Integration durch Bildung

Die Bildungsbeteiligung von Migrantinnen und Migranten und ihre Bildungserfolge bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit und Förderung. Denn Bildung ist für ihre Integration in unsere Gesellschaft von herausragender Bedeutung.

Abdulrahim (l) und Vito, Schüler einer Willkommensklasse lernen am 31.08.2015 an der Friedenauer Gemeinschaftsschule/1. Gemeinschaftsschule Schöneberg in Berlin deutsch.
Abdulrahim (l) und Vito, Schüler einer Willkommensklasse lernen an der Friedenauer Gemeinschaftsschule/1. Gemeinschaftsschule Schöneberg © dpa/picture-alliance/Britta Pedersen

Die Verbesserung der Bildungschancen, Bildungsbeteiligung und Bildungserfolge ist eine der zentralen Herausforderungen für unser Bildungssystem. Die Bundesregierung stellt sich dieser Herausforderung.

Dies kommt bereits in der gemeinsamen Dresdner Erklärung "Qualifizierungsinitiative für Deutschland" der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten der Länder aus dem Jahr 2008 zum Ausdruck. Der Nationale Integrationsplan (NIP) von 2007 stellte die Integrationsinitiativen des Bundes, der Länder, der Kommunen und der Bürgergesellschaft erstmals auf eine gemeinsame Grundlage.

Um die Integrationspolitik in Deutschland verbindlicher zu gestalten, wurde der NIP im Jahr 2011 gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteuren zum Nationalen Aktionsplan Integration (NAP-I) mit konkreten, verbindlichen und überprüfbaren Zielvorgaben weiterentwickelt, der 2012 auf dem 5. Integrationsgipfel der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Auf dem 6. Integrationsgipfel im Mai 2013 wurde ein Zwischenbericht vorgelegt, in dem das BMBF die durch den Bund eingeleiteten Maßnahmen im Bereich von Bildung, Ausbildung und Weiterbildung dargestellt hat. Der 7. Integrationsgipfel der Bundeskanzlerin mit Vertretern von Ländern, Zivilgesellschaft und Unternehmen Anfang Dezember 2014 diskutierte das wichtige Thema der Qualifizierung in der Beruflichen Bildung.

Die Bundesregierung wird den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Dabei haben Migrantenorganisationen als Partner der Integrationsförderung eine wichtige Brückenfunktion.

Der Bund hat seine Ausgaben für Bildung und Forschung zwischen 2010 und 2013 um insgesamt 13 Milliarden Euro erhöht. Allein seine Bildungsausgaben hat der Bund seit 2005 um fast 70 Prozent gesteigert (von 4,3 Milliarden Euro 2005 auf 7,3 Milliarden Euro 2012). Im Bildungsbereich werden die zusätzlichen Mittel gezielt an den Stellen eingesetzt, die über ein Gelingen des Bildungswegs entscheiden. So hat das BMBF neue Maßnahmen aufgelegt und seine bewährten Maßnahmen fortgeschrieben bzw. weiterentwickelt. Ein Schwerpunkt liegt hier in der Beruflichen Bildung.Ein Großteil der Fördermaßnahmen richtet sich nicht ausschließlich an Personen mit Migrationshintergrund. Vielmehr können alle Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderem Unterstützungsbedarf daran teilhaben. Diejenigen mit Migrationshintergrund können von diesen Maßnahmen häufig in besonderem Maße profitieren, da sie in den jeweiligen Zielgruppen häufig überdurchschnittlich vertreten sind.

Bei Bildungsbeteiligung und Bildungserfolgen lassen sich immer mehr Fortschritte feststellen: So besuchen immer mehr Kinder mit Migrationshintergrund Kindertagessstätten, die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne allgemeinbildenden Abschluss sinkt, die Zahl der jungen Migranten mit höheren Bildungsabschlüssen steigt. In den internationalen Schulleistungsvergleichsuntersuchungen wie PISA schneiden in den Kompetenzbereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen immer besser ab. Der Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger mit Migrationshintergrund steigt. Die Zahl der jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss ist rückläufig.

Trotz Bildungsaufstieg: Die Unterschiede in den Bildungserfolgen  von Kindern , Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit und ohne Migrationshintergrund sind jedoch, je nach Altersgruppe und Bildungsbereich, immer noch erheblich. Es besteht also weiter Handlungsbedarf.