Hilfe aus der Forschung für das Klima

Hitze, Dürren und Überschwemmungen: Das deutsch-französische Programm „Make Our Planet Great Again“ fördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Projekte, die den Klimawandel erforschen wollen.

Extremes Wetter wird schon bei einer Erderwärmung, die nur 1,5 Grad Celsius beträgt, zunehmen. Davor warnte kürzlich der Weltklimarat in seinem Sonderbericht zur globalen Erwärmung. Und die Klimaforscherinnen und –forscher mahnen davor: Denn aktuell liegt die Erderwärmung bereits bei etwa einem Grad.

Mit der gemeinsamen Initiative „Make Our Planet Great Again“ fördern Deutschland und Frankreich deshalb internationale Spitzenforscherinnen und -forscher aus den Bereichen Klima-, Energie- und Erdsystemforschung. Den Auftakt machte nun der fachliche Austausch in Königswinter, zu dem der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), der für das BMBF die Forschungsinitiative umsetzt, die Projektleiterinnen und Projektleiter eingeladen hatte.

„Der Klimawandel gehört zu unseren größten Herausforderungen – weltweit, aber auch hier in Deutschland“, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. „Deshalb habe wir gemeinsam mit Frankreich die Forschungsinitiative ins Leben gerufen.“ Darum bauen 13 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre neuen Forschungsgruppen in Deutschland auf. „Sie arbeiten daran, den Klimawandel zu verlangsamen und seine Folgen zu beherrschen. Diese gemeinsame Initiative zeigt: Deutschland und Frankreich sind entschlossen, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu verwirklichen“, so die Bundesforschungsministerin.

Ausgewählte Projekte

MONSOON

Jed Kaplan ist einer der Forscher, der im Programm gefördert wird. Im Projekt MONSOON untersucht er mit seinem Team, wie der Mensch in den Tropen Afrikas und Südasiens durch Landnutzung das lokale und regionale Klima beeinflusst. In diesen Regionen lebt annähernd ein Viertel der Weltbevölkerung – und sie nimmt rasant zu. So kommt es zu schnellen Veränderungen der Landschaft durch Entwaldung und Urbanisierung. Was wiederum Folgen für das lokale und regionale Klima hat. Um die Wechselwirkung zwischen Klima und Gesellschaft besser zu verstehen, wird die Forschungsgruppe Feldstudien mit Computersimulationen verbinden.

ISIGET

Wie gelingt die Energiewende in Entwicklungsländern? Dieser Frage geht Andreas Goldthau mit seinem Team im Projekt ISIGET nach. Denn der Klimawandel kann nur gestoppt werden, wenn auch Länder beim Thema Energiewende vorankommen, die bisher kaum Zugang zu modernen Technologien und Kapital haben. Die Forscherinnen und Forscher wollen in verschiedenen Regionen des „globalen Südens“ Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus der lokalen Wirtschaft, aus der Unternehmensfinanzierung und aus dem Finanzsektor befragen. Ziel ist es, die Folgen für die Entwicklung des Landes sowie mögliche Risiken zu ermitteln. Abschließend erarbeiten die Forscherinnen und Forscher politische Empfehlungen, wie die Herausforderungen für Entwicklungsländer bewältigt werden können.

OASIS

Der Anstieg von Kohlendioxid in der Atmosphäre führt nicht nur zu einer Erwärmung der Erdoberfläche und der Meere, sondern erhöht auch den Säuregehalt im Oberflächenwasser. Dieser Prozess ist als Ozeanversauerung bekannt. Er resultiert aus der Aufnahme des atmosphärischen Kohlendioxids in den Ozeanen. Im Projekt OASIS möchte der Wissenschaftler Henry Wu mit seinem Team die globale Entwicklung der Ozeanversauerung rekonstruieren. Diese Ergebnisse werden dabei helfen, den Prozess der Kohlendioxid-Aufnahme in die Ozeane und den Einfluss der Ozeanversauerung auf das Klima besser zu verstehen – und wichtige Erkenntnisse für politische Entscheidungsträger liefern.

Hintergrund „Make Our Planet Great Again“

Die Initiative geht auf den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron zurück, das Bundesforschungsministerium hat das deutsch-französische Förderprogramm erarbeitet. Es richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Nationalitäten, die mit ihrer Arbeit in der Klima-, Energie- und Erdsystemforschung zum Erreichen der Klimaziele des Pariser Abkommens beitragen. Es bietet Forscherinnen und Forschern die Möglichkeit, in Kooperation mit einer Universität oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung in Deutschland eine mit Personal- und Sachmitteln ausgestattete Forschungsgruppe zu etablieren.
Die Projekte werden vom 1. Juli 2018 bis zum 31. Dezember 2022 gefördert. Die Forschungsgruppen erhalten jeweils bis zu eine Million Euro (Junior Researcher) bzw. bis zu 1,5 Millionen Euro (Senior Researcher). Insgesamt stellte das Bundesforschungsministerium 15 Millionen Euro für das Programm bereit.