Intelligente Daten - wie wirkt der Klimaschutz?

BMBF übergibt Federführung des Treibhausgas-Messnetzes "ICOS" an BMVI / BM Dobrindt und Parlamentarischer Staatssekretär Müller starten Messbetrieb

Eine erfolgreiche Klimaforschung braucht vor allem mehr Daten und entsprechend hochmoderne Messstationen - nicht nur über Land, sondern auch auf den Weltmeeren. Auf dem Hohenpeißenberg in Oberbayern haben deshalb heute Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung (BMBF) und Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) per Mausklick das Startsignal für die Forschungsinfrastruktur "Integrated Carbon Observation System" (ICOS) gegeben. Gemeinsam nahmen sie die neue Mess-Station Gartow des Deutschen Wetterdienstes bei Dannenberg an der Elbe in Betrieb. Gartow beherbergt eine der zahlreichen Messeinrichtungen von ICOS in ganz Europa, die langfristige Daten zur Emission wichtiger Treibhausgase liefern werden.

Parlamentarischer Staatssekretär Stefan Müller: "Mit der Investition in das Forschungs- und Monitoring-Netzwerk ICOS haben wir ein politisches Zeichen für die internationale Klimapolitik gesetzt: Die erhobenen Daten sind wichtige Grundlage, um Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen zu bewerten. Damit leistet ICOS einen wesentlichen Beitrag zu den Zielen des Weltklimaabkommens."

Das BMBF hat den Aufbau der deutschen Seite von ICOS während der vergangenen fünf Jahre mit einem Betrag von 16 Millionen Euro finanziert. Damit konnten vier Messtürme als Atmosphärenobservatorien, 15 Ökosystemmessstationen, drei Schiffslinien, zwei Ozean-Observatorien und zwei Labore ausgerüstet werden. Ganz entscheidend ist, dass die Daten langfristig erhoben werden. Für den auf 20 Jahre angelegten Betrieb von ICOS Deutschland übernimmt nun das Bundesverkehrsministerium die Verantwortung und stellt darüber hinaus Gelder für die Weiterentwicklung des Messnetzes zur Verfügung. "Ich freue mich sehr über diese erfolgreiche Übergabe des Staffelstabs zwischen unseren Ressorts", so Müller.

ICOS ist ein dezentrales europaweites Forschungsnetzwerk mit drei Messprogrammen, die über den ganzen Kontinent und seine Randmeere verteilt sind. Bisher beteiligen sich 15 Länder. Die ICOS-Stationen überwachen kontinuierlich über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren den Treibhausgas-Austausch zwischen Atmosphäre, Ozean und Ökosystem. Die Daten werden allen interessierten Nutzern zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe der Messungen kann auch gezeigt werden, wie viel atmosphärisches Kohlendioxid aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas stammt und wie viel auf natürlichem Wege entsteht. Diese Ergebnisse dienen der Kontrolle der laufenden emissionsmindernden Maßnahmen in Deutschland und Europa.

Mehr Informationen unter:

https://www.bmbf.de/de/forschung-zu-klimaschutz-und-klimawirkungen-365.html

www.fona.de/de/icos-19810.html

www.icos-infrastruktur.de