Tipp für Verbraucher: So entsorgen Sie Medikamente richtig

Sauberes Wasser ist unsere Lebensgrundlage. Viel zu oft aber gelangen Medikamente über Toiletten in die Gewässer. Wie sie richtig entsorgt werden, darüber informiert ein  Verbraucherportal, gefördert vom Bundesforschungsministerium.

Medikamenten-Entsorgung in einen Abfallbehälter © Thinkstock/LiudmylaSupynska

Um die Wasserbelastung so gering wie möglich zu halten, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Maßnahme "Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf (RiSKWa)" zwischen 2011 und 2015 mit 31 Millionen Euro. Nach drei Jahren Arbeit haben die zwölf geförderten Verbundprojekte in Berlin ihre Ergebnisse vorgestellt.

Neue Lösungen sind praxisnah

„Wasser ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen überhaupt. Umso wichtiger ist es, das Wasser vor Verschmutzung zu schützen oder wirksam zu reinigen. Die Projekte leisten dazu einen wertvollen Beitrag“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Die entwickelten Lösungen sind sehr praxisnah. Es hat sich als gut erwiesen, dass verschiedene Akteure aus Forschung und Wirtschaft, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in den Projekten eng zusammengearbeitet haben. So kann es gelingen, das gewonnene Wissen auch international zum Schutz des Wassers einzusetzen.

Aufklärung und Vorbeugung ist besonders wichtig: Denn 47 Prozent aller Bundesbürger entsorgen Altmedikamente immer noch über das Waschbecken oder die Toilette. Das hat eines der geförderten Projekte herausgefunden. Deshalb können Verbraucherinnen und Verbraucher ab jetzt auf einer neu eingerichteten Internetseite nachlesen, wo sie alte Arzneimittel abgeben können. Bei diesem und anderen Projekten haben Forscherinnen und Forscher direkt mit Anwendern aus der Praxis zusammengearbeitet. Dabei ist zum Beispiel auch ein Bildungsportal für den Schulunterricht entstanden. Damit schädliche Stoffe gar nicht erst in das Grundwasser und  Oberflächengewässer gelangen, haben mehrere Verbundprojekte zudem ein Informationssystem aufgebaut, das anhand der urbanen und landwirtschaftlichen Nutzung analysiert, auf welche Stoffe in der jeweiligen Region besonders zu achten ist.

Verfahren zum Reinigen von Grundwasser

Genauso wichtig wie Prävention ist auch die Nachsorge: Verschiedene Projekte untersuchen, wie bereits ins Wasser gelangte Spurenstoffe durch zusätzliche Reinigungsschritte in Kläranlagen entfernt werden können. Vielversprechende Verfahren wie die Behandlung mit Aktivkohle oder Ozon wurden für verschiedene Einsatzszenarien optimiert. Am Beispiel des Bodensee-Zuflusses Schussen untersuchte ein Projekt die Auswirkungen der verschiedenen Reinigungsmethoden auf im Wasser lebendende Tiere und Pflanzen. Das Verbundprojekt Sichere Ruhr trägt dazu bei, dass Menschen demnächst wieder in der Ruhr baden können.

Forschern aus dem Projekt Sauber+ ist es gelungen, Verfahren zu entwickeln, die Abwässer aus Pflegeheimen und Krankenhäusern direkt vor Ort zu behandeln und Arzneimittel-Reststoffe zu entfernen. Neben den technischen Verfahren haben sie auch Materialien für die Schulung des Personals entwickelt. Das Verbundprojekt ANTI-Resist, das ein Messsystem für Antibiotika im Abwasser der Stadt Dresden entwickelt hat, erarbeitete darüber hinaus ein Fortbildungsprogramm für Ärzte, das zum sparsamen Einsatz von Antibiotika anregen soll.

Logo NaWaM RiSKWa, Nachhaltiges Wassermanagement © KIT Karlsruhe