Internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildung

Die Strategie der Bundesregierung „Internationale Berufsbildungszusammenarbeit aus einer Hand“ wird von den zuständigen Bundesressorts mit der Zentralstelle der Bundesregierung zur Internationalisierung der Berufsbildung umgesetzt und entwickelt.

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Strategie der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat im Juli 2013 ein Strategiepapier zur Internationalisierung der Berufsbildung vorgelegt. Deutschland stellt interessierten Partnerländern weltweit seine Expertise zum dualen System der Berufsbildung zur Verfügung. Neben dem Bundesbildungsministerium engagieren sich weitere Ressorts in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit: das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), für Wirtschaft und Energie (BMWi), Arbeit und Soziales (BMAS), sowie das Auswärtige Amt (AA). Die Nachfrage aus dem Ausland nach Beratung zu Ausbildungsthemen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Um ein kohärentes Auftreten der deutschen Berufsbildungsakteure gegenüber ausländischen Interessenten sowie eine stimmige Umsetzung der bundesdeutschen Ziele zur Internationalisierung der Berufsbildung zu gewährleisten, wurden seit 2013 spezifische Institutionen und Diskussionsformate geschaffen.

Geschäftsstelle Runder Tisch

Dazu zählt die Einrichtung der Runden Tische, an denen die mit der Internationalisierung der Berufsbildung betrauten Bundesressorts ihre Auslandsaktivitäten mit weiteren thematisch eingebundenen Akteuren wie den Kammern, Verbänden und den Gewerkschaften abstimmen. Die Runden Tische tagen regelmäßig in unterschiedlichen Konstellationen, abwechselnd auf Leitungs- und auf Arbeitsebene. Unterstützung erfahren die zuständigen Ressorts dabei von der Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation, die seit ihrer Gründung Ende 2013 am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn angesiedelt ist. Im internationalen Raum wird die Zentralstelle auch GOVET genannt, was als Akronym für German Office for international Cooperation in Vocational Education and Training steht. Die Zentralstelle hat die Geschäftsstellenfunktion der Runden Tische inne und fungiert als zentraler deutscher Ansprechpartner für Fragen der internationalen Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung. Darüber hinaus sorgt sie bei den bilateralen Berufsbildungskooperationen des Bundesbildungsministeriums mit fachlicher Expertise für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den jeweiligen Partnerministerien der anfragenden Länder.

Berufsbildung ist international attraktiv

Denn die deutsche Berufsbildung genießt weltweit einen hervorragenden Ruf. Gründe für die Leistungsfähigkeit und internationale Attraktivität des dualen Ausbildungssystems deutscher Prägung können anhand einiger zentraler Erfolgsfaktoren dargestellt werden. Dazu zählt erstens das arbeitspraktische und theoretische Lernen an zwei Lernorten, vorwiegend im Betrieb und in der Berufsschule. Dadurch wachsen die Auszubildenden leichter in das Arbeitsleben hinein und die Qualifizierung orientiert sich bedarfsgerecht an den betrieblichen Arbeitsprozessen.

Zweitens gelten nationale Ausbildungsstandards: sie garantieren landesweit eine einheitliche, qualitativ hochwertige Ausbildung und gewährleisten gleichzeitig die überregionale Mobilität der Fachkräfte.

Zum dritten stellt die Zusammenarbeit von Sozialpartnern, Staat und Wirtschaftsorganisationen bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen der Berufsbildung einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen von Arbeitnehmern — in diesem Zusammenhang von Auszubildenden in ihrer Rolle als abhängig Beschäftigte — und Arbeitgebern sowie dem öffentlichen Interesse her. Zudem sichern die Kammern die hohe Qualität der dualen Ausbildung. Dies leisten sie durch regionale Berufsbildungsausschüsse, Abschlussprüfungen in anerkannten Ausbildungsberufen, Zertifizierung von Ausbildungsstandards sowie die Feststellung der Eignung von Ausbildungspersonal. Die betriebliche Praxisnähe der dualen Berufsbildung, die Berücksichtigung aktueller wirtschaftlicher Entwicklungen bei der Ausrichtung von Berufsbildern, wie auch die Einbindung wichtiger Interessengruppen in den Gestaltungsprozess der Ausbildungsgänge ermöglichen vielen jungen Menschen in Deutschland nach absolvierter Ausbildung den erfolgreichen Eintritt in den Arbeitsmarkt.