Impfstoff: „Sicherheit geht vor Schnelligkeit“

Einige Länder sind bei der Zulassung des BioNTech-Impfstoffs schneller als Europa. Ministerin Karliczek sieht darin jedoch keinen Nachteil: „Es gab ein ordentliches Verfahren mit einer tiefgehenden Prüfung in einem vernünftigen Zeitrahmen“, sagt sie.

Impfstoff Covid-19
Die Europäische Arzeimittelagentur will am 21. Dezember ihr Gutachten über den Impfstoff von BioNTech und Pfizer vorlegen.  © Adobe Stock /Lakshmiprasad

Die Europäische Arzneimittelagentur hat angekündigt, am 21. Dezember ihr Gutachten über die Zulassung des Impfstoffs von BioNTech und Pfizer vorzulegen. Dass die Entscheidung noch vor Weihnachten fallen soll, sei positiv und ein weiteres Hoffnungszeichen, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek der Westdeutschen Zeitung (16.12.2020). „Wir wissen ja, dass viele Menschen auf den Start der Impfungen warten“, so die Ministerin.

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung
Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung © BMBF/Laurence Chaperon

Zugleich erklärt Karliczek, warum die Zulassung in Europa länger dauert als in anderen Ländern: „In Europa haben sich die Verantwortlichen auf ein ordentliches Zulassungsverfahren geeinigt. Das war und ist richtig“, sagt Karliczek. Hierbei würden noch einmal mehr Daten geprüft als in einem Verfahren über eine Notfallzulassung, die in Großbritannien und den USA erteilt wurde. Die Prüfung gehe hier noch ein Stück tiefer, so die Bundesforschungsministerin.

Die Menschen müssen dem Impfstoff vertrauen

In der sorgfältigen Prüfung sieht Karliczek auch eine vertrauensbildende Maßnahme: „Noch wichtiger als die Frage der Schnelligkeit ist am Ende, ob die Menschen Vertrauen in den Impfstoff entwickeln“, sagt sie. Denn die Impfung sei freiwillig und eine Abkürzung im Zulassungsverfahren daher schwierig. „Ich finde, wir können mit den Abläufen am Ende sehr zufrieden sein, wenn die EMA aus ihrer Sicht grünes Licht für den Impfstoff gibt. Es gab ein ordentliches Verfahren mit einer tiefgehenden Prüfung in einem vernünftigen Zeitrahmen“, so Karliczek.

Am Ende ginge es darum, meint die Forschungsministerin, die Pandemie zu bekämpfen. Dafür sei eine Herdenimmunität von 60 bis 70 Prozent nötig – und das ginge nur, wenn die Menschen dem Impfstoff vertrauen. Daher dürften auch in den nächsten Monaten keine Qualitätsabstriche gemacht werden, so Ministerin Karliczek.