Berufliche Weiterbildung

Das Bundesbildungsministerium will zum lebensbegleitenden Lernen motivieren. Berufliche Weiterbildung soll selbstverständlich werden. Darum hat es den Förderschwerpunkt "Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung" gestartet.

Digitalisierung, technologischer Wandel, demografische Entwicklung: Berufliche Weiterbildung wird immer wichtiger. © Thinkstock / camij

Berufliche Weiterbildung trägt dazu bei, die individuellen Erwerbsbiographien mit den gesellschaftlichen Erfordernissen abzugleichen - und zwar hinsichtlich beruflicher Qualifikation und qualifizierter Facharbeit. Damit unterstützt sie eine kontinuierliche Anpassung an Anforderungen, die sich immer rascher wandeln. Um dafür individuelle Potenziale und Optionen mit den wirtschaftlichen und sozialen Handlungsanforderungen in Einklang zu bringen, bedarf es einer Weiterbildungskultur, die sich an Nachhaltigkeit und Innovationsfähigkeit orientiert und die demographischen Entwicklungen berücksichtigt.

Teil der Erwerbsbiografie

Die Intention des Förderschwerpunktes "Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung" (InnovatWB) ist es, für lebensbegleitendes Lernen zu motivieren und berufliche Weiterbildung als einen selbstverständlichen Bestandteil der Gestaltung der individuellen Erwerbsbiografie zu leben.

Weiterbildung ist eine wichtige Grundbedingung für soziale Teilhabe und gesellschaftliche Partizipation, befördert Chancengerechtigkeit und Integration.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt mit dem Förderschwerpunkt InnovatWB die Entwicklung konzeptioneller Ansätze und Strategien für die Gestaltung eines zeitgemäßen beruflichen Weiterbildungssystems.

Über drei Jahre wird der Förderschwerpunkt vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) administrativ und wissenschaftlich begleitet.

34 Forschungs- und Entwicklungsprojekte

Insgesamt werden in „InnovatWB“ 34 Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit einer Laufzeit bis zu drei Jahren gefördert.

Als Einzel- oder als Verbundprojekte werden insgesamt 62 Einrichtungen mit 15 Millionen Euro finanziert. Vertreten sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Bildungsträger und Weiterbildungseinrichtungen, Branchenverbände, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Sozialpartnerorganisationen. Zudem sind Betriebe beteiligt, die als assoziierte Partner in die Projekte eingebunden sind.

Die bundesweiten Projektvorhaben gliedern sich nach drei Schwerpunkten:

Arbeitskräfte und Qualifikationsentwicklung

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Berufliche Weiterbildung spielt eine entscheidende Rolle bei der kontinuierlichen Entwicklung beruflicher Kompetenzen. Eine an den Weiterbildungsbedarfen orientierte Gestaltung von Qualifizierungsangeboten nimmt Lehr-/Lernformaten auf, die non-formales und informelles Lernen ebenso wie formales Lernen nutzen. Insbesondere für Zielgruppen mit einem erhöhten beruflichen Weiterbildungsbedarf können Fragen der formalen Anerkennung und gesellschaftlicher Akzeptanz informell erworbener Kompetenzen, bspw. durch arbeitsplatznahe oder integrierte Weiterbildung, von existenzieller Bedeutung sein.

Professionsentwicklung und Professionalisierung

Erwachsene nehmen an einer Weiterbildung teil
Erwachsene nehmen an einer Weiterbildung teil © Thinkstock

Dem Weiterbildungspersonal kommt im Zuge der Forderung nach lebensbegleitendem Lernen eine zentrale Rolle zu. Die Projekte in diesem Themenschwerpunkt entwickeln und erproben innovative Lehr-/Lern-Formate wie selbstgesteuertes Lernen (z.B. unter Einsatz digitaler Medien) in unterschiedlichen Branchen. Weiterhin werden im Hinblick auf sich verändernde Kompetenzprofile unter anderem Organisations- und Personalentwicklungsmaßnahmen für Weiterbildungseinrichtungen erarbeitet sowie Studiengänge für die weitere Professionsentwicklung konzipiert, erprobt und evaluiert.

Weiterbildungsforschung

© Synnatzschke, Kniel/Westend61/plainpicture.com

Zentrale Themen der Projekte in diesem Bereich sind Digitalisierung im Bereich der beruflichen Weiterbildung bzw. der Umgang mit neuen Technologien am Arbeitsplatz, den damit verbundenen neuen Kompetenzanforderungen und den daraus resultierenden Weiterbildungsqualifikationen. Zudem Untersuchungen zur Weiterbildungsfinanzierung und zu den Erträgen von Weiterbildung sowie die Ermittlung individueller und institutioneller Einflussfaktoren auf die Weiterbildungsbeteiligung verschiedener Zielgruppen. Es wird erwartet, dass aus der Reflexion zu den Projekten Erkenntnisse und Erfahrungen generiert werden, die die Forschung zum Gegenstandsbereich Weiterbildung befördern.