Flüchtlinge integrieren – Kommunen stärken

Das Bundesbildungsministerium unterstützt Kommunen bei der Integration von Flüchtlingen. Fast alle Kreise und kreisfreien Städte haben sich um die Finanzierung von bis zu drei kommunalen Koordinatorinnen und Koordinatoren beworben.

Schüler einer Willkommensklasse in Berlin. © dpa/picture-alliance/Britta Pedersen

Sprachförderung und Integrationskurse, Kindergarten- und Schulplätze, Ausbildung und Weiterbildung, Anerkennung von Abschlüssen  – Integration durch Bildung ist eine Querschnittsaufgabe und kann nur durch ein gute Koordination gelingen. Deshalb ist die Kernaufgabe der Koordinatorinnen und Koordinatoren, die Vielzahl der kommunalen Bildungsakteure zu vernetzen sowie die Bildungsangebote und Bildungsbedarfe vor Ort aufeinander abzustimmen. Besonders die zahlreichen zivilgesellschaftlichen Initiativen sollen ganz gezielt mit eingebunden werden. Dazu zählen beispielsweise lokal aktive Stiftungen, Vereine sowie die vielen ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger.

Um Kreise und kreisfreie Städte bei der Integration von Flüchtlingen optimal zu unterstützen, finanziert das Bundesbildungsministerium in mehr als 300 Städten und Landkreisen Koordinatoren und Koordinatorinnen. Grundlage ist die im Januar veröffentlichte Förderrichtlinie „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“. Sie ist Teil des BMBF-Maßnahmenpakets zur Integration von Flüchtlingen und eingebettet in die "Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement".

Mehr als 80 Prozent der Kommunen erreicht

Insgesamt 402 Kreise und kreisfreie Städte waren aufgefordert, ein Konzept zu entwickeln und einzureichen. Dem kamen zu den drei Vorlageterminen rund 80 Prozent aller Kommunen nach, die antragsberechtigt waren. Dabei zeigt sich der große Bedarf für einen strategischen Überblick über die vielen staatlichen und ehrenamtlichen Initiativen und Maßnahmen vor Ort.

Viele Antragsteller erhielten bereits den Förderbescheid des Bundesbildungsministeriums (BMBF). Die ersten Vorhaben konnten so im Juni starten, der Großteil will Ende dieses Jahres beginnen. Zunächst wird von einer zweijährigen Projektphase ausgegangen.

Finanzierung in vollem Umfang

Es handelt sich um eine Vollfinanzierung. In der Regel können die Ausgaben für eine kommunale Koordinatorin oder einen Koordinator gefördert werden. Bei Kreisen und kreisfreien Städten ab 200.000 Einwohnern können bis zu zwei und ab 500.000 Einwohnern bis zu drei Koordinatorinnen und Koordinatoren finanziert werden.

Darüber hinaus können Reisekosten zu Fachtagungen, Schulungen und Workshops beantragt werden, die als Teil des Programms vom BMBF und den „Transferagenturen Kommunales Bildungsmanagement“ angeboten werden.

Die Zusammenarbeit mit einer Transferagentur ist dabei keine Fördervoraussetzung. Die Transferagenturen können interessierte Kommunen beim Auf- und Ausbau eines datenbasierten Bildungsmanagements unterstützen. Sie bieten den an der Transferinitiative teilnehmenden Kommunen kostenlose Beratung, sowie Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen.