Höhere Taktfrequenz in europäischer Elektronikforschung

EU-Länder und Türkei starten Forschungsnetzwerk für Mikroelektronik als Schlüssel zu Innovationen von Industrie 4.0 bis zu intelligenter Medizintechnik

Die Länder Frankreich, Belgien, Niederlande, Spanien, Ungarn, Deutschland und die Türkei starten gemeinsam ein neues Forschungsnetzwerk für Mikroelektronik. Den Startschuss für den EUREKA-Cluster "Pan European partnership in micro and Nano-Technologies and Applications" (PENTA) gaben heute Vertreter der beteiligten Länder und des europäischen Industrieverbandes Aeneas beim European Nanoelectronics Forum 2015 in Berlin. PENTA ermöglicht von 2016 bis 2020 Forschungsprojekte zur Mikroelektronik im Umfang von mindestens 500 Millionen Euro, an denen sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Förderung von insgesamt 50 Millionen Euro beteiligen will.

Die Gründungsländer von PENTA teilen die Überzeugung, dass die Mikroelektronik für Europas Innovationskraft eine systemrelevante Technologie ist. Sie wirkt sich auf die weltweite Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher Anwenderbranchen aus. Die Schwerpunkte des Clusters liegen daher bei der Entwicklung von Komponenten, Technologien und Verfahren für Anwenderbranchen, in denen Europa besondere Stärken hat.

Für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0 geht es zum Beispiel darum, neuartige Mikrochips oder Sensoren in Produktionsanlagen, Bauteile oder Produkte einzubetten und so die Potenziale der Digitalisierung konkret nutzbar zu machen. Beim Automobilbau liegt schon heute ein Großteil der Innovationen in Elektroniksystemen. Mit dem automatisierten Fahren wird die Elektronik erst recht zur Schlüsselkomponente. Das heißt: Das Innovationstempo ist hoch, Neuerungen müssen in kürzester Zeit für die gesamte Automobilwertschöpfungskette nutzbar gemacht werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Intelligente Medizinsysteme bedeuten, medizinische Geräte und Systeme mit den Möglichkeiten der Digitalisierung zu verbessern. Auch hier ist Mikroelektronik ein Schlüssel: Sie ermöglicht neue Verfahren in Diagnose und Therapie und schafft zudem neue Technologien für die Vernetzung und für die Datensicherheit. Dies ist gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ein wichtiges Anwendungsfeld.

EUREKA ist eine europäische Regierungsinitiative für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Forschung, Entwicklung und Innovation. PENTA baut auf die seit 1989 bestehende intensive Zusammenarbeit der europäischen Wirtschaft und Wissenschaft zur Mikroelektronik auf. Die Beteiligung an PENTA steht weiteren EUREKA-Ländern offen, und auch an einzelnen Projekten ist eine Beteiligung möglich. Die Projekte zeichnen sich durch europäische Kooperationen und aktive Einbindung von kleinen und mittelständischen Unternehmen aus. Um die Mikroelektronik stärker mit den Anwenderbrachen zu verzahnen, werden in PENTA zudem regionale Cluster als Multiplikatoren eingebunden.

Weitere Informationen unter:
http://www.eurekanetwork.org/eureka-clusters
http://aeneas-office.eu/web/nanoelectronics/penta.php 
http://www.aeneas-office.eu/web/forum2015/index.php