das Thema Globale Gesundheit auf die internationale Agenda gesetzt.

Neben den vernachlässigten und armutsassoziierten Erkrankungen ist der Kampf gegen die zunehmenden Resistenzen von Bakterien und anderen Krankheitserregern gegen Arzneimittel ein zentrales Anliegen der Staatengemeinschaft. Ebenso wichtig ist auch die gemeinsame Vorbereitung auf Epidemien oder Pandemien, die durch neu auftretende, oftmals aus dem Tierreich überspringende Erreger ausgelöst werden können.

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Auf nationaler Ebene fördert das Bundesforschungsministerium zum Beispiel das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), eines von sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Im DZIF werden unter anderem globale Aspekte der Infektionsforschung adressiert, insbesondere die Erforschung von Malaria, AIDS und Tuberkulose.

Gemeinsam mit Partnerinstitutionen in Afrika engagiert sich das DZIF dafür, Forschungskapazitäten auf dem afrikanischen Kontinent aufzubauen oder zu stärken, die für die Bekämpfung von Krankheiten und zur Vorbereitung auf Ausbrüche neu auftretender Krankheitserreger wie Ebola dringend benötigt werden.

Forschungsplattform zu globaler Gesundheit

Seit 2020 fördert das Forschungsministerium die „German Alliance for Global Health Research“, eine Forschungsplattform, die zum Ziel hat, die verschiedenen Disziplinen der globalen Gesundheitsforschung in Deutschland besser zu vernetzen.

Zugleich sollen hier auch Akteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft angesprochen werden, um den Beitrag der deutschen Forschungs-Community zum Nachhaltigkeitsziel 3 der UN „Gesundheit und Wohlergehen“ zu erhöhen und die globale Gesundheit als akademische Disziplin in Deutschland weiterzuentwickeln.

Zoonosenforschung

Ein wichtiger Bereich, um den sich das Bundesforschungsministerium, auch in Zusammenarbeit mit anderen Ministerien, kümmert, ist die Forschung zu Zoonosen, also Infektionskrankheiten, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können und die das Potenzial haben, weltweite Epidemien oder Pandemien auszulösen.

So bot das BMBF-geförderte „Forschungsnetz zoonotische Infektionskrankheiten“ Anfang 2020 die Möglichkeit, rasch auf den weltweiten Ausbruch des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 zu reagieren und schnell Fördermittel bereitzustellen, um das Virus, seine Übertragung und Möglichkeiten zur Behandlung der Erkrankten zu erforschen.

Internationale Kooperationen

Das Ministerium ist an zahlreichen internationalen Kooperationen beteiligt, die verschiedenste Aspekte globaler Gesundheit berühren, insbesondere auch im Bereich der Pandemievorsorge.

Ein Beispiel hierfür ist die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI), deren Ziel es vor allem ist, in Vorbereitung einer großen Epidemie oder Pandemie die Entwicklung von Impfstoffen zu fördern. Außerdem fördert CEPI die Entwicklung von technologischen Plattformen, die eine schnelle Impfstoffentwicklung und Produktion im Falle einer Epidemie ermöglichen sollen.

Das Bundesforschungsministerium arbeitet unter anderem auch mit Forschungsförderern weltweit im Netzwerk GloPID-R zusammen, die sich hier im Fall des Ausbruchs einer Infektionskrankheit schnell untereinander und mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu abstimmen können, welche Forschungsfragen besonders wichtig sind, welche Forschungsprojekte bereits auf dem Weg sind und für welche wissenschaftlichen Aufgaben dringend noch Fördermittel bereitgestellt werden sollen.