Internationale Vergleichsstudien

Die internationalen Leistungsvergleichsstudien tragen dazu bei, gesicherte Befunde über die Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland zu erhalten.

Wie gut sind deutsche Schülerinnen und Schüler in Mathematik? Wie gut können sie lesen? Wie sind ihre Kompetenzen in den Naturwissenschaften? All das wird regelmäßig in internationalen Vergleichsstudien analysiert.

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Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren an mehreren wichtigen internationalen Leistungsvergleichen im Schulbereich beteiligt. Dazu zählen insbesondere die Erhebung der OECD „Programme for International Student Assessment“ (PISA), sowie die Erhebungen „Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung“ (IGLU) und „Trends in Mathematics and Science Study“ (TIMSS), die beide von der internationalen Forscherorganisation IEA (International Association for the Evaluation of Educational Achievement) durchgeführt werden. Der PISA-Test fand zuletzt 2015 statt. Die Ergebnisse wurden im Dezember 2016 veröffentlicht. TIMSS wurde zuletzt ebenfalls 2015 erhoben und Ende 2016 vorgestellt, IGLU ein Jahr später.

Die Ergebnisse dieser Leistungsvergleiche, vor allem die als „PISA-Schock“ bekannt gewordene Veröffentlichung der Ergebnisse aus der ersten Erhebung PISA 2000, haben zentrale Schwächen des deutschen Bildungssystems aufgedeckt. Demnach erbrachten deutsche Schülerinnen und Schüler nur durchschnittliche Leistungen auf zentralen Gebieten wie Lesen, Mathematik oder Naturwissenschaften. Zudem entschied in kaum einem anderen Industriestaat die sozio-ökonomische Herkunft so sehr über den Schulerfolg und die Bildungschancen wie in Deutschland.

In den Jahren nach PISA 2000 brachten die Bundesregierung und die für Schulpolitik zuständigen Länderregierungen eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg, beispielsweise die gemeinsamen Bildungsstandards und regelmäßige Vergleichsarbeiten für allen Bundesländer, das Ganztagsschulprogramm sowie Forschung zu frühkindlicher Sprachförderung. Teilweise zeigten diese Maßnahmen Wirkung: So gelang es beispielsweise, den Anteil an leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern – also solchen, die bei den PISA-Tests sehr schlecht abschneiden – deutlich zu reduzieren. Auch verbesserten sich die durchschnittlichen Leistungen in allen drei Testfächern kontinuierlich bis 2012. Seitdem ist der Trend allerdings wieder rückläufig.

Andere Probleme jedoch bleiben bis heute bestehen: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund schneiden nach wie vor schlechter ab als Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund. Ebenso ist die Abhängigkeit der Schülerleistungen vom sozio-ökonomischen Hintergrund des Elternhauses immer noch höher als in vielen anderen Ländern. Auch der Anteil besonders leistungsstarker Schülerinnen und Schüler ist deutlich niedriger als anderswo. Wenn wir die Zukunftschancen der jungen Generation in Deutschland sichern wollen, muss das Bildungssystem in Deutschland mehr Kinder und Jugendliche zu höheren Bildungsabschlüssen führen – und zwar unabhängig von ihrer Herkunft.