ITAFORUM 2016: Die Chancen der Digitalisierung

Den gesellschaftlichen und technologischen Fortschritt im Blick: Über die Digitalisierung von Arbeitswelt und Gesellschaft haben 150 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft  beim ITAFORUM 2016 diskutiert.

ITAFORUM 2016: In der Runde zu Chancen und Risiken der Digitalisierung. © Thomas Trutschel / photothek.net / BMBF

Arbeitsabläufe werden zunehmend von Computern und Robotern übernommen. Kommunikation findet mehr und mehr im Internet statt und das öffentliche Leben kann durch Millionen Handys und digitale Kameras allgegenwärtig aufgezeichnet werden. Von der fortschreitenden Digitalisierung verspricht sich die Wirtschaft höhere Effizienz, E-Learning-Angebote machen das Lernen orts- und zeitunabhängig. Und doch findet die Digitalisierung ihre Grenzen – beispielsweise im Datenschutz und der informationellen Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger.

ITAFORUM 2016 - Konferenz zur Innovations- und Technikanalyse: Ein Podiumsgespraech mit Matthias Graf von Kielmansegg (3. von rechts) vom BMBF. © Thomas Trutschel / photothek.net / BMBF

Warum werden bestimmte Innovationen abgelehnt?

Über Chancen, Risiken und Grenzen unter anderem der Digitalisierung von Arbeitswelt und Gesellschaft haben 150 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in den vergangenen beiden Tagen beim ITAFORUM 2016 diskutiert. 25 Forschungsprojekte, die sich mit technologischen oder gesellschaftlichen Innovationen und Entwicklungen beschäftigen, wurden während der Konferenz zur Innovations- und Technikanalyse (ITA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in verschiedenen Arbeitsgruppen vorgestellt. Dabei ging es auch um Fragen wie: Wie können Innovationen in Schwellenländern sozial und ökologisch nachhaltig gestaltet werden? Welche Potentiale stecken im Modell des Tauschens und Teilens für Wirtschaft und Verbraucher? Oder: Warum werden bestimmte Innovationen von der Gesellschaft abgelehnt?

Ein Kompass für die Arbeit des Bundesforschungsministeriums

Für die Forschungs- und Innovationspolitik des BMBF, die den gesellschaftlichen und technologischen Fortschritt im Blick hat, kann die ITA gleichsam ein Kompass sein. Hierzu diskutierte Matthias Graf von Kielmansegg, Leiter der Abteilung Grundsatzfragen; Strategie; Digitaler Wandel im BMBF, mit der Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages, Patricia Lips, dem Vorsitzenden des Deutschen Ethikrates, Prof. Dr. Peter Dabrock, dem Wissenschaftsphilosoph der TU Darmstadt, Prof. Dr. Alfred Nordmann, sowie mit dem Vorsitzenden des ITA-Beraterkreises, Prof. Dr. Michael Decker.

Entscheidungsprozesse werden transparent

Wichtig sei, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Ergebnisse der Innovations- und Technikanalyse noch stärker als bisher in die Öffentlichkeit hinein kommunizieren, das erklärte auch Matthias Graf von Kielmansegg während des Podiumsgespräches am ITAFORUM. So werden forschungspolitische Entscheidungsprozesse für Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbarer, transparenter und gestaltbarer. Entscheidendes Thema der Zukunft bleibe – so waren sich die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion sowie die Impulsvortragenden einig – die Digitalisierung mit all ihren Facetten.

Strategische Empfehlungen

Zum Abschluss der zweitägigen Konferenz wurden fünf strategische Empfehlungen für das BMBF erarbeitet:

  • Wichtig sind internationale strategische Forschungskooperationen, insbesondere im Nachhaltigkeitsbereich und vor allem mit Schwellenländern.
  • Es ist Forschung zu der Frage notwendig, ob wir unser eigenes Forschungs- und Innovationshandeln in seiner Veränderungsdynamik gut genug verstehen.
  • Das BMBF soll die Entwicklung von Standards der sozialen Medienkompetenz (in Schule, Berufsbildung, Hochschule, lebenslang) initiieren, moderieren und gestalten.
  • Nachfrageorientierte, transparente, multimodale, adressatengerechte Kommunikation und Dialoge sollen vom BMBF initiiert, durchführt und evaluiert werden.
  • Außerdem sollte im Fokus stehen: Erarbeitung, Typologie sowie die Grenzen von partizipativen Ansätzen für die Schaffung digitaler Transparenz.