Bakterien im Dienste der Gesundheit

Die Allianz „Good Bacteria and Bioactives in Industry – GOBI” ist ein Gewinner der "Innovationsinitiative Industrielle Biotechnologie" des Bundesforschungsministeriums.  GOBI ist  den positiv wirkenden Bakterien und ihren Produkten auf der Spur.

Staatssekretär Schütte übergibt die Urkunde an Christine Lang von "Good Bacteria and Bioactives in Industry - GOBI ". © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Forschungsstaatssekretär Georg Schütte überreichte die Urkunde beim Global Bioeconomy Summit an Christine Lang, Koordinatorin der Allianz GOBI.

Bakterien machen nicht nur krank – sehr viele von ihnen fördern die Gesundheit von Mensch und Tier. Die strategische  Allianz GOBI ist  den positiv wirkenden Bakterien und ihren Produkten auf der Spur und entwickelt sie weiter. Die Forscherinnen und Forscher der Allianz bündeln  aktuelle Erkenntnisse zu Mikroorganismen und den Wechselbeziehungen zwischen Genen, Stoffwechselprodukten und anderen Kleinstlebewesen, die den Menschen besiedeln. Die Dienste, die Mikroorganismen für ihre Wirte erbringen, sollen gezielt optimiert und zudem die industrielle Anwendung verbreitert werden. Die drei Teilprojekte haben den Darm, die Atemwege oder die Nahrung im Visier: GOBI-Health Gastrointestinal (GI), GOBI Health Respiratory Tract (RT) und GOBI Feed.

Am Ende sollen marktfähige Produkte stehen – ein Pool an vielfältig einsetzbaren Mikroorganismen, der sowohl Verbrauchern als auch Industriekunden zugänglich sein wird. In einem Wirt könnten die Bakterien dann positiv auf das Immunsystem wirken und unheilvolle Entzündungsprozesse aufhalten (GOBI Health GI) oder etwa neue Therapien bei Atemwegserkrankungen ermöglichen (GOBI Health RT). Anhand eines entwickelten Hühner-Darmsimulationsmodels (GOBI Feed) soll erstmalig die Wirkung  funktionaler Futtermittel-Zusätze bewertet werden. Im Fokus steht hier eine optimale Ausnutzung des Futters zur Stärkung der Tiergesundheit.

GOBI ist die sechste Gewinner-Allianz der "Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie". Diese Maßnahme hat das BMBF initiiert, um Innovationsprozesse in der industriellen Biotechnologie in Gang zu bringen oder zu beschleunigen. Übergeordnetes Ziel ist eine Biologisierung der Industrie und damit eine nachhaltige Wirtschaftsweise. Die Allianz GOBI ist für eine Dauer von sechs Jahren und mit einem Projektvolumen von bis zu neun Millionen Euro geplant.

Forschungsstaatssekretär Georg Schütte zeigte sich bei der Urkundenübergabe davon überzeugt, dass die Bioökonomie einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. Mutige und risikofreudige Menschen mit Visionen wie die Wissenschaftlerin Christine Lang und ihre Mitstreiter seien nötig, damit Unternehmen die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse und technologische Entwicklungen aufgreifen. Lang ist eine der Vorsitzenden des Bioökonomierates, der die Bundesregierung berät.