GlobE - Forschung für die globale Ernährungssicherung

Die Sicherung der Welternährung ist ein zentrales Ziel der Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie 2030. Die Förderinitiative „GlobE – Forschung für die globale Ernährungssicherung“ unterstützt darum deutsch-afrikanische Wissenschaftsnetzwerke.

GlobE beteiligt die Kleinbauern und Dorfbewohner aktiv und unmittelbar. Bei den Taschengärten zum Beispiel werden Plastiksäcke mit Erde befüllt, in die Seiten der Säcke werden Löcher gebohrt. Verschiedene Gemüsesorten können nun in der oberen Öffnung und den seitlichen Löchern der Säcke angepflanzt werden. So gibt es frisches Gemüse auch in der Trockenzeit. Das Bild zeigt eine Gärtnerin in dem Dorf Kitunduweta im Kilosa District in Tansania. © Wolfgang Stütz (Uni Hohenheim)

Bereits heute muss die Erde mehr als 7 Milliarden Menschen ernähren. Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche ist jedoch begrenzt. Folgen des Klimawandels, wie Dürren oder Überflutungen, sowie zunehmende Bodendegradation verschärfen das Problem. Das trifft vor allem die Länder Afrikas. Umso wichtiger ist es, die landwirtschaftlichen Flächen optimal zu bewirtschaften und die geernteten Produkte so umfassend wie möglich zu verwerten. Für eine globale Ernährungssicherung ist es erforderlich, die einzelnen Regionen beim Aufbau einer nachhaltigen und leistungsstarken Landwirtschaft zu unterstützen. Auch Fluchtursachen werden so bekämpft. Hier setzt die Förderinitiative GlobE des Bundesforschungsministeriums an.

Deutsche und afrikanische Wissenschaftler gemeinsam

In den vielen Projekten der Initiative forschen insgesamt 864 deutsche und afrikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, die Ernährungssicherung zu stabilisieren und weiterzuentwickeln. Eine besondere Rolle spielen die Kleinbauern in den afrikanischen Regionen. Häufig sind sie nicht in der Lage, genug zu erwirtschaften, um eine selbsttragende und nachhaltige Agrarwirtschaft zu etablieren. Frühere Förderprogramme waren häufig zu theoretisch oder zu stark auf spezifische Disziplinen begrenzt, um einen Wandel zu bewirken.

Kleinbauern profitieren besonders

GlobE wählt einen anderen Ansatz. Er ist disziplinübergreifend und beteiligt die Kleinbauern aktiv an den Prozessen. Dabei profitieren die Kleinbauern von den Erkenntnissen der Wissenschaftler - und die Wissenschaftler profitieren umgekehrt von den langjährigen Erfahrungen und dem traditionellen Wissen der lokalen Bevölkerung. Gemeinsam entwickeln Forscher und Dorfbewohner Lösungen für die spezifischen Herausforderungen und setzen diese sofort in die Tat um. Nutzen und Erfolge der Maßnahmen sind so unmittelbar sichtbar, was wiederum zu einer hohen Akzeptanz und häufig zu einer Verselbstständigung der Maßnahmen führt.

Taschengärten, Schädlinge bekämpfen

Ein Fokus der Initiative liegt auf Maßnahmen, die günstig und einfach in die Tat umzusetzen sind und zudem eine große Wirkung haben. So wurden in einem Projekt Taschengärten entwickelt, die Wasser besonders gut speichern und Gemüseanbau auch in der Trockenzeit ermöglichen. Ebenso spielt die Lagerung von Lebensmitteln eine wichtige Rolle. Um Nachernteverluste zu vermeiden, wurde in einem weiteren Projekt ein Gerät entwickelt, das Schädlinge in Lagerstätten anhand ihrer akustischen Signale erkennt und zuordnet. Daraufhin können frühzeitig effektive Gegenmaßnahmen getroffen und Lebensmittel gerettet werden. Dies sind nur zwei Beispiele von vielen, die die Ernährungssituation vor Ort schon heute deutlich verbessern.

45 Millionen Euro Förderung für deutsch-afrikanische Netzwerke

Die Initiative ist technologieoffen angelegt und unterstützt sowohl bestehende Netzwerke als auch die Bildung neuer Partnerschaften. Deutsche Institutionen haben sich gemeinsam mit Partnern aus Afrika um Projektmittel beim Bundesforschungsministerium beworben. Zusätzlich konnten die internationalen Agrarforschungszentren (CGIAR) auf Mittel des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) zurückgreifen. Die Maßnahme war in zwei Förderphasen gegliedert. 2012 wurde die Ausarbeitung von insgesamt 15 Forschungskonzepten unterstützt. Aus diesen 15 wurden sechs für die zweite Förderphase ausgewählt, die im April 2013 begonnen hat und Projekte bis zu fünf Jahre finanziert. Insgesamt investieren das Bundesforschungsministerium und das Bundesentwicklungsministerium über die Laufzeit bis zu 45 Millionen Euro und setzen sich damit wirkungsvoll für die Sicherung der Welternährung ein.