Jordanien

Jordanien ist ein stabiler Partner in der krisengeschüttelten Region des Nahen Ostens. In den letzten Jahren konnten dort einige Großprojekte verwirklicht werden. Die German-Jordanian University (GJU) ist ein Leuchtturmprojekt in der Region.

Jubiläum in Amman – 15 Jahre Deutsch-Jordanische Universität

Die German-Jordanian University (GJU) wurde 2005 gegründet und gehört mittlerweile zu den führenden Hochschulen des Landes. Derzeit sind rund 5.000 Studierende eingeschrieben. Die GJU bietet nach dem Vorbild der deutschen Fachhochschulen eine wissenschaftlich anspruchsvolle Ausbildung mit starkem Praxisbezug an. Dabei orientiert sie sich am Bedarf der jordanischen Wirtschaft und Gesellschaft. Federführender Partner in Deutschland ist die Hochschule Magdeburg-Stendal. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat den Aufbau der Universität über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. Der Campus befindet sich in Madaba, etwa 35 Kilometer südlich der Hauptstadt Amman.

Zusammenarbeit im Wassermanagement

Im Forschungsbereich arbeitet das BMBF seit Jahren mit Partnern in Jordanien im Bereich Wassermanagement zusammen. Ziel der Projekte ist es, die knappe Ressource Wasser möglichst nachhaltig zu bewirtschaften. Um die Ergebnisse des Verbundprojekts SMART (Sustainable Management of Availabe Water Resources with Innovative Technologies) zum Integrierten Wasserressourcenmanagement (IWRM) am unteren Jordan zu verstetigen, hat das BMBF im Jahr 2012 das sogenannte NICE-Implementierungsbüro Amman in den Räumen des jordanischen Ministry of Water and Irrigation eröffnet. Das Implementierungsbüro berät mittels wissenschaftlicher Expertise das jordanische Wasserministerium sowie das eigens eingerichtete Nationale Komitee für ein effektives dezentrales Abwassermanagement in Jordanien (NICE).

SESAME – Der erste Synchrotonstrahler im Nahen Osten

Die Großforschungseinrichtung SESAME (Synchrotron Light for Experimental Science and Applications in the Middle East) ist ein bedeutendes multidisziplinäres Kompetenzzentrum zur Stärkung der physikalischen Grundlagenforschung im Nahen Osten. Es wurde 2002 in Allaan, Jordanien, unter der Schirmherrschaft der UNESCO als erste internationale Synchrotronstrahlungsquelle des Nahen Ostens errichtet. Der Elektronen-Speicherring BESSY I stammt aus Deutschland. An dem Vorhaben sind neben Jordanien unter anderem Ägypten, Bahrain, Israel, Iran Palästina, Zypern und die Türkei beteiligt, Deutschland hat Beobachterstatus. Neben der Grundlagenforschung dient es insbesondere auch dazu, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus der Region weiter zu qualifizieren und Forschungsmöglichkeiten zu eröffnen. SESAME zielt auf eine Vielfalt von wissenschaftlichen Anwendungen wie zum Beispiel auf die Untersuchung von Strukturen großer Biomoleküle, wie Proteine oder Ribosome. Es birgt damit ein großes wissenschaftliches Potential für die Arbeit der Natur-, Material- und Lebenswissenschaften wie auch der Archäologie („cultural heritage“). SESAME kann zu einem Exzellenzzentrum mit hoher Ausstrahlungskraft für den Nahen Osten, für Nordafrika sowie für die Golfregion werden und gleichzeitig als „Anker“ für internationale Forschungskooperationen mit Europa dienen. Die Anlage wurde im Mai 2017 eröffnet und konnte ab Juli 2018 von Seiten der Wissenschaft genutzt werden.