Grippe – Zeit für die Impfung

Im Herbst ist die beste Zeit, um sich gegen Grippe zu impfen. Bald könnte das auch ohne einen Stich mit der Nadel möglich sein.

Impfen ist wichtig: Gerade ältere Personen oder chronisch Kranke sollten sich rechtzeitig gegen Grippe impfen lassen. © Thinkstock

Haben Sie Angst vor der Nadel? Vielen Patienten wird beim Arzt diese Frage gestellt, auch beim Impfen gegen Grippe.

Impfungen gehören zu den wertvollsten Errungenschaften der Medizin. Sie sind das wirksamste Mittel zur Vorbeugung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere.

Viren verändern sich stetig

Impfen ist wichtig: Gerade ältere Personen oder chronisch Kranke sollten sich rechtzeitig impfen lassen. Grippewellen beginnen meist im Januar. Da der Impfschutz zehn bis 14 Tage braucht, um sich zu voller Stärke aufzubauen, sind Oktober und November die beste Zeit für die Schutzimpfung. Wer die Immunisierung später nachholt, etwa erst zu Beginn der Grippewelle, riskiert sich zu infizieren bevor die Impfung ihre volle Wirkung entfaltet. Die Zusammensetzung der Influenza-Impfstoffe wird in jeder Grippesaison an die zirkulierenden Viren angepasst, denn diese verändern sich stetig.

Großes Potenzial: Im Projekt BioInjekt wurde ein nadelfreies Injektionssystem entwickelt. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Impfen ohne Nadel

Doch viele Menschen fürchten sich vor dem Einstich unter die Haut, der bisher mit dem Impfen verbunden ist. Das Bundesforschungsministerium fördert darum mit der Förderrichtlinie „BioTransporter“ neue Wege, Wirk- und Impfstoffe möglichst patientenschonend zu verabreichen. So konnte beispielsweise im Rahmen des Forschungsprojektes BioInjekt unter Führung der IIS Innovative Injektions-Systeme GmbH & Co. KG aus Andernach ein neues, nadelfreies Injektionssystem entwickelt werden. Die Technologie birgt das Potenzial, zukünftig Impfstoffe ohne Nadel zu verabreichen.

Internationale Impfstoffinitiative gegen gefährliche Erreger

Ohne Impfstoffe können Ausbrüche bedrohlicher Infektionen nicht schnell und wirksam bekämpft werden. Dies verdeutlichte Ende 2014 die jüngste Ebola-Krise, die 11.000 Menschen das Leben kostete. Um solche humanitären Katastrophen künftig zu verhindern, soll die „Coalition for Epidemic Preparedness Innovations“, kurz CEPI, die Entwicklung dringend benötigter Impfstoffe auf internationaler Ebene koordinieren. Deutschland ist Gründungsmitglied der internationalen Impfstoff-Initiative.

Das BMBF unterstützt CEPI in den nächsten fünf Jahren mit bis zu 90 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2021 soll die Initiative Impfstoffe gegen besonders gefährliche Erreger mit einem weltweiten Bedrohungspotenzial entwickeln. Die Impfstoffe sollen vorproduziert werden und bei Ausbruch einer Epidemie sofort für die klinische Prüfung einsatzbereit sein.