Innovativer Atemtest zur Früherkennung von Lungenkrebs

Ein neuer Test misst kleinste Veränderungen in der Zusammensetzung des Atems. Damit lässt sich Lungenkrebs bereits im Frühstadium erkennen.

Eine Röntgenaufnahme einer Lunge
Eine Röntgenaufnahme einer Lunge © Thinkstock

Eine gesunde Lunge verschafft uns Menschen die lebenswichtige Luft zum Atmen. Lungentumore gehören jedoch inzwischen mit jährlich über 50.000 Neuerkrankungen in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen. Die Erkrankung wird häufig erst spät erkannt, da Lungenkrebs im Frühstadium kaum Beschwerden verursacht. Durch seine ungünstige Prognose ist der Lungenkrebs mit Abstand die häufigste Krebstodesursache bei Männern und die dritthäufigste bei Frauen. Die meisten Lungenkrebspatienten sterben fünf Jahre nach der Diagnose. Früherkennungsverfahren sind daher besonders wichtig.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung und des Deutschen Zentrums für Lungenforschung in Bad Nauheim, welche vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden, haben gemeinsam mit Kooperationspartnern ein Verfahren entwickelt, das die Erkrankung bereits im frühen Stadium erkennen kann. Dazu analysierten sie Atemproben von 138 Krebspatienten und gesunden Personen auf Spuren bestimmter RNA-Moleküle, die durch Krebswachstum verändert sind und sich daher bei beiden Gruppen unterscheiden.

In der Studie konnte der Atemtest Lungenkrebs in mehr als 90 Prozent der Fälle richtig diagnostizieren. Die Methode ist damit deutlich präziser als die bisherigen Röntgen- und CT-Untersuchungen, wird jedoch herkömmliche Verfahren nicht völlig ersetzen können. Der Test könnte zunächst ergänzend eingesetzt werden, um falsch-positive Lungenkrebsdiagnosen zu reduzieren. Ziel der Forscher ist es nun, weitere klinische Studien durchzuführen und den Atemtest bis zur Marktreife weiterzuentwickeln, um ihn schnellstmöglich zur Früherkennung im Klinikalltag anwenden zu können.