Großes Interesse an Nachhaltigkeitsforschung

Deutschland und Polen bauen Forschungskooperation aus / Wanka: Gute Zusammenarbeit zeigt sich in mehr als 1000 Partnerschaften

Bundesministerin Johanna Wanka und Jaroslaw Gowin, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Forschung und Hochschulwesen in Polen © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Gute Nachbarschaft will gelebt sein. 25 Jahre nach der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages haben Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka und ihr polnischer Amtskollege, der polnische Minister für Wissenschaft und Hochschulbildung (MNiSW), Dr. Jarosław Gowin, vereinbart, die Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung weiter zu vertiefen. Das Treffen der beiden Forschungsminister war Teil der 14. deutsch-polnischen Regierungskonsultationen in Berlin.

Wanka und Gowin würdigten die hervorragende Zusammenarbeit und setzten sich für eine noch bessere Vernetzung deutscher und polnischer Forscher ein. Ministerin Wanka sagte "Die erfolgreiche Zusammenarbeit wird durch die weit über 1.000 Partnerschaften zwischen deutschen und polnischen Hochschulen und die hervorragende Vernetzung der großen deutschen Forschungsinstitutionen mit polnischen Einrichtungen belegt."

Ein besonderer Schwerpunkt der Kooperation ist die Nachhaltigkeitsforschung, die seit dem Jahr 2011 bilateral eine große Rolle spielt. Es wurden sieben Projektverbünde gefördert, die sich mit nachhaltigen Werkstoffen, der Kreislaufwirtschaft, dem Land- und Wassermanagement oder Energie- und Ressourcennutzung beschäftigen. Aufgrund der großen Nachfragen haben sich 2015 das BMBF und das MNiSW darauf verständigt, weitere Projekte zu fördern. Es lagen bereits 70 Anträge vor. Diesmal sollen vor allem auch kleine und mittlere Unternehmen zum Zuge kommen. Insgesamt neun Projektverbünde wurden im April ausgewählt, die im Oktober 2016 starten sollen. Dafür stellen beide Ministerien rund 6 Millionen Euro zur Verfügung.

Um polnische und deutsche Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung weiter zu vernetzen und um die strategische Zusammenarbeit sowohl auf bilateraler als auch europäischer Ebene weiter auszubauen, werden das BMBF und das polnische Partnerministerium (MNiSW) gemeinsam die Deutsch-Polnische Wissenschaftsplattform im Oktober in Poznan veranstalten. "Wir erwarten von diesem Forum neue Impulse und neue Ideen für gemeinsame Forschungs- und Innovationskooperationen" so Wanka.

Durch die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung fördern beide Ministerien Projekte auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Aus den Erträgen der Stiftung konnten bislang mehr als 200 Projekte gefördert werden, die erheblich zur Vertiefung der Zusammenarbeit und zur Verständigung der Völker beider Länder beigetragen haben.

Die weitere Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraums hat für beide Ministerien hohe Priorität. Deutschland und Polen wollen gemeinsam wichtige Impulse setzen und an der weiteren Umsetzung und Fortentwicklung des Europäischen Forschungsraums arbeiten. Für Polen und Deutschland ist das europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation "Horizont2020" ein immer wichtigeres Instrument für die Forschung und stellt auch den wichtigsten Impulsgeber für Innovationen dar.

Weitere Informationen unter:

https://www.bmbf.de/de/polen-nachbar-und-partner-290.html