Bessere Überwachung von Neugeborenen

Um Behinderungen zu vermeiden, muss die Hirnfunktion von Neugeborenen gut überwacht werden. Ein  europäisches Forschungsprojekt hat das Ziel, dieses Monitoring weiter zu verbessern.

© eemagine Medical Imaging Solutions GmbH

Frühgeborene leiden häufig unter neurologischen Störungen, welche zu lebenslangen Behinderungen führen können.  Um dies zu vermeiden, ist auf Neugeborenen-Intensivstationen eine Überwachung der Hirnfunktionen erforderlich. Derzeit wird Elektroenzephalographie (EEG) in der klinischen Routine eingesetzt, die jedoch bestimmte Parameter wie den Stoffwechsel des Gehirns nicht erfassen kann. Eine weitere Schwierigkeit sind grundsätzliche Unterschiede der EEG-Muster bei Erwachsenen und Neugeborenen. Konventionelle Überwachungssysteme wurden für Erwachsene entwickelt  - die besonderen Anforderungen an das Monitoring von Neugeborenen fanden bisher nur wenig Berücksichtigung.

Mit dem "NeuroGuard XS"-Projekt soll erreicht werden, dass die Überwachung der Hirnaktivität bei Früh- und Neugeborenen wesentlich aussagekräftiger wird. Klinische Studien belegen, dass Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) die Messung des Sauerstoffgehaltes im Gehirn ermöglicht. Dies bietet völlig neue Möglichkeiten: der Sauerstoffgehalt im Gehirn kann wichtige zusätzliche Informationen über Störungen im Gehirn liefern.

Die "eemagine Medical Imaging Solutions GmbH" mit Sitz in Berlin wird in enger Kooperation mit den Projektpartnern aus den Niederlanden und Österreich  einen Prototyp entwickeln, der alle Vorteile der EEG- und NIRS-Messungen vereinigt. Eine schnelle und präzise Auswertung der Daten ermöglicht zudem eine zügige  Behandlung und gibt mehr Neugeborenen die Perspektive eines Lebens ohne körperliche oder geistige Beeinträchtigungen.

Das Bundesforschungsministerium unterstützt den deutschen Partner dieses dreijährigen Forschungsprojektes mit rund 440.000 Euro.

Europäisches Förderprogramm

Eurostars ist ein gemeinsames Förderprogramm von EUREKA und der Europäischen Kommission. Ziel von Eurostars ist es, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) für eine europäische Zusammenarbeit in Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu motivieren und damit deren internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Eurostars-Projekte sind technologieoffen und dienen zivilen Zwecken. Sie zielen auf die Entwicklung eines innovativen Produktes, Verfahrens oder einer Dienstleistung, welches spätestens zwei Jahre nach Projektabschluss Marktreife erlangt haben soll. Die Förderung der Projektteilnehmer erfolgt aus nationalen Mitteln, die durch einen Beitrag der Europäischen Kommission aufgestockt werden. Eurostars 2 (2014-2020) wird vom Bundesforschungsministerium mit rund 100 Millionen Euro gefördert. Ansprechpartner für deutsche Interessenten ist das nationale EUREKA-Büro im DLR Projektträger.