Innovationsorientierung der Forschung

Wissen und Technologie frühzeitig in die Praxis bringen - das ist das Ziel der Initiative "Innovationsorientierung in der Forschung" des Bundesforschungsministeriums. Sie richtet sich an die außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Wissens- und Technologietransfer: Von der Forschung in die Anwendung © AlexRaths/Thinkstock

Die Übertragung von Erkenntnissen deutscher Spitzenforschung in Märkte und Produkte sichert wesentlich die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen und so den Erhalt des Wohlstands in Deutschland. Dies geschieht allerdings nicht automatisch. Die Verwertung von Forschungsergebnissen wird oft erst in Betracht gezogen, wenn die Ergebnisse bereits vorliegen.

Wissenstransfer schon im Forschungslabor

Besser kann dieser Weg gestaltet werden, wenn eine Kultur des Wissens- und Technologietransfers bereits in den Forschungslaboren existiert. So wird Forschung transparent und von der Gesellschaft akzeptiert. Der Förderbereich "Innovationsorientierung der Forschung" unterstützt darum die außeruniversitären Forschungseinrichtungen dabei, neue Instrumente und Methoden des Wissens- und Technologietransfers zu entwickeln. Er richtet sich an die vier großen außeruniversitären Forschungseinrichtungen: Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz- Gemeinschaft, Leibniz Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft.

Besondere Stellung der außeruniversitären Forschungseinrichtungen

Denn Forschung und Wissenschaft sind wichtig, um die gesellschaftlicher Herausforderungen zu meistern. Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen nehmen hierbei eine besondere Stellung ein, agieren sie doch an der Schnittstelle zwischen der Grundlagenforschung und der anwendungsorientierten Forschung.

Wo setzt die Förderung an?

Die Förderlinie "Innovationsorientierung der Forschung" ist in vier Förderschwerpunkte aufgeteilt, denen eine besonders große Hebelwirkung mit Blick auf die erfolgreiche Förderung von Verwertung zugeschrieben werden kann:

Verwertungsstrukturen

Es sollen Methoden und Werkzeuge für den Wissens- und Technologietransfer der außeruniversitären Forschungseinrichtungen geschaffen werden, die strukturell übertragbar sind und sowohl direkte (Kommerzialisierung) wie auch indirekte (Wissenstransfer mit volkswirtschaftlichem Nutzen) Effekte erzielen.

Stärkung der Verwertungskultur

Neue Instrumente und Methoden allein können Verwertung nicht dauerhaft hervorbringen. Deshalb ist die Einstellung und Ansicht durch die Wissenschaftler und Führungskräfte zum Thema des Transfers relevant. Um eine solche Verwertungskultur zu schaffen, in der Transfer als ein integraler Teil der Institutsstrategie und auch der Forschungsplanung betrachtet wird, sind alle Ebenen gefordert. Langfristig soll der Verwertungsgedanke von Forschungsergebnissen bis in alle Gesellschaftsbereiche getragen und gelebt werden.

Ausgründungen und Inkubatoren

Ausgründungen sind sehr werthaltige Verwertungsformen, die monetäre Rückflüsse in die Forschungseinrichtungen erzeugen und neue Arbeitsplätze schaffen. Die Ausgründungsunterstützung betrifft in der Vorgründungsphase wesentlich die Kompetenzerhöhung im Managementbereich und die Unterstützung von Ausgründungsprojekten durch Inkubatoren, die die Rahmenbedingungen für eine effiziente Gründungsvorbereitung bieten.

Exemplarische Verwertung

Durch die Erprobung neuer Methoden soll das Potenzial der Forschung noch umfassender einer (wirtschaftlichen) Verwertung zugeführt werden. Hierbei werden sowohl den besonderen Bedingungen der außeruniversitären Forschungseinrichtungen Rechnung getragen (z.B. Nutzung multidisziplinärer Netzwerke), als auch über Kreativprozesse bisher unentdeckte Pfade beschritten.

Die Antragstellung kann laufend erfolgen. Mit ersten Ideen kann der beauftragte DLR-Projektträger kontaktiert werden. Sie erhalten umgehend eine ausführliche Beratung, was und wie gefördert werden kann.

Die Hightech-Strategie

Die Hightech-Strategie der Bundesregierung „Innovationen für Deutschland“ schafft neue Möglichkeiten für Innovationen. Die Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Disziplinen an den großen Herausforderungen unserer Zeit wird mit der Hightech-Strategie befördert. Aber auch der Weg aus der Wissenschaft in die gesellschaftliche Anwendung wird geebnet. Neue Anwendungsfelder werden identifiziert. Dieses darf nicht zufällig geschehen, sondern muss geplant und kontinuierlich erfolgen. Strategien des Wissens- und Technologietransfers, Methoden der Identifizierung von Nutzungsmöglichkeiten und Werkzeuge der interdisziplinären Zusammenarbeit begründen eine Kultur der Verwertung.