Infektionen von Grund auf verstehen

Grundsteinlegung für das Zentrum für strukturelle Systembiologie auf dem Forschungscampus Hamburg-Bahrenfeld

Auf dem Forschungscampus Hamburg-Bahrenfeld wird heute der Grundstein für das Zentrum für strukturelle Systembiologie (CSSB) gelegt. Mit dem CSSB wird in Deutschland ein international bislang einmaliges Zentrum zur Erforschung von Krankheitserregern aufgebaut. Die Funktionsweise von Viren, Bakterien und Parasiten auf molekularer Ebene steht dabei im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Untersuchungen. International renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die für das CSSB erfolgreich rekrutiert wurden, helfen dabei, Ansatzpunkte für neue Medikamente gegen Infektionen zu finden.

„Wie die aktuelle Ebola-Epidemie in Afrika zeigt, ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir von Grund auf verstehen, wie Krankheitserreger funktionieren. Der Neubau für das CSSB schafft dafür notwendige Voraussetzungen und hilft uns diese globale Herausforderung effektiver anzugehen“, sagte Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

„Mit dem CSSB erfolgt der Brückenschlag zwischen physikalischer Grundlagenforschung und den Lebenswissenschaften. Das CSSB ist ein weiterer Baustein in unserem Plan, Hamburg und den Forschungscampus Bahrenfeld weiter als internationalen Spitzenstandort für Strukturforschung zu etablieren und die bestehenden Kooperationen auszubauen. Schon jetzt zieht das CSSB hervorragend ausgewiesene internationale Wissenschaftler an. Es ist ein wichtiges Signal, dass die norddeutschen Länder dabei eng zusammenarbeiten und vom Bund tatkräftig unterstützt werden. Mein Dank gilt allen Partnern dieses Projekts“, sagte die Hamburger Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt.

„Die Grundsteinlegung für das CSSB ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer gemeinsamen strukturbiologischen Forschung in Norddeutschland. Das neue, interdisziplinäre Forschungszentrum bündelt die vorhandenen Stärken, macht sie sichtbar und eröffnet neue Möglichkeiten, länderübergreifend auf diesem wichtigen Gebiet zu forschen“, sagte Andrea Hoops, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Das CSSB hat auf dem Campus Bahrenfeld direkten Zugang zu neusten wissenschaftlichen Großgeräten des Forschungszentrums Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY). Dazu zählen die Röntgenlichtquellen PETRA III und FLASH sowie der europäische Röntgenlaser European XFEL. Dieser geht, wie das CSSB, im Jahr 2016 an den Start. Diese Forschungslichtquellen ergeben in Kombination mit dem CSSB eine Vielzahl von Untersuchungsmöglichkeiten, die unter anderem das Zusammenspiel von Proteinen bei Infektionen entschlüsseln sollen. Dieser große Standortvorteil macht das CSSB für Forscherinnen und Forscher hochattraktiv und weit über die Grenzen Deutschlands sichtbar.

Im CSSB kooperieren universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in einem interdisziplinären Umfeld. Zurzeit gehören zum CSSB die Universität Hamburg, das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, das Heinrich-Pette-Institut - Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, die Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, das Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, das Forschungszentrum Jülich, das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie, die Medizinische Hochschule Hannover und DESY. Eine schwedische Forschungsgruppe vom renommierten Karolinska-Institut aus Stockholm ist ebenfalls am CSSB beteiligt.

Der drei Stockwerke umfassende CSSB-Forschungsbau wird auf rund 13 000 Quadratmetern Platz für 180 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bieten. Die Labore werden mit modernsten Geräten wie beispielsweise Kryo-Elektronenmikroskopen ausgestattet. Sie helfen dabei, sowohl die räumliche als auch zeitliche Interaktion von Einzelbestandteilen von Makromolekülen, wie beispielsweise Proteinen, besser zu verstehen. Der Bau und die Geräteerstausstattung mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von bis zu 50 Millionen Euro werden zu 73 Prozent vom Bund, zu 17 Prozent von Hamburg und zu 10 Prozent von Niedersachsen getragen.

Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/de/15688.php
http://www.cssb-hamburg.de/

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E-Mail: presse@bmbf.bund.de

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Tel.: +49 (0) 40 / 42 863 - 2322
Fax: +49 (0) 40 / 42 863 - 3722
E-Mail: pressestelle@bwf.hamburg.de

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Tel. +49 (0) 511 / 120 - 2603
Fax +49 (0) 511 / 120  99 - 2603
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