Jordanien

Jordanien ist ein stabiler Partner in der krisengeschüttelten Region des Nahen Ostens. In den letzten Jahren konnten dort einige Großprojekte verwirklicht werden. Die German-Jordanian University (GJU) ist ein Leuchtturmprojekt in der Region.

Jubiläum in Amman – 10 Jahre Deutsch-Jordanische Universität

Die German-Jordanian University (GJU) wurde 2005 gegründet und gehört mittlerweile zu den führenden Hochschulen des Landes. Derzeit sind rund 3.700 Studierende eingeschrieben. Die GJU bietet nach dem Vorbild der deutschen Fachhochschulen eine wissenschaftlich anspruchsvolle Ausbildung mit starkem Praxisbezug an. Dabei orientiert sie sich am Bedarf der jordanischen Wirtschaft und Gesellschaft. Federführender Partner in Deutschland ist die Hochschule Magdeburg-Stendal. Das Bundesbildungsministerium hat den Aufbau der Universität von 2004 bis 2012 mit rund 6 Millionen Euro gefördert; in einer weiteren Förderphase von 2013 bis 2016 sind rund 1,3 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen. Die Förderung erfolgt über den Deutschen Akademischen Austauschdienst. Der Campus befindet sich in Mushaqar bei Madaba, etwa 35 Kilometer südlich der Hauptstadt Amman. Bundesbildungsministerin Wanka besuchte Jordanien im Mai 2015, um anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der GJU gemeinsam mit dem Premierminister Dr. Abdullah Ensour die Schule für „basic research and humanities“ einzuweihen.

Zusammenarbeit im Wassermanagement

Im Forschungsbereich arbeitet das Bundesbildungsministerium seit Jahren mit Partnern in Jordanien im Bereich Wassermanagement zusammen. Ziel der Projekte ist es, die knappe Ressource Wasser möglichst nachhaltig zu bewirtschaften. Um die Ergebnisse des Verbundprojekts SMART zum Integrierten Wasserressourcenmanagement (IWRM) am unteren Jordan zu verstetigen, hat das Bundesbildungsministerium im Jahr 2012 das sogenannte NICE-Implementierungsbüro Amman in den Räumen des jordanischen Ministry of Water and Irrigation eröffnet. Das Implementierungsbüro berät und bietet wissenschaftliche Unterstützung für das jordanische Wasserministerium und ein eigens eingerichtetes nationales Komitee für ein effektives dezentrales Abwassermanagement in Jordanien (NICE).

SESAME – Der erste Synchrotonstrahler im Nahen Osten

Die Großforschungseinrichtung SESAME (Synchrotron Light for Experimental Science and Applications in the Middle East) ist ein bedeutendes multidisziplinäres Kompetenzzentrum zur Stärkung der physikalischen Grundlagenforschung im Nahen Osten. Es wurde in Allaan, Jordanien, im Jahr 2002 unter der Schirmherrschaft der Unesco als erste internationale Synchrotronstrahlungsquelle des Nahen Ostens errichtet. Der Elektronen-Speicherring BESSY I stammt aus Deutschland. An dem Vorhaben sind neben Jordanien unter anderem Ägypten, Israel, Palästina und die Türkei beteiligt, es wird unter dem Dach der Unesco aufgebaut. Neben der Grundlagenforschung dient es insbesondere auch dazu, Nachwuchswissenschaftler aus der Region weiter zu qualifizieren und Forschungsmöglichkeiten zu eröffnen. SESAME zielt auf eine Vielfalt von wissenschaftlichen Anwendungen, wie zum Beispiel auf die Untersuchung von Strukturen großer Biomoleküle, wie Proteinen oder Ribosomen. Es verfügt damit über ein großes wissenschaftliches Potential für Natur-, Material- und Lebenswissenschaftler aber auch in der Archäologie („cultural heritage“) und kann zu einem Exzellenzzentrum mit hoher Ausstrahlungskraft für den Nahen Osten und darüber hinaus in Nordafrika und der Golfregion werden. Gleichzeitig kann es als „Anker“ für internationale Forschungskooperationen mit Europa dienen. Die Anlage soll in diesem Jahr starten.