Impfstoff: „Es braucht sich niemand Sorgen zu machen“

Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung spricht Bundesforschungsministerin Anja Karliczek über die mögliche Zulassung des BioNTech-Impfstoffs: „Der Impfstoff wird die gleichen Sicherheitsstandards erfüllen wie alle anderen“, verspricht sie.

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung
Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung © BMBF/Laurence Chaperon

Noch nie zuvor wurde ein Impfstoff so schnell entwickelt, wie der COVID-19-Impfstoff. Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (Samstagsausgabe) erklärt Bundesforschungsministerin Karliczek, warum es dieses Mal so viel schneller ging als sonst: „Das SARS-CoV-2-Virus ist zwar neuartig, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten jedoch unter anderem auf der Erforschung der entsprechenden Virusfamilie, zu denen SARS- und MERS-Viren gehören, anknüpfen“, sagt sie. In dieser Forschung habe sich zudem die internationale Impfstoff-Initiative CEPI engagiert. Deshalb konnten vielversprechende Impfstoffkandidaten schnell entwickelt und erprobt werden, so die Ministerin.

Die Impfung bleibt absolut freiwillig

Trotz aller Geschwindigkeit bei der Entwicklung versichert Karliczek: „Der Impfstoff wird die gleichen Sicherheitsstandards erfüllen wie alle anderen. Das heißt auch, dass die Behörden nach der Zulassung weiter eng begleiten und einen Blick auf die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs haben – also genauso wie das sonst auch abläuft.“ Dass die Wirksamkeit und Sicherheit eines Impfstoffs von den Behörden weiter beobachtet werde, sei immer so, ergänzt die Bundesforschungsministerin. „Dies wird auch im Fall des COVID-19-Impfstoffs so sein“, sagt Karliczek. „Es braucht sich also niemand Sorgen zu machen.“ Zudem versichert sie: „Die Impfung bleibt absolut freiwillig.“

Es wird nicht in die Erbsubstanz eines Menschen eingegriffen

Um Verunsicherung bezüglich der neuen mRNA-Impfstoffe entgegenzuwirken, erklärt Karliczek auch den Unterschied zu Totimpfstoffen: Durch die Impfung werde den Zellen in Form einer mRNA nur die genetische Information für die Herstellung einzelner Antigene übertragen, so die Bundesforschungsministerin. „Nach diesem Bauplan beginnt die Zelle mit der Produktion von Proteinen, die als Antigene dem Immunsystem präsentiert werden. Der Körper erkennt: Das ist etwas Fremdes, wogegen ich mich schützen muss und produziert Antikörper“, erklärt Karliczek. Wie auch zelluläre mRNAs werde die Impfstoff-mRNA in der Zelle nach der Proteinproduktion abgebaut. Entgegen dem, was derzeit von Verschwörungstheoretikern verbreitet werde, wird also gerade nicht in die Erbsubstanz eines Menschen eingegriffen. „Es wird lediglich auf einem neuen Weg sein Immunsystem mobilisiert, um Antikörper zu bilden“, so die Ministerin.  

Das vollständige Interview lesen Sie hier. (Bezahlschranke)