Im Urlaub vor Tropenkrankheiten schützen

Der Urlaub ist gebucht, der Koffer gepackt: Wer eine Reise in ein Risikogebiet plant, sollte sich über Tropenkrankheiten und Prophylaxe informieren. Vor einigen Krankheiten kann schon ein Moskitonetz Schutz bieten.

Vor Abreise in den Urlaub in die tropischen Länder Afrikas, Südamerikas oder Teilen Südostasiens ist ein Blick in den Impfpass und eine tropenmedizinische Beratung ratsam. Denn einige Impfungen werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) dringend empfohlen wie beispielsweise die Basisimpfungen gegen Mumps, Masern, Röteln, Windpocken, Hepatitis B, Diphterie und Tetanus. Weitere Impfungen wie beispielsweise gegen Hepatitis A und B oder Meningokokken sind je nach Reiseland und dortiger Urlaubsaktivität sinnvoll. Zu den Risikogebieten zählen sämtliche afrikanische Länder südlich der Sahara. Mittelamerika, die Länder Südamerikas beiderseits des Amazonas sowie Teile Südostasiens sind ebenfalls bekannt für Tropenkrankheiten.

Sie planen eine Reise nach Süd- oder Mittelamerika? Alle wichtigen Infos rund um das Zikavirus finden Sie auf der Homepage des Robert Koch-Instituts.

Schutz gegen Malaria und Dengue-Fieber

Gegen viele Tropenkrankheiten existiert allerdings derzeit kein sicherer Impfstoff wie beispielsweise gegen Malaria. Die Infektionskrankheit wird durch Steckmücken übertragen, denen man besonders in Mittel- und Südamerika, Zentralafrika und Südostasien ausgesetzt ist. Eine medikamentöse Vorbeugung ist möglich, wichtig ist aber vor allem der Schutz vor Mückenstichen, beispielsweise durch Moskitonetze. Wenn sich die Körpertemperatur nach dem Urlaub in einem der Risikoländer unerwartet erhöht, sollte sofort ein Arzt konsultiert werden. In den vergangenen Jahren wurden laut Robert Koch-Institut zwischen 500 und 600 Malaria-Fälle pro Jahr bei deutschen Reiserückkehrern gemeldet. Todesfälle bei Reisenden sind selten, kommen aber vor.

Ähnlich das Dengue-Fieber: Die Viruserkrankung wird ebenfalls von Mücken übertragen und löst Fieber aus. Es verläuft häufig harmlos, teilweise können aber lebensgefährliche Komplikationen auftreten. Dengue-Fieber ist in den Tropen besonders verbreitet, infizieren können sich Reisende aber beispielsweise auch in den Südstaaten der USA. Insgesamt knapp 500 Fälle wurden laut Robert-Koch-Institut im Jahr 2013 bisher bei deutschen Urlaubsrückkehrern gemeldet.

Mit Bilharziose, einer tropischen Wurmerkrankung, infiziert man sich durch verunreinigtes Süßwasser. Vorstufen von Würmern, Schistosomen, können dabei über die Haut in den Körper eindringen. Dabei ist es möglich, dass die ersten Symptome zeitverzögert lange nach der Infektion auftreten.

Teufelskreislauf aus Armut und Krankheit durchbrechen

Während Urlauber nach Ankunft im Heimatland im Falle einer Infektion in der Regel sehr schnell und wirksam mit Medikamenten behandelt werden können, fehlt Menschen in den jeweiligen Tropenländern häufig der Zugang zur medizinischen Versorgung und zu sauberem Trinkwasser. Für sie enden Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber oft tödlich. Nicht zuletzt, weil in den vergangenen Jahrzehnten kaum neue Medikamente gegen Krankheiten in der Dritten Welt entwickelt wurden. Deshalb werden sie auch als vernachlässigte und armutsbedingte Krankheiten bezeichnet. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit fast 1,5 Milliarden Menschen an armutsbedingten Krankheiten leiden.

Armutsbedingte und vernachlässigte Krankheiten sind immer wieder ein Schwerpunktthema der G7-Gipfel. Besonders die Forschung zu diesen Krankheiten steht dabei – neben der globalen Gesundheits- und Entwicklungspolitik – im Mittelpunkt. Denn: Um die armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten einzudämmen oder gar zu besiegen, werden dringend neue Medikamente, Impfstoffe und Diagnosemöglichkeiten benötigt. Zudem müssen in den betroffenen Ländern funktionierende Gesundheitssysteme und die dazugehörige Gesundheitsforschung aufgebaut werden.

Gemeinsame Forschung unterstützen

Die Forschung zu Infektionskrankheiten in den Entwicklungsländern hat für das Bundesforschungsministerium einen besonders hohen Stellenwert. Im Jahr 2011 hat das Bundesforschungsministerium sein „Förderkonzept Vernachlässigte und armutsassoziierte Krankheiten“ vorgestellt.

Ein wichtiger Baustein des Förderkonzepts ist die Unterstützung von Produktentwicklungspartnerschaften, kurz PDPs, in denen Wissenschaftler an Präventionsmethoden, Impfstoffen und Medikamenten für die Behandlung vernachlässigter und armutsassoziierter Krankheiten wie Chagas, Dengue und lymphatischer Filariose arbeiten.

Weltweit agieren heute 16 große PDPs – vier davon fördert das Bundesforschungsministerium. Die Förderung konzentriert sich unter anderem darauf, Produkte zu entwickeln, die die Kindersterblichkeit senken und die Gesundheit der Mütter verbessern.

Ein Großteil der armutsbedingten Krankheiten sind Zoonosen, also Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Um deren Erforschung zu stärken, hat die Bundesregierung die seit dem Jahr 2006 bestehende Forschungsvereinbarung zu Zoonosen erneuert. Im Rahmen dieser Initiative wird das Bundesforschungsministerium ein interdisziplinäres "Nationales Forschungsnetz zu zoonotischen Infektionserkrankungen" unterstützen. Gefördert werden können Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitssystems und Unternehmen. Das Bundesforschungsministerium stellt für das Netzwerk 40 Millionen Euro für fünf Jahre zur Verfügung.