Innovation & Strukturwandel

Mit der Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“ fördert das Bundesforschungsministerium den Wandel in strukturschwachen Regionen. Die Förderprogramme unterstützen strategische Bündnisse dabei, regionale Innovationspotenziale weiterzuentwickeln.

Allein bis 2024 plant das Bundesforschungsministerium, rund 600 Millionen Euro für neue Programme in strukturschwachen Regionen bereitzustellen. © BMBF

Rund 40 Prozent der Menschen in Deutschland leben in einer strukturschwachen Region. Dazu zählen küstennahe Gegenden, ländliche Räume und altindustrielle Gebiete; die ostdeutschen Flächenländer sind in Gänze als strukturschwach eingestuft. Die Wirtschaftskraft dieser Regionen lag – gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf – in den letzten zehn Jahren bei etwa 80 Prozent des Bundesdurchschnitts. Auch die Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten fallen gegenüber den starken Wirtschaftsräumen deutlich ab.

Tipp

Zur Definition strukturschwacher Regionen legt das Bundesforschungsministerium die Fördergebietskulisse der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) zugrunde. Mit unserer Online-Suche können Sie herausfinden, welche Regionen derzeit in dieses Raster fallen.

Im Koalitionsvertrag der 19. Legislaturperiode hat die Bundesregierung das Ziel verankert, Strukturschwächen gezielt anzugehen und gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland zu schaffen. Zentraler Baustein ist ein neues Fördersystem für strukturschwache Regionen, das erstmals alle Bundesprogramme für strukturschwache Regionen bündelt. Mit der Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel leistet das Bundesforschungsministerium einen wichtigen Beitrag zum neuen Fördersystem. Allein bis 2024 plant das Bundesforschungsministerium, rund 600 Millionen Euro für neue Programme bereitzustellen. Die Förderprogramme WIR!, RUBIN sowie REGION.innovativ sind bereits gestartet.

Leitidee

Innovative Regionen sind erfolgreicher: Sie haben eine höhere Wirtschaftskraft, sind wettbewerbsfähiger, schaffen bessere Beschäftigungsmöglichkeiten und bieten den Menschen echte Zukunftsperspektiven. Deshalb unterstützen die „Innovation & Strukturwandel“-Programme strategische Bündnisse aus Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und weiteren Akteuren dabei, regional vorhandene Innovationspotenziale zu nutzen und weiterzuentwickeln.

Um eine wirtschaftliche Dynamik anzustoßen, die sich langfristig selbst tragen kann, müssen bestehende Chancen erkannt und ergriffen werden. Zu diesen Chancen zählen beispielsweise forschungsstarke Hochschulen und Forschungseinrichtungen, mutige und visionäre Unternehmer sowie weitere Akteure, die sich ihrer Stärken bewusst sind und in ihren Regionen etwas anpacken und bewegen wollen. Für diese Menschen und Regionen ist die Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“ gemacht. Die „Innovation & Strukturwandel“-Programme sind grundsätzlich themenoffen konzipiert und Bündnissen aus allen strukturschwachen Regionen in Deutschland offen.

Die Förderprogramme

Die verschiedenen „Innovation & Strukturwandel“-Programme folgen gemeinsamen Fördergrundsätzen. So müssen die Akteure ihre Innovationsschwerpunkte selbst definieren, wobei das Bundesforschungsministerium ein weites Innovationsverständnis zugrunde legt. Von Beginn an sollen sich die geförderten Initiativen an vielversprechenden Anwendungsperspektiven orientieren. Über den gesamten Förderzeitraum sollen die Bündnispartner strategisch zusammenarbeiten und eine offene Innovationskultur leben.

Die „Innovation & Strukturwandel“-Programme setzen an unterschiedlichen Hebeln im Innovationsprozess an:

WIR! – Wandel durch Innovation in der Region

Das Förderprogramm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ fördert die Entstehung von breiten Innovationsbündnissen auch in solchen Regionen, die sonst eher selten in Verbindung mit Forschung und Innovation gebracht werden. WIR! bringt unterschiedlichste, auch innovationsunerfahrene Akteure zusammen und unterstützt strategische Ansätze für Forschung, Entwicklung und Innovation, die ein großes Potenzial für Wachstum und Lebensqualität haben. Auf diese Weise setzt das Programm neue Impulse in strukturschwachen Regionen.

Wie das funktionieren kann, zeigen die 20 WIR!-Bündnisse der Pilotrunde, die im März dieses Jahres mit der Umsetzung ihrer Strategien begonnen haben. So unterschiedlich wie die Regionen sind auch die Lösungsansätze: Sie reichen von Industrieautomatisierung bis Bioökonomie, von Lebensmittelproduktion bis zur Baudenkmal-Sanierung und von additiver Fertigung bis zur innovativen Bahntechnik. Während sich die erste Runde allein an ostdeutsche Bündnisse richtete, wird die zweite Förderrunde Initiativen aus allen strukturschwachen Regionen Deutschlands offenstehen. Für das Programm will das BMBF bis zu 250 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Bis zum 1. Februar 2020 können sich regionale Bündnisse für die WIR!-Förderung bewerben. Am 17. Dezember 2019 findet für alle Interessierten ein Live-Chat statt.

RUBIN – Regionale unternehmerische Bündnisse für Innovation

„RUBIN – Regionale unternehmerische Bündnisse für Innovation“ will die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit v. a. kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie die Innovations- und Verwertungsorientierung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen unterstützen. Dazu werden anwendungsorientierte regionale Bündnisse themenoffen gefördert. Sieben bis 15 Bündnispartner können über eine bis zu siebenmonatige Konzept- und eine dreijährige Umsetzungsphase mit in der Regel insgesamt 5 bis 12 Millionen Euro gefördert werden.

Bis zum 1. Februar der Jahre 2020, 2021 und 2022 können sich regionale Bündnisse für eine RUBIN-Förderung bewerben. Am 10. Dezember 2019 findet für alle Interessierten ein Live-Chat statt.

REGION.innovativ

Die explorative Fördermaßnahme „REGION.innovativ“ richtet sich an bestehende regionale Bündnisse, Netzwerke oder Cluster in strukturschwachen Regionen, die vor allem von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) getragen werden. Diese sollen – gemeinsam mit Forschungspartnern und weiteren Akteuren – neue Themen und Instrumente zur Forschungs-, Innovations- und Bildungsförderung in strukturschwachen Regionen entwickeln und umsetzen. Mehrere Förderbekanntmachungen mit einheitlichen Bedingungen, aber unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten sind geplant. In der ersten Förderrunde zielt REGION.innovativ auf neue Werkzeuge und Modelle der Arbeitsgestaltung und -organisation.

Bis zum 1. April 2020 können sich regionale Bündnisse um eine REGION.innovativ-Förderung bewerben.