„Hermes Award“ für intelligentes Thermometer

Das Unternehmen „Endress + Hauser“ hat den Hermes Award 2018 gewonnen. Die Messtechnik-Spezialisten haben ein sich selbstkalibrierendes Thermometer entwickelt. Die Auszeichnung zählt zu den weltweit bedeutendsten Industriepreisen.

Der Gewinner des Hermes Award 2018 ist: Endress Hauser Messtechnik. Im Bild: Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Harald Hertweck, Managing Director Endress Hauser Wetzer GmbH Co.KG, Giovanni Colucci, Wolfgang Wahlster , Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) sowie Vorsitzender der Hermes Award-Jury. © Hannover Messe

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat zum Auftakt der Hannover Messe den Hermes Award verliehen: Ausgezeichnet wurde der Messtechnik-Spezialist „Endress + Hauser“ aus Weil am Rhein. Das Unternehmen hat ein intelligentes Thermometer für Prozesstemperatur-Messungen entwickelt, das sich selbst kalibrieren kann. Ohne Umwege über Eichämter, -behörden und sogenannte Normale bezieht es sich automatisch auf den gültigen Weltstandard. Der Technologie-Innovations-Preis zählt mit 100.000 Euro Preisgeld zu den höchstdotierten und weltweit bedeutendsten Industriepreisen. Schirmherren des Preises sind das Bundeministerium für Bildung und Forschung sowie das Land Niedersachsen. 

„Der Temperatursensor setzt genau dort an, wo wir alle auf eine sichere Produktion von höchster Qualität vertrauen: In der Pharma- und Lebensmittelindustrie“, sagte Bundesforschungsministerin Karliczek bei der Preisverleihung. Bei der Herstellung von Medikamenten und Lebensmitteln können schon geringste Abweichungen von der vorgegebenen Prozesstemperatur die Produktion verderben – was schwerwiegende Folgen für Verbraucher und Hersteller haben kann. Es sei also wichtig, so Karliczek, dass die Temperatur immer genauestens überwacht werde. Und das gehe nur mit einem jederzeit exakten Temperatursensor. 

„TrustSens“: minimaler Aufwand für maximale Produktsicherheit

Bisher ist die Überwachung der Prozesstemperatur mit erheblichem Aufwand verbunden: Etwa 1000 Messstellen gibt es durchschnittlich in jedem Pharmabetrieb. Die zugehörigen Sensoren müssen jeweils einzeln ein bis zwei Mal jährlich ausgebaut und neu kalibriert werden. Mit dem selbstkalibrierenden Sensor „TrustSens“ ist all dies künftig nicht mehr nötig – er stellt sich vollautomatisch selbst ein und sorgt bei minimalem Aufwand für maximale Produktsicherheit. 

„Deutschland und Europa brauchen solche Ideen, brauchen solches unternehmerisches Engagement und auch den dazu gehörenden langen Atem, um Industrie und Gesellschaft fit für die Zukunft zu machen“, sagte Karliczek. Innovative Ideen wie „TustSens“ seien wichtig für den Erfolg eines Unternehmens. Ebenso wichtig sei es, Innovationen schnell auf den Markt zu bringen. Genau dafür wurde der Hermes Award vor 15 Jahren ins Leben gerufen: Er soll eine schnelle Umsetzung neuer Ideen in marktfähige Produkte und Verfahren fördern. 

Weitere nominierte Unternehmen für den Hermes Award 2018 waren:

GBS German Bionic Systems, Augsburg

German Bionic Systems entwickelt und fertigt Exoskelette für den Einsatz in der industriellen Produktion. Das „CRAY X“ ist ein aktives Exoskelett für die Kooperation von Mensch und Maschine. Mithilfe einer aktiven Stützstruktur unterstützt beziehungsweise verstärkt es die körperlichen Tätigkeiten des Menschen. Die Stärke des Systems kann individuell und aufgabenspezifisch mithilfe einer Smartwatch angepasst werden. 

TH Ingolstadt / Continental AG, Ingolstadt/Hannover

Am Forschungs- und Testzentrum CARISSMA entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Hochschule Ingolstadt gemeinsam mit der Continental AG das System SAFE – ein integrales Schutzsystem für das automatisierte Fahren. Mithilfe von Kamera-, Radar- und Lidarsensoren sagt das System hervor, wie schwer ein zu erwartender Unfall ausfallen wird und löst daraufhin Schutzsysteme aus. Das Besondere ist, dass mit der vorausschauenden Sensorik der Auslösezeitpunkt der Schutzsysteme deutlich vor den Unfallzeitpunkt verlagert werden kann.

Upskill, Washington DC / Austin (USA) 

Das US-amerikanische Unternehmen Upskill entwickelt eine neue Version der bereits am Markt eingeführten Augmented-Reality-Unternehmensplattform Skylight. Diese soll deutliche Verbesserungen in Qualität, Sicherheit und Genauigkeit bieten. Beispielhaft gezeigt wird dies anhand einer Brille (Smart Glasses), die ihrem Träger in Echtzeit Informationen einspiegelt. Damit unterstützt das System zum Beispiel Monteure, Anlagenbediener, Service- und Wartungskräfte dabei, durch fehlerfreie Fertigung Kosten einzusparen. Mit Skylight Augmented Reality haben Unternehmen bereits Produktivitätssteigerungen von bis zu 46% erzielt. Die Plattform ist damit ein gelungenes Beispiel für die Integration von Industrie 4.0-Technologien in das betriebliche Umfeld.

ALPHA LASER GmbH, Puchheim

Das Puchheimer Hightech-Unternehmen ALPHA LASER entwickelt ein neuartiges Laserschweißsystem zum mobilen und flexiblen Reparaturschweißen. Die Besonderheit ist, dass die Visualisierung des Schweißprozesses über eine 3D-Laserschutzbrille erfolgt. So kann gleichzeitig der Schweißprozess und die Umgebung beobachtet werden. Der Schweißbereich wird vergrößert angezeigt und die prozessrelevanten Daten werden eingeblendet. Der Laserstrahl wird über ein ergonomisch ausgearbeitetes Handgerät, das wie eine Pistole gehalten wird, ausgelöst.