JOBSTARTER plus: das Programm zur Stärkung der beruflichen Bildung

Das Förderprogramm JOBSTARTER plus stärkt die duale Berufsausbildung in Deutschland. Unterstützt werden vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die ausbilden möchten. Durchgeführt wird das Programm vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

Viele begabte Jugendliche suchen eine Chance, um mit der Ausbildung zu starten. JOBSTARTER plus-Projekte entwickeln innovative Ausbildungskonzepte. © thinkstock

Seit 2006 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit „JOBSTARTER“ und jetzt „JOBSTARTER plus“ Projekte, die Lösungswege für aktuelle Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt und in der Ausbildung finden sowie zur Strukturentwicklung beitragen. Über 500 Projekte sind bisher an den Start gegangen.

„Perspektiven für die berufliche Bildung“ − BMBF-Statuskonferenz zum Programm JOBSTARTER plus

Am 6. und 7. Oktober 2020 präsentiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf der Statuskonferenz „Perspektiven für die berufliche Bildung“ Erfahrungen, Praxisbeispiele und Ergebnisse aus sechs Jahren Laufzeit des Programms JOBSTARTER plus.

Die Teilnehmenden diskutieren über innovative Konzepte aus der Arbeit der JOBSTARTER plus-Projekte im Bereich der Aus- und Weiterbildung, um Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen für Ausbildung zu gewinnen oder diese bei Fragen der Digitalisierung zu unterstützen. Akteure aus der beruflichen Bildungspraxis, -politik und Wissenschaft sind eingeladen, die Ergebnisse mit Blick auf den Transfer und ihre nachhaltige Nutzung zu bewerten und kommende Bedarfe, Herausforderungen sowie Perspektiven für die berufliche Bildung zu identifizieren. Diskutiert wird im Plenum und in themenspezifischen Fachforen.

Nähere Informationen finden Sie unter: www.jobstarter.de/konferenz2020

Neben der thematischen und regionalen Netzwerkarbeit und dem Transfer innovativer Ausbildungskonzepte in die betriebliche Praxis haben die Projekte auch Ausbildungsplätze in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) geschaffen und Betriebe – darunter zahlreiche erstmals ausbildende – bei der Ausbildung unterstützt. Das so genannte Externe Ausbildungsmanagement (EXAM) ist zu einem zentralen Markenkern von JOBSTARTER plus gereift. Je nach Bedarf setzen die JOBSTARTER plus-Projekte beim Externen Ausbildungsmanagement unterschiedliche Schwerpunkte.

KMU bei der Digitalisierung begleiten

Aktuell besteht großer Bedarf, KMU an den digitalen Wandel heranzuführen. Dabei gilt der Mangel an qualifiziertem Personal als wesentliches Hemmnis – neben hohen Investitionserfordernissen und Anforderungen an die IT- und Datensicherheit. Einerseits sind Weiterbildungen für das bestehende Personal erforderlich. Andererseits kommt es darauf an, die Ausbildung inhaltlich und methodisch-didaktisch anzupassen, damit Auszubildende die erforderlichen Kompetenzen entwickeln können.

JOBSTARTER plus-Projekte schaffen daher Transparenz über Unterstützungsangebote regional vorhandener Initiativen und Programme zum Thema Digitalisierung und entwickeln und erproben spezielle Beratungsangebote zur Aus- und Weiterbildung. Darüber hinaus initiieren einige Projekte Verbundausbildungen sowie regionale, branchenbezogene Netzwerke.

Intensive Unterstützung für Klein- und Kleinstunternehmen

Immer mehr Klein- und Kleinstunternehmen (KKU) ziehen sich aus der Ausbildung zurück. Einerseits fehlen ihnen häufig die Ressourcen, um Ausbildungsangebot zu bewerben und/oder die Ausbildung durchzuführen. Andererseits kennen Jugendliche oft die Vorteile einer Ausbildung in KKU nicht, wie beispielsweise kurze Wege zum Chef oder die frühe Übernahme eigenverantwortlicher Aufgaben.

JOBSTARTER plus fördert daher verstärkt Projekte, die KKU dabei unterstützen, Fachkräfte im eigenen Betrieb auszubilden und so wettbewerbsfähig und wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. Sie helfen dabei, die Attraktivität der Ausbildung in KKU zu erhöhen. Mittels Beratung werden aktuell nicht ausbildende KKU an das Thema Ausbildung herangeführt. Des Weiteren unterstützen sie bei der Suche nach Auszubildenden, bei der Anbahnung von Praktika und bei der Durchführung der Ausbildung im ersten Jahr des Ausbildungsverhältnisses.

Gewinnung von Studienabbrecherinnen und -abbrechern für die Ausbildung

Junge Erwachsene, die nach ihrer Ausbildung Fach- und Führungsaufgaben übernehmen oder eine Unternehmensnachfolge antreten können, werden dringend gesucht. In dieser Hinsicht sind Studienabbrecherinnen und -abbrecher eine interessante Zielgruppe. Ehemalige Studierende bringen neben Fachkenntnissen ausgeprägte soziale Kompetenzen mit. Sie haben mehr Lebenserfahrung und sind meist reifer und selbstbewusster als Schulabgängerinnen und -gänger.

Kleinere und mittlere Betriebe für diese Zielgruppe zu sensibilisieren und aufzuschließen ist daher Aufgabe einiger JOBSTARTER plus-Projekte. Sie zeigen den Betrieben auf, wie sie Studienaussteigende als Auszubildende rekrutieren können. Des Weiteren bauen sie mit Netzwerkpartnern wie Kammern, Hochschulen und Arbeitsagenturen Beratungs- und Verweisstrukturen für Studienabbrechende auf und beraten (potenzielle) Studienabbrecherinnen und -abbrecher über Anschluss- und Karriereperspektiven in der beruflichen Bildung.

Förderung der interregionalen Mobilität

KMU, die ihren Fachkräftebedarf nicht decken können, bietet sich die Möglichkeit, deutschlandweit nach Auszubildenden zu suchen. Sie erschließen sich so einen größeren Bewerberkreis und haben bessere Chancen, Jugendliche zu finden, die ihre Anforderungen optimal erfüllen. Aber auch die „mobilen“ Jugendlichen profitieren: Mit einer Ausbildung in der Ferne erweitern sie ihren sozialen und beruflichen Horizont und gewinnen an Selbstbewusstsein, Reife und Handlungskompetenz.

Seit 2015 erproben zwei JOBSTARTER plus-Projekte, wie branchen-, betriebs- und regionalspezifisches Matching gelingen und die interregionale Mobilität von Auszubildenden erhöht werden kann. Die Projekte unterstützen KMU dabei, Auszubildende aus anderen Regionen zu finden und diese in das berufliche sowie soziale Umfeld zu integrieren. Sie machen Jugendliche und KMU auf unterstützende Angebote (z. B. betreutes Jugendwohnen) aufmerksam und motivieren Jugendliche, einen Ausbildungsplatz außerhalb der Heimatregion in Betracht zu ziehen.


JOBSTARTER plus steht im Kontext der

JOBSTARTER plus wird gefördert aus Mitteln des BMBF und des Europäischen Sozialfonds der europäischen Union (ESF).