Inklusive Bildung

Gleichberechtigtes, gemeinsames Lernen von behinderten und nichtbehinderten Menschen verändert die Bildungslandschaft. Forschung und Wissenschaft begleiten diesen Prozess.

Auf die Lehrenden und Erziehenden kommt es an: Wie müssen sie ausgebildet und weitergebildet werden, damit Inklusion gelingt? © istockphoto.com/Mlenny

Im Jahr 2009 hat Deutschland die Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (VN-BRK) ratifiziert - und sich damit verpflichtet, ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen zu gewährleisten. Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen über alle Bildungsetappen hinweg so gut wie möglich zu fördern – von der frühen über die schulische und berufliche Bildung bis hin zu Weiterbildung und Hochschule.

Fachkräfte ausbilden und weiterbilden

Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist Wissen nötig. Im Mittelpunkt stehen die Fachkräfte: Sie brauchen besondere Kompetenzen und ein hohes Einfühlungsvermögen, um Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in die Klasse zu integrieren und ihnen Teilhabe zu ermöglichen. Sie sollen dazu befähigt werden, die besonderen Lernbedürfnisse zu verstehen und auf sie einzugehen. Wie also muss die dafür nötige Ausbildung und Weiterbildung der Lehrenden und Erziehenden aussehen? Wie können sie sich die erforderlichen Kompetenzen aneignen? Welche Strukturen müssen dafür geschaffen oder weiterentwickelt werden? Sicher ist, dass Fachkräfte unter­schiedlicher Professionen, die bei der Bereitstellung inklusiver Bildungsangebote zusammenwirken,  gelingende Kooperationen und praxistaugliche Instrumente zur Förderdiagnostik brauchen - hierfür fehlen aber bislang verbindliche und in allen Bundesländern anerkannte Qualitätsmaßstäbe.

Wie wirken die unterschiedlichen Konzepte?

Vor allem aber muss erforscht werden, wie die unterschiedlichen Konzepte und Methoden inklusiver Bildungsumgebungen überhaupt wirken und wie  sie weiterentwickelt werden können. Und was sind die Vor- und Nachteile inklusiver und exklusiver Förderbedingungen? Wie kann das gemeinsame Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung in allen Bildungsbereichen gefördert werden?

Bundesforschungsministerium unterstützt die Länder

Das Bundesforschungsministerium möchte dazu beitragen, diese Wissenslücken zu schließen und baut darum seine Forschungsförderung zu inklusiver Bildung aus. Damit unterstützt es die Länder in ihren Bemühungen, die Konvention der Vereinten Nationen in die Tat umzusetzen. Die Förderung ist Teil des Rahmenprogramms Bildungsforschung des Ministeriums.

Förderung des Bundesforschungsministeriums

Zum Aufbau des Forschungsschwerpunkts „Inklusion im Bildungssystem“ ist die Ausschreibung von Forschungsförderrichtlinien über alle Bildungsbereiche hinweg vorgesehen. Weitere Forschungsförderrichtlinien zu Verfahren und Instrumenten der Diagnostik in der inklusiven Bildung sowie zu Übergängen zwischen den Bildungsetappen mit Laufzeit von jeweils drei Jahren werden derzeit vorbereitet.

Damit inklusive Bildung in der Praxis erfolgreich sein kann, hat das Bundesforschungsministerium 2016 die Forschungsförderrichtlinie „Qualifizierung des pädagogischen Personals für inklusive Bildung“ ausgeschrieben. Zudem fördert es mit der „Qualifizierungsoffensive Lehrerbildung“ eine Vielzahl von Vorhaben zu Lehrerbildung, die einen spezifischen Fokus auf Heterogenität und Inklusion legen. Die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) setzt sich für ein breites Inklusionsverständnis in der Frühpädagogik ein.