Jüdische Studien

Die Jüdischen Studien in Deutschland sind international beachtet und anerkannt. Das Bundesbildungsministerium möchte diese Entwicklung besonders unterstützen und fördert den weiteren Aufbau des Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg (ZJS).

Lesung der Tora mit Gebetsriemen und Torazeiger. © Thinkstock

Das Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg (ZJS) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin, der Universität Potsdam, des Abraham Geiger Kollegs Kollegs, des Moses Mendelssohn-Zentrums für europäisch-jüdische Studien, der Europa-Universität Viadrina und der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Mit seiner Unterstützung für das Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg hat das BMBF auch zur erfolgreichen Gründung der School of Jewish Theology (SoJT) in Potsdam im November 2013 beigetragen.

Im Zentrum werden wissenschaftliche Aktivitäten auf diesem Gebiet in Studium und Lehre gebündelt und vernetzt. Zugleich wird durch Gastprofessuren und Fellows der internationale Austausch mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, insbesondere aus den USA, Israel, Großbritannien, Frankreich und den GUS-Ländern, verstärkt. Darüber hinaus werden Forschungsstellen für Nachwuchswissenschaftler geschaffen. Das Zentrum für Jüdische Studien wird weit über Deutschland hinaus wirken. Es knüpft an die große Tradition jüdischer Gelehrsamkeit insbesondere in Berlin an.

Durch das Zentrum für Jüdische Studien sollen gemeinsame – universitätsübergreifende und interdisziplinäre – Forschungsprojekte angeschoben werden, durch die das Potential der sowohl theologischen als auch bekenntnisneutralen Jüdischen Studien dieser Region zur Entfaltung kommt. Der Großteil der Forschung in den Jüdischen Studien findet heute in bekenntnisneutralen Fächern wie etwa der Geschichte, der Philosophie, der Rechtswissenschaft, der Religionswissenschaft, der Kulturwissenschaft, der Kunstgeschichte, der Literaturwissenschaft und der Musikwissenschaft statt. Durch die Verbindung der theologischen und bekenntnisneutralen Jüdischen Studien im ZJS werden auch künftige Rabbinerinnen und Rabbiner dort aktiv sein.

Deutschlandweite Partnerschaften

Bei den Partnern sind beste Voraussetzungen für eine gelingende interdisziplinäre Zusammenarbeit der relevanten Fächer gegeben. Im Raum Berlin und Potsdam ist das gesamte Spektrum der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Judentum vertreten, wobei sich Schwerpunkte und Arbeitsteilungen herausgebildet haben: von historischen und kulturwissenschaftlichen Ansätzen (vor allem an der Humboldt-Universität Berlin) über philologisch-kritische und dialogische (vor allem an der Freien Universität Berlin), religionshistorische und theologisch-philosophische Zugänge (vor allem an der Universität Potsdam) und literaturwissenschaftliche Zugänge (an der Europa-Universität Viadrina), über die Holocaust- und Antisemitismus-Forschung an der Technischen Universität Berlin und die Erforschung des Zionismus am Moses Mendelssohn Zentrum bis zur akademischen Ausbildung von Rabbinern und Kantoren am Abraham Geiger Kolleg und der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar.

Empfehlung des Wissenschaftsrates

Das Konzept des 2011 gegründeten Zentrums folgt den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen vom Januar 2010. Der Wissenschaftsrat hatte empfohlen, fächerübergreifende Forschungs- und Lehrkooperationen zu fördern und dazu gemeinsame Zentren theologischer und religionsbezogener Forschung einzurichten.