Im Netz der Spinnenfrau

Museum für Naturkunde stellt Berufe eines Forschungsmuseums vor / Wanka: "Mädchen auch ungewöhnliche naturwissenschaftliche Berufe nahe bringen"

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka begleitet heute zum Girls’ Day zehn Mädchen in die Spinnentierabteilung des Museums für Naturkunde in Berlin. Gemeinsam gehen sie der Frage nach:  "Was macht eine Konservatorin und warum arbeitet sie freiwillig in der Spinnenabteilung?". Konservatorin oder Konservator ist ein technischer Ausbildungsberuf, der wenig bekannt ist – ebenso wie andere Berufe in einem Forschungsmuseum. Das Museum gewährt heute auch Einblicke in das DNA-Labor und die DNA-Analyse sowie die Präparationswerkstatt.

"Viele Mädchen bringen eine Begabung für technische Berufe mit und entscheiden sich doch dagegen.  Im  Arbeitsalltag ist ein Beruf aber oft deutlich spannender und vielfältiger, als man es nach der Berufsbezeichnung erwartet", sagte Wanka. "Genau dafür ist der Girls’ Day gedacht: Mädchen auch ungewöhnliche, naturwissenschaftlich ausgerichtete Berufe vorzustellen, an die sie vielleicht noch nie gedacht haben oder die sie nicht kennen."

Der Girls’ Day ist ein wichtiger Meilenstein in der Berufsorientierung junger Frauen. Dieses Jahr stehen deutschlandweit 98.068 Plätze in Organisationen, Betrieben und Institutionen zur Verfügung, die Mädchen können aus insgesamt 9.460 Angeboten wählen. Die wissenschaftliche Begleitforschung zum Girls’ Day hat zudem gezeigt, dass sich Unternehmen durch die wiederholte Teilnahme am Girls‘ Day verstärkt bei der Ansprache junger Frauen für technisch-naturwissenschaftliche Berufe engagieren. Ein Drittel der Unternehmen gab an, Bewerbungen von jungen Frauen für Praktika oder Ausbildungsplätze erhalten zu haben, 65 Prozent von ihnen wurden eingestellt.

Insbesondere in drei Handwerksberufen ist es gelungen mehr junge Frauen für eine Ausbildung zu gewinnen, wie eine Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung der 2015 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ergab: Unter den 25 am stärksten besetzten Männerberufen ist im Bäckerhandwerk der Anteil junger Frauen zwischen 2004 und 2015 um 7,7 Prozent gestiegen, im Maler- und Lackiererberuf um 6,5 Prozent und im Tischlerhandwerk um fünf Prozent. Der Zuwachs im Bäckerberuf ist so groß, dass der Frauenanteil 2015 bereits bei 25,9 Prozent lag. Damit zählt dieser Beruf inzwischen zu den "gemischten" Berufen, in denen jedes der beiden Geschlechter relativ stark vertreten ist. Auch im akademischen Bereich tut sich etwas: So stieg der Frauenanteil in den Studienfächern Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften von 18,6 Prozent im Jahr 2008 auf 31,3 Prozent im Wintersemester 2014/2015.

Der Girls‘ Day  wird getragen von einem Aktionsbündnis, zu dem folgende Partner gehören:  Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesagentur für Arbeit (BA), Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Bundeselternrat (BER) und Initiative D21. Als ständige Gäste in der Lenkungsgruppe vertreten sind die Kultusministerkonferenz (KMK) sowie die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister

Mehr Informationen unter:
www.girls-day.de
https://www.bmbf.de/de/mint-pakt-und-girls-day-214.html