IT trifft Sozialwesen: Deutschlandstipendium bietet viele Möglichkeiten

Janet Welldeabzghi studiert Recht und Management in der Sozialen Arbeit – und wird als Deutschlandstipendiatin von einem IT-Unternehmen gefördert. Von dem Austausch zwischen den verschiedenen Welten profitieren beide Seiten.

Deutschlandstipendiatin Janet Welldeabzghi ist für Günter Jakobi ein Gewinn: "Mit ihr kann ich mich sehr gut über Themen wie Mitarbeiterbindung oder die Herausforderungen am Arbeitsmarkt unterhalten", sagt er. © syracom AG_Janet Welldeabzghi

Mehr Flexibilität, mehr Freiraum, weniger Druck: Dank des Deutschlandstipendiums kann Janet Welldeabzghi bereits im Studium Praxiserfahrung sammeln – und sich nebenbei sozial engagieren. „Das Deutschlandstipendium ist eine große Unterstützung“, sagt die 21-jährige Stipendiatin. Auch wenn das nicht immer leicht sei, helfe es dabei, alles unter einen Hut zu bekommen. Welldeabzghi studiert an der Hochschule RheinMain den noch jungen Studiengang „Recht und Management in der Sozialen Arbeit“. Eine mutige Entscheidung: Denn mit neuen, unbekannten Studiengängen gehen auch oft Zukunftsängste einher. Umso wichtiger ist der frühe Praxisbezug im Studium. Über die Hochschule bewarb sich Welldeabzghi daher für das Deutschlandstipendium – und fand einen ungewöhnlichen Förderer für einen Studiengang aus dem Sozialwesen: das Wiesbadener Business- und IT-Beratungshaus syracom.

Syracom ist seit dem Start des Deutschlandstipendiums als Förderer mit dabei. Jährlich erhielten bereits fünf Informatik-Talente vom Unternehmen eine monatliche Finanzspritze. Mit Janet Welldeabzghi profitiert jetzt erstmals ein Talent aus dem Sozialwesen. „In Zeiten, wo Integration und Zuwanderung eine starke Rolle spielen, bekommt dieser Bereich eine zunehmende Bedeutung. Dies wollen wir als sozial engagiertes Unternehmen mit starkem Anspruch an unsere eigene Unternehmenskultur zum Ausdruck bringen“, sagt Günter Jakobi, Mitbegründer und Vorstandsmitglied von syracom.

Mit dem Deutschlandstipendium übernehmen Unternehmen Verantwortung

Jakobis Unternehmen fördert junge Talente der Hochschule, da er mit dieser persönlich eng verbunden ist: Er hat selbst an der ehemaligen Fachhochschule Wiesbaden studiert und ist ihr seither als Mitglied des Fördervereins sowie als Lehrbeauftragter treu geblieben. Vor sieben Jahren war Jakobis Unternehmen daher eines der ersten in Wiesbaden, das sich für das Deutschlandstipendium engagierte. „Uns ist es wichtig, junge Menschen und ihre Ausbildung zu unterstützen, denn sie sind die Zukunft. Mit dem Deutschlandstipendium können wir einen Beitrag leisten und ein Stück Verantwortung übernehmen“, sagt Jakobi.

Von dem Stipendium profitieren beide Seiten: Die zeitlichen Freiräume, die ihr das Deutschlandstipendium verschafft, investiert Welldeabzghi in die ehrenamtliche Tätigkeit bei einem Sportverein: „Ich trainiere Kinder in der Leichtathletik und im Turnen. Das liegt mir sehr am Herzen und ich freue ich mich, dass ich jetzt wieder mehr Kurse geben kann“, sagt sie. Auch für Jakobi ist die Förderung ein Gewinn: „Mit Janet Welldeabzghi kann ich mich sehr gut über Themen wie Mitarbeiterbindung oder die Herausforderungen am Arbeitsmarkt in Verbindung mit dem demographischen Wandel unterhalten“, sagt er. 

Deutschlandstipendium hat geholfen, sich über den eigenen Weg klar zu werden

Die syracom AG hat Janet Welldeabzghi daher auch zur Teilnahme an einigen sozialen Projekten eingeladen. In einem Umweltprojekt pflegen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens gemeinsam eine Streuobstwiese – das stärkt den Zusammenhalt. Die Einblicke in die Projekte und die Praxis haben Welldeabzghi geholfen, sich über den eigenen Weg klar zu werden. „Ich habe viel über das Berufsleben erfahren und weiß dank verschiedener Gespräche mit der Personalleiterin von syracom in welchem Bereich ich mein Praxissemester machen möchte“, sagt die 21-Jährige. Für sie steht fest, dass sie als Praktikantin weitere Erfahrungen im Personalwesen sammeln möchte. Eine Zusage für einen Praktikumsplatz hat sie bereits.

Das Programm ist der Anfang einer neuen Stipendienkultur

Aufgrund seiner guten Erfahrungen mit Janet Welldeabzghi und den vorangehenden Stipendiaten wünscht sich Jakobi, dass sich noch mehr private Förderer für das Deutschlandstipendium engagieren. Die Vorteile liegen für ihn auf der Hand: „Das Programm ist der Anfang einer neuen Stipendienkultur. Die Mittel fließen außerdem nicht irgendwo hin, sondern kommen den Studierenden direkt zugute.“

Deutschlandstipendium

Das Deutschlandstipendium fördert begabte und leistungsstarke Studierende aller Fächer an den staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland. Neben überzeugenden Noten sollen bei der Vergabe des Deutschlandstipendiums auch gesellschaftliches Engagement und besondere persönliche Leistungen berücksichtigt werden. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden mit je 300 Euro im Monat unterstützt. 150 Euro zahlen private Förderer, 150 Euro steuert der Bund bei.